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Tarifwechsel Die Rabattfallen der Kfz-Versicherungen

Immer mehr Tarifmerkmale bestimmen die Versicherungsprämie. Dabei sind die Rabattoptionen mit größter Vorsicht zu genießen. Wer falsch abschließt, riskiert sogar ein Bußgeld von der Versicherung.

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Die günstigste Versicherung ist nicht unbedingt die beste. Quelle: imago / jochen tack

Für alle, die einen Wechsel der Kfz-Versicherung erwägen, gibt es eine brandneue Variante, Versicherungsbeiträge zu sparen. Als erster Anbieter will die auf Autoversicherungen spezialisierte Sparkassentochter S-Direkt mittels einer Telematik-Box im versicherten Fahrzeug das Verhalten ihrer Kunden im Straßenverkehr auswerten und so von der Fahrweise abhängige Tarife berechnen. Wer sein Auto defensiv durch den Verkehr steuert, soll mit einer niedrigeren Prämie belohnt werden. Im Pilotprojekt sollten ab Januar 2014 bis zu 1000 S-Direkt-Kunden zusätzlich zu ihrer Kfz-Versicherung diese Chance auf niedrigere Beiträge nutzen können. Nur Datenschützern stehen die Haare zu Berge.

Die neue Telematik-Variante ist nur eines der üblichen mehr als 50 Tarifmerkmale, die über die Höhe des Versicherungsbeitrags entscheiden. Wer also Versicherungstarife vergleichen will, um in einen günstigeren Kfz-Tarif zu wechseln, begibt sich in ein unüberschaubares Tarifdickicht von mehr als 100 Kfz-Versicherern, von denen jeder gleich etliche Tarife und Tarifvarianten anbietet.

Wer aber die Kfz-Versicherung nicht wechselt, dem entgehen erhebliche Einsparpotenziale, zumal die Autoversicherer im Durchschnitt ab dem kommenden Jahr die Prämien erhöhen. Insbesondere der Vollkaskoschutz soll laut dem Vergleichsportal Transparo zufolge um 7,6 Prozent teurer werden. Wer sparen will, muss sich etwas beeilen: In den meisten Fällen die Kündigung des alten Vertrages bis zum 30. November der Versicherung vorliegen, damit pünktlich zum 1. Januar 2014 der neue, günstigere Versicherungsschutz greifen kann. Jederzeit wechseln kann hingegen, wer ein neues Auto erwirbt oder innerhalb eines Monats, nachdem der Versicherer eine Preiserhöhung mitgeteilt hat. Auch beim Umzug an einen Wohnort in einen anderen Zulassungsbezirk oder ein anderes Bundesland ist eine Kündigung unter Umständen möglich.

Zwar erleichtern die Vergleichsportale und Online-Angebote der Versicherungsgesellschaften im Internet die Tarifsuche, aber in den Details wird es dann doch kompliziert. Verbraucher dürfen daher trotz weitgehend standardisierter Kfz-Policen nicht vernachlässigen, dass billig nicht immer am besten ist. "Die Frage, wie der Autofahrer den günstigsten Versicherungstarif findet, steht eindeutig im Mittelpunkt", sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. "Wichtiger ist jedoch aus unserer Sicht, dass der Leistungsumfang stimmt. So sollte etwa auf die Einrede des Versicherers wegen grober Fahrlässigkeit verzichtet werden und die Kfz-Haftpflicht Schäden bis zu einer Summe von 100 Millionen Euro decken." Per Gesetz vorgeschrieben ist den Versicherern hier nur eine Deckungssumme von 7,5 Millionen Euro.

Über diese Versicherungen informieren sich die Deutschen im Netz

Viele Wege die Risiken zu mindern

Bevor sich Verbraucher also mit der Beitragshöhe beschäftigen, sollte der gewünschte Schutz im Fokus stehen. Dann aber können die Rabattangebote vieler Versicherer besonders verlockend wirken. Wer zum Beispiel angibt, Wohneigentum oder eine abschließbare Einzelgarage zu besitzen oder darauf verzichtet, auch andere Personen mit dem versicherten Auto fahren zu lassen, wird je nach Versicherung mit deutlichen Prämienrabatten belohnt. Wer solche Tarifmerkmale wählt, senkt in den Augen der Versicherung die Schadenrisiken durch Diebstahl, Vandalismus oder einen weniger erfahrenen, der Versicherung unbekannten Fahrer. Auch das Vorhandensein einer Jahreskarte für den Nahverkehr, einer Bahncard und die Mitgliedschaft in einem Automobilclub wird von vielen Anbieter honoriert. In der Summe können Autofahrer mit diesen Tarifmerkmalen einen Beitragsrabatt bis in den zweistelligen Prozentbereich erzielen.

Das kann sich aber auch als Fallstrick für den Versicherten erweisen, denn er muss sich an die Vorgaben halten, den Wagen also über Nacht in die Garage stellen oder den Wagen nicht verleihen. Weicht er davon ab, ist er laut Versicherungsbedingungen aber auch verpflichtet, dies der Versicherung unverzüglich mitzuteilen. "Die zusätzlichen Rabattmerkmale müssen für den Versicherten auch tatsächlich erfüllbar sein, sonst drohen Vertragsstrafen bis zur Höhe eines Jahresbeitrags", warnt Boss vom BdV. Es lohnt sich also, gut zu überlegen und genauer hinzuschauen.

Kilometer nicht zu gering schätzen

Diese Versicherer sind die Besten
Versicherungen Quelle: Fotolia
Platz 10: Cosmos DirektDer Direktversicherer ist wie einige andere Versicherer aus dem Hause der Generali Deutschland kein Datenverweigerer. Allerdings verkaufen die Saarbrücker keine Krankenversicherungen. Dies ist in dem Konzern die Aufgabe der Central. Platz zehn ist daher ein gutes Ergebnis. Allerdings fällt auf: Zwei Sparkassenversicherer und eine Gruppe aus Hannover mit dem gleichen Handicap liegen noch ein wenig besser. Quelle: Screenshot
Hannoversche Quelle: Presse
Öffentliche Braunschweig Quelle: Screenshot
Provinzial Nordwest Quelle: dpa
Ergo Quelle: dapd
 Huk-Coburg Quelle: dpa

Das gilt etwa für die jährlich gefahrenen Kilometer. Die im Versicherungsantrag oder via Online-Vergleichsportal angegebene Fahrleistung hat massiven Einfluss auf die Berechnung der Prämienhöhe. Wer also laut Angabe beim Versicherer nur wenige tausend Kilometer im Jahr fährt, bekommt einen günstigeren Tarif. So führt etwa laut Check24-Berechnungen eine von 12.000 auf 6.000 Kilometer verminderte Fahrleistung im berechneten Beispielfall* (siehe Kasten) zu einem Beitragsnachlass zwischen vier und 23 Prozent. Im Durchschnitt sind es 23 Prozent Rabatt, den die Assekuranzen gewähren.

Aber die jährlich gefahrenen Kilometer zu gering zu schätzen, sollten Versicherungskunden tunlichst vermeiden. Fährt der Versicherungsnehmer deutlich mehr als die angegebenen Kilometer und stellt die Versicherung dies im Schadenfall fest, wird es teuer. Ist die Versicherung nachsichtig, wird der Tarif neu berechnet und nur eine entsprechende Nachzahlung fällig. Gelangt der Versicherer jedoch zu dem Schluss, dass die Fahrleistung vorsätzlich und fern jeder Realität zu niedrig angesetzt wurde, kann er einen kompletten Jahresbeitrag als Strafzahlung fordern.

Musterfall für Rabatte der Kfz-Versicherung

Die Rabattangebote sind also einerseits mit Vorsicht zu genießen, können aber andererseits den Jahresbeitrag tatsächlich deutlich drücken. So hat eine Untersuchung von zehn besonders wirksamen Tarifmerkmalen durch Check24 für einen Musterfall* bei 40 Versicherungen ergeben, dass etwa allein durch den Verzicht auf eine freie Werkstattwahl die Prämie um bis zu 27 Prozent sinken kann. Im Durchschnitt der Versicherungsangebote waren es immerhin zehn Prozent. Wer also auf die freie Auswahl der Werkstatt im Schadenfall verzichtet und sein Fahrzeug zur Reparatur in eine Werkstatt bringt, die seine Versicherung unter Vertrag hat, kann bares Geld sparen.

Freie Auswahl der Werkstatt ist manchmal sinnvoll

Aber gerade der Verzicht auf eine freie Werkstattwahl ist für viele Autobesitzer nicht sinnvoll, manchmal noch nicht einmal möglich. "Wer mit seinem Auto sowieso immer in eine Vertragswerkstatt des Autoherstellers fährt, kann diese Tarifoption getrost auswählen", sagt Check24-Sprecher Daniel Friedheim. "Mit den großen Herstellern haben nahezu alle Versicherungen Rahmenabkommen für die Werkstattleistungen. Wem es aber zu umständlich ist, in ländlichen Gegenden auch mal bis zu 100 Kilometer bis zu einer Werkstatt zu fahren, die ihm die Versicherung vermittelt, sollte darauf lieber verzichten. Fahrern eines Leasing-Fahrzeugs steht der Verzicht auf die freie Werkstattwahl in der Regel noch nicht einmal offen."

Bei vielen beitragsrelevanten Merkmalen, die hohe Rabatte versprechen, hat der Autofahrer ohnehin keine direkte Wahlmöglichkeit, sondern er muss sie wahrheitsgemäß angeben. Neben der Fahrleistung betrifft dies etwa seine Angaben zum beruflichen Status, zum Alter des Fahrers, seiner Fahrerfahrung – gemessen an der Zeit seit dem Erwerb des Führerscheins - , zum Fahrzeugwert und -alter. Auch der Familienstand, im Haushalt lebende Kinder sowie deren Alter und Geschlecht können bei einzelnen Versicherungen zu einem Beitragsrabatt führen, weil Eltern statistisch betrachtet vorsichtiger fahren.

Der Rabatt steigt mit der unfallfreien Zeit

Ebenso wenig kann der Versicherungsnehmer beeinflussen, welchen Schadenfreiheitsrabatt er bekommt. Je länger ein Autofahrer unfallfrei bleibt, umso höher ist dieser Rabatt. Beim Antrag auf eine neue Kfz-Versicherung muss der Versicherungsnehmer seine bisherige Kfz-Versicherung angeben und deren zuletzt gewährte Schadenfreiheitsstufe, die üblicherweise mit dem Kürzel SF und einer Nummer in der letzten Beitragsabrechnung angegeben sind. Außerdem muss er über Versicherungsschäden der vergangenen drei Jahre Angaben machen. Aufgrund dieser Angaben stuft die neue Kfz-Versicherung den Versicherungsnehmer in eine Schadenfreiheitsklasse nach eigener Systematik ein.

Andere Tarifmerkmale haben größeren Einfluss

Wann die Kfz-Versicherung zahlt
Haftpflicht, Teil- und Vollkasko: Welche Kfz-Versicherungen sind unverzichtbar und welche sind sinnvoll?Pflicht für die Zulassung eines Kraftfahrzeuges in Deutschland ist eine Haftpflichtversicherung. Sie ersetzt Schäden, die Dritten durch den Gebrauch des Fahrzeugs zugefügt werden und leistet dabei sowohl für Sach-und Vermögensschäden wie auch für Personenschäden. Unerlässlich, aber nicht verpflichtend ist die Teilkasko: Sie übernimmt die Kosten für bestimmte Schäden, die Kfz-Besitzern am eigenen Fahrzeug entstehen – etwa Glasbruch oder auch Schäden durch Sturm, Hagel und Blitzschlag. Die Vollkasko-Versicherung übernimmt etwa die Reparaturkosten für Unfallschäden am eigenen Fahrzeug, wenn man selbst der Verursacher ist. Quelle: dpa
Gibt es Sonderfälle, bei denen die Kfz-Versicherung nicht greift und der Halter allein in der Pflicht bleibt?Ja, nämlich dann, wenn bei einem Wildunfall ein Ausweichmanöver versucht und dabei ein zusätzlicher Schaden verursacht wurde. Für diesen Schaden muss der Versicherungsnehmer aufkommen. Deshalb: Den Zusammenstoß vorbeugen, um nicht andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Quelle: dpa
Hilft eine Versicherung zum Beispiel bei einer Autopanne auch aktiv?Ja, sie hilft mit einem sogenannten Autoschutzbrief: Er kann beispielsweise dafür sorgen, dass die Versicherung Hilfsmaßnahmen organisiert und anfallende Kosten für Pannenhilfe und Abschleppen unterstützt. Quelle: dpa
In welche Schadensfreiheitsklasse werden Fahranfänger eingestuft?Wenn Sie ihren Führerschein gerade erst gemacht haben, dann steigen Sie in die Schadensfreiheitsklasse '0' ein. Je nach Kfz-Versicherungsanbieter macht das einen Schadenfreiheitsrabatt von 190 - 230 Prozent. Besitzt man den "Lappen" schon länger als drei Jahre, erfolgt eine Hochstufung in die Schadensfreiheitsklasse '0,5'. Quelle: dpa/dpaweb
Ist es möglich ein Auto zu verleihen?Ja. Allerdings wird im Schadensfall die Prämie des Versicherungsnehmers angehoben und nicht die des Unfallverursachers. Der Beitrag erhöht sich um den Betrag, der ohne den Rabatt für die Einschränkung des Nutzerkreises zu zahlen wäre. Quelle: dpa-tmn
Kann die Werkstatt im Schadensfall selbst gewählt werden?Es gibt bei einigen Kfz-Versicherungen sogar Preisnachlässe oder zusätzliche Serviceleistungen, wenn eine der festgelegten Partnerwerkstätten genutzt wird. Eine Besonderheit gibt es beim Neuwagenkauf: Dort kann die Herstellergarantie verfallen, wenn nicht die Vertragswerkstatt aufgesucht wird. Quelle: dpa
Was bietet eine Zusatz-Haftpflicht-Versicherung für Fahrzeuge, die im Ausland gemietet werden? Diese Versicherung soll eine Lücke schließen: Sie geht über die im Ausland geltenden Leistungsgrenzen hinaus und bis zu der Höhe, der vereinbarten Deckungssumme der Kfz-Haftpflicht. Sie wird nur für die Dauer des Auslandsaufenthaltes abgeschlossen und gilt dann für den Versicherungsnehmer, sowie den Menschen, der mit ihm in einer häuslichen Gemeinschaft lebt. Quelle: dpa/dpaweb

Leider gibt es große Unterschiede bei den Berechnungsmodellen und Staffelung der Rabattierungen zwischen den Versicherern. Zudem haben sich 2011 die Schadenfreiheitsklassen (SF-Klasse) bei vielen Anbietern geändert. Während bei einigen Versicherungen der Rabatt für unfallfreies Fahren bis zu maximal 25 schadenfreien Jahren immer weiter zunimmt, geht dieses Spiel bei anderen Versicherern unter Umständen noch etliche Jahre weiter. Zudem sind die Zahl der Stufen und die notwendige unfallfreie Zeit bis zum Erreichen der nächsten Rabattstufe unterschiedlich. Und wenn es zum Schaden durch eigene Schuld kommt, wird der Autofahrer bei der einen Versicherung nur um eine Stufe, bei einem anderen Anbieter aber gleich mehrere Stufen hochgestuft, verliert somit bereits erreichte Rabatte wieder. "Sich da als Verbraucher aber durchzuwühlen und die unterschiedlichen Modelle für den Schadenfreiheitsrabatt vor Vertragsabschluss zu prüfen, ist nahezu unmöglich", sagt Verbraucherschützerin Boss vom BdV.

Als besonders tückisch kann sich auch ein Rabattschutz für den Erhalt der SF-Klasse beim Versicherungswechsel erweisen. Gegen Aufpreis bieten einige Policen den Erhalt der SF-Klasse für den Fall eines Schadens nach mehreren unfallfreien Jahren gegen Aufpreis an. Der Bund der Versicherten weist darauf hin, dass dieser Rabattschutz beim Versicherungswechsel verloren geht, weil dem neuen Versicherer der Schadenfreiheitsrabatt bestätigt wird, der ohne die Rabattschutzoption gültig wäre. Der neue Kfz-Versicherer holt somit die Rückstufung des Schadenfreiheitsrabattes nach.

Wer auffährt, hat Schuld, oder?
Ganz klar: Mit Flip-Flops oder offenen Sandalen darf man nicht Autofahren und rechts auf keinen Fall überholen. Moment mal: Stimmt das wirklich? Die Frage, was im Straßenverkehr erlaubt oder verboten ist, erhitzt regelmäßig die Gemüter. Dabei haben sich im Laufe der Zeit viele Stammtischweisheiten entwickelt und Legenden gebildet, die sich zwar hartnäckig halten, jedoch nicht unbedingt wahr sind. Unser Überblick zeigt einige prominente Beispiele. Bitte beachten Sie aber: Die Inhalte sind allgemein und informativ und verstehen sich ausdrücklich nicht im Sinne einer juristischen Fachpublikation. Vorgestellte Urteile sind für andere Gerichte nicht rechtsverbindlich. Diese können einen Fall völlig anders bewerten. Quelle: Presse
Das Rechtsfahrgebot besagt zwar, dass möglichst rechts gefahren wird, aber nicht, dass sobald auf einer mehrspurigen Straße rechts eine Lücke auftaucht, diese auch genutzt werden muss. Der mittlere Fahrstreifen einer Autobahn beispielsweise darf auch über längere Zeit befahren werden, wenn er nicht zum Überholen genutzt wird. Jedoch dürfen andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert werden, was zum Beispiel bei dauerhaftem Tempo 100-Fahren auf der linken Spur der Fall wäre. Bei einem solchen Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot wären 80 Euro und sogar ein Punkt in Flensburg fällig. Quelle: Presse
Keine Regel ohne Ausnahme: Telefonieren am Autosteuer ist zwar während der Fahrt verboten. Und die Begründung hierfür macht Sinn: Telefonieren lenkt Autofahrer stark vom Autofahren ab und erhöht zudem die Unfallgefahr. Selbst wer nur kurz aufs Handy schaut, ist abgelenkt und für einen Moment unachtsam auf den Verkehr. Auch das Telefonieren im stehenden Fahrzeug - etwa im Stau oder an einer roten Ampel - hat so manches deutsche Gericht bereits untersagt. Aber es gab auch schon Richter, die Verkehrssünder freisprachen, die an einer roten Ampel telefonierten. Weil der Motor ausgeschaltet war. Dabei ist es nach deutscher Rechtsprechung sogar verboten, für ein wichtiges Telefonat auf dem Seitenstreifen einer Autobahn anzuhalten, selbst wenn dabei der Motor ausgeschaltet wird. Quelle: Presse
Wer einem anderen hinten drauf fährt, hat Schuld. Das ist zwar häufig richtig, aber keine generell anwendbare Regel. Wenn der Auffahrende plausibel machen kann, dass der Fehler beim Vordermann lag, ist er aus dem Schneider. Die Beweislast liegt grundsätzlich bei dem, der Geld will. Quelle: Presse
Annahme: Festnehmen darf nur die Polizei. Erklärung: Grundsätzlich liegt das Gewaltmonopol beim Staat. Wenn man aber einen Straftäter auf frischer Tat ertappt, darf man ihn bis zum Eintreffen der Polizei auch festhalten oder notfalls selbst bei der Polizei abliefern. Falls nötig kann dabei Gewalt angewendet - allerdings nur, wenn die Gesundheit des Täters nicht gefährdet wird. Aber vorsicht: Wer den Falschen festsetzt, kann schnell wegen Freiheitsberaubung dran sein. Quelle: Presse
Die gute Nachricht für alle Schuh- und Freiluftfetischisten: Gleichgültig, ob mit Flip-Flops, High-Heels oder barfuß – Autofahren geht mit jedem oder sogar ganz ohne Schuhwerk. Verbote in diese Richtung gibt es nicht, daher droht bei einer Verkehrskontrolle auch kein Bußgeld. Jedoch weisen Versicherungsexperten darauf hin, dass sich der Autofahrer auch dünn-beschuht in der Lage sehen sollte, dem Straßenverkehr angemessen reagieren zu können. Geschieht nämlich ein Unfall, der womöglich auf das Schuhwerk zurückzuführen ist, muss der Frischluftfreund unter Umständen nicht nur eine Strafe wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht bezahlen (OLG Bamberg, Az.: 2 Ss OWI 577/06), sondern bekommt auch noch Probleme mit seiner Versicherung. Daher ist es ratsam, sich auch bei Flip-Flop-Wetter noch leichte, festere Schuhe zum Fahren ins Auto zu legen. Quelle: Presse
Annahme: Auf dem Weg zur Arbeit bin ich versichert. Erläuterung: Das ist zwar grundsätzlich richtig. Aber die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nur, wenn auf dem direkten Arbeitsweg etwas passiert. Wer abbiegt und tankt, einen Abstecher zur Post oder zum Supermarkt macht, verliert diesen Versicherungsschutz. Quelle: Presse

Mit Vollkasko sparen

Sich als Autofahrer alle möglichen Beitragsrabatte zusätzlich über besondere Optionen zu sichern, macht also nur eingeschränkt Sinn. Andere Tarifmerkmale haben einen viel größeren Einfluss auf die Beitragshöhe und bieten somit auch deutlich größeres Einsparpotenzial. Das beginnt zunächst mit der Auswahl des Kasko-Schutzes und der vereinbarten Selbstbeteiligung. Eine Vollkasko-Versicherung, die auch für Schäden am eigenen Fahrzeug aufkommt, lohnt sich vor allem für Fahrzeuge mit hohem Wiederbeschaffungswert, insbesondere für Neuwagen. Dann zahlt die Versicherung bei Beschädigungen durch fremde Personen und auch für den Schaden am eigenen Auto bei selbstverschuldeten Unfällen. Klar, dass dieser Schutz kostspielig ist. Wer auf den Vollkaskoschutz verzichtet und lediglich die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung abschließt, kann leicht die Hälfte seiner Beiträge sparen, im Fallbeispiel des Vergleichsportals Check24 in der Spitze sogar 71 Prozent.

Wer statt des Vollkasko-Tarifs mit 300 Euro Selbstbeteiligung auf einen Teilkasko-Tarif mit 150 Euro Selbstbeteiligung umschwenkt, kann nach den Check24-Berechnungen immer noch satte 42 Prozent sparen. Bei einer Teilkasko sind dann allerdings Schäden am eigenen Fahrzeug nur noch bei Beschädigung, Zerstörung oder Verlust des Fahrzeuges und mitversicherter Fahrzeugteile durch Feuer, Explosion, Diebstahl, Sturm, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmung, Wildunfälle, Glasbruch und Kurzschlüssen abgedeckt. Verschuldet der Fahrer selbst einen Unfall, bleibt er auf seinem Schaden sitzen. Wer aber ein älteres Auto fährt und glaubt, diese Schäden auch aus eigener Tasche begleichen zu können, sollte den Wechsel in die Teilkasko erwägen.

Große Prämienunterschiede zwischen Versicherern

Mit diesen Zulassungs-Lieblingen fahren sie günstig
So funktioniert das Ranking: Beim großen Auto-Unterhaltskostenvergleich haben Auto Bild und Schwacke vor allem auf den Wertverlust abgehoben, den größten und wichtigsten Kostenblock. Betrachtet werden ausschließlich die offiziellen Listenpreise der Hersteller, ohne Anrechnung der üblichen Rabatte. Weil die Mehrzahl der privat angeschafften Neuwagen heutzutage finanziert wird, sind auch diese Kosten mit in die Betrachtung eingeflossen. Angenommen werden eine fünfjährige Haltedauer des Fahrzeugs und 15.000 km jährliche Fahrleistung ... Quelle: dpa
Platz 10Marke / Modell: Kia Picanto 1.0 SpiritListenpreis (brutto): 12.390 Euro Kosten durch den Kauf (brutto): 11.536 Euro Wertverlust (netto): 7.260 Euro Finanzierung + MwSt. (netto): 4.276 Euro Kosten durch die Nutzung (brutto): 10.485 EuroVersicherung (brutto): 3.645 Euro Spritkosten (netto): 4.422 Euro Servicekosten: 0 Euro* Verschleißkosten: 854 Euro Reifenkosten: 388 Euro MwSt. + KFZ-Steuer: 1.176 Euro Gesamtkosten: 22.021 EuroKosten pro Kilometer: 0,29 Euro*Kia-Aktion: Bei Kauf bis 30.06. im Kaufpreis eingeschlossen, ausgenommen Austattung Attract Alle Daten laut AutoBild/Schwacke Quelle: PR
Platz 9Marke / Modell: Nissan Pixo 1.0 Acenta Listenpreis (brutto): 9.590 Euro Kosten durch den Kauf (brutto): 9.021 Euro Wertverlust (netto): 5.706 Euro Finanzierung + MwSt. (netto): 3.315 Euro Kosten durch die Nutzung (brutto): 12.829 EuroVersicherung (brutto): 4.766 Euro Spritkosten (netto): 4.322 Euro Servicekosten: 871 Euro Verschleißkosten: 1.203 Euro Reifenkosten: 296 Euro MwSt. + KFZ-Steuer: 1.371 Euro Gesamtkosten: 21.850 EuroKosten pro Kilometer: 0,29 Euro Quelle: PR
Platz 8Marke / Modell: Hyundai i10 1.1 Classic Listenpreis (brutto): 10.290 Euro Kosten durch den Kauf (brutto): 9.829 Euro Wertverlust (netto): 6.275 Euro Finanzierung + MwSt. (netto): 3.554 Euro Kosten durch die Nutzung (brutto): 11.910 EuroVersicherung (brutto): 3.645 Euro Spritkosten (netto): 4.723 Euro Servicekosten: 715 Euro Verschleißkosten: 1.046 Euro Reifenkosten: 368 Euro MwSt. + KFZ-Steuer: 1.412 Euro Gesamtkosten: 21.739 EuroKosten pro Kilometer: 0,29 Euro Quelle: PR
Platz 7Marke / Modell: Fiat Panda 1.2 ClassicListenpreis (brutto): 9.490 Euro Kosten durch den Kauf (brutto): 9.069 Euro Wertverlust (netto): 5.790 Euro Finanzierung + MwSt. (netto): 3.279 Euro Kosten durch die Nutzung (brutto): 12.539 EuroVersicherung (brutto): 3.429 Euro Spritkosten (netto): 4.925 Euro Servicekosten: 1.381 Euro Verschleißkosten: 980 Euro Reifenkosten: 236 Euro MwSt. + KFZ-Steuer: 1.589 Euro Gesamtkosten: 21.608 EuroKosten pro Kilometer: 0,29 Euro Quelle: PR
Platz 6Marke / Modell: Peugeot 107 ActiveListenpreis (brutto): 11.250 Euro Kosten durch den Kauf (brutto): 10.565 Euro Wertverlust (netto): 6.681 Euro Finanzierung + MwSt. (netto): 3.884 Euro Kosten durch die Nutzung (brutto): 11.033 EuroVersicherung (brutto): 3.429 Euro Spritkosten (netto): 4.322 Euro Servicekosten: 1.017 Euro Verschleißkosten: 671 Euro Reifenkosten: 296 Euro MwSt. + KFZ-Steuer: 1.298 Euro Gesamtkosten: 21.598 EuroKosten pro Kilometer: 0,29 Euro Quelle: PR
Platz 5Marke / Modell: Ford Ka 1.2 AmbienteListenpreis (brutto): 9.100 Euro Kosten durch den Kauf (brutto): 8.859 Euro Wertverlust (netto): 5.715 Euro Finanzierung + MwSt. (netto): 3.144 Euro Kosten durch die Nutzung (brutto): 12.562 EuroVersicherung (brutto): 3.645 Euro Spritkosten (netto): 4.925 Euro Servicekosten: 1.162 Euro Verschleißkosten: 904 Euro Reifenkosten: 352 Euro MwSt. + KFZ-Steuer: 1.575 Euro Gesamtkosten: 21.421 EuroKosten pro Kilometer: 0,29 Euro Quelle: PR

Zwischen den Versicherern gibt es trotz fast schon ruinösen Preiskampfes noch immer große Unterschiede bei den Beitragshöhen. Insbesondere Direktversicherer ohne großes Vertriebs- und Filialnetz erweisen sich hierbei als günstig. So kommt es, dass für den erwähnten Beispielfall* beim teuersten Versicherer die Kfz-Haftpflicht mit Vollkasko fast doppelt so teuer ist wie beim günstigsten Versicherer – ein Unterschied von immerhin 500 Euro im Jahr. Dabei sind es nicht unbedingt die günstigen Versicherer, die die höchsten Rabatte auf Tarifoptionen wie Werkstattbindung und Garagennutzung gewähren. Umgekehrt sind jene Tarife, die die höchsten Rabatte für derlei Tarifmerkmale bieten, nicht zwingend die günstigsten. "Ein hoher Rabatt für ein Tarifmerkmal garantiert noch keinen niedrigen Gesamtbeitrag", bestätigt Daniel Friedheim von Check24. Aber auch mit der günstigsten Police wird der Autofahrer nicht unbedingt glücklich. Der genaue Vergleich der Tarife ist daher immens wichtig.

Vergleichsportale richtig nutzen

Vorsorge



Für einen solchen Vergleich bieten sich die unabhängigen Vergleichsportale im Internet daher an. Dabei sollten Autofahrer zunächst den für sie passenden günstigsten Tarif ohne zusätzliche Rabattoptionen heraussuchen und erst im Anschluss prüfen, ob sich durch zusätzliche Auswahl besonderer Tarifmerkmale der Beitrag noch sinnvoll drücken lässt. Das kostet allerdings etwas Zeit und sollte auch über verschiedene Vergleichsportale erfolgen. Der Grund: Kein Portal bildet die Tarife aller Kfz-Versicherungen ab. Auf Check24 fehlt etwa die HUK-Coburg, einer der größten Kfz-Versicherer hierzulande, auf Transparo ist diese Versicherung hingegen zu finden. Aber selbst wer mehrere Portale nutzt, kann nicht alle Tarife online vergleichen. Die Versicherung LVM etwa, ebenfalls einer der größeren Kfz-Versicherer, beteiligt sich zum Beispiel gar nicht an den Tarifvergleichen im Internet. Als besonders gut gelten nach einer Studie der Uni Koblenz dennoch die Vergleichsportale Transparo und Check24. Sie bilden vergleichsweise viele Versicherungstarife für die Autoversicherung ab, sind für den Kunden kostenlos und bieten viel Komfort.

Im Online-Vergleich sieht die Branche daher die Zukunft. Kritiker bemängeln zwar, dass die Portale von Provisionen bei Vertragsabschluss leben, aber die Vergleichsseiten im Netz sollten ein eigenes Interesse daran haben, objektive Ergebnisse zu liefern. Die Branche geht jedenfalls davon aus, dass der Online-Vergleich die gesamte Branche verändern wird. Nach Schätzungen der Unternehmensberatung PwC werden die Vergleichsportale im laufenden Jahr 1,5 Millionen Verträge abwickeln. Vor drei Jahren waren es nur 600.000 Verträge. Sogar Google plant, im kommenden Jahr in den Markt einzusteigen. Der Verbrauchernutzen dürfte durch wachsenden Wettbewerb somit weiter zunehmen.

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