Teuer und befristet Freiberufliche Hebammen bekommen Versicherung

Viele Hebammen fürchten um ihre Existenz, weil sie keinen Versicherer mehr finden. Jetzt bekommen freiberufliche Geburtshelferinnen eine Haftpflichtversicherung. Allerdings ist die befristet und teuer.

Explodierende Haftpflichtprämien sind für viele Hebammen kaum noch bezahlbar. Quelle: dpa

Die freiberuflichen Hebammen stehen im Streit um stark gestiegene Tarife für Haftpflichtversicherungen vor einer befristeten und auch teuren Lösung. Eine Gruppe von Versicherern bietet ein auf ein Jahr befristetes Angebot mit einer Steigerung der Prämien um 20 Prozent an, wie der Deutsche Hebammenverband am Freitag mitteilte. Eine in der Geburtshilfe tätige freiberufliche Hebamme müsste damit eine Versicherungssumme von über 6000 Euro pro Jahr bezahlen. Über die Zwischenlösung hatte zunächst „Süddeutsche.de“ berichtet.

Die Geburtshelferinnen fürchten aufgrund der gestiegenen Versicherungskosten um ihre Existenz. Unklar bleibt, wie die Mehrkosten von den Krankenkassen ausgeglichen werden können. Auslöser für die höheren Tarife von Haftpflichtversicherungen sind die hohen Schadensersatz-Summen, die Versicherungen im Fall von Fehlern der Hebammen leisten müssen.

Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass sich langsam eine Tarif-Lösung für Hebammen abzeichnet. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hatte „ausdrücklich bestätigt, dass der Anstieg der Haftpflichtprämien bei der Vergütung berücksichtigt wird“, teilte das Bundesgesundheitsministerium Anfang April mit.

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Zuvor hatten sich Union und SPD für freiberufliche Hebammen in Deutschland stark gemacht und eine Lösung ihres Problems hoher Prämien für Haftpflichtversicherungen versprochen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) bekräftigte im Bundestag, er gehe davon aus, dass sich die Versicherungswirtschaft ihrer Verantwortung hinsichtlich neuer Gruppentarife bewusst sei. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte, die Koalition eine Lösung vorlegen.

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