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Umwelt Investoren fordern von Unternehmen mehr Klimaschutz

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Wirtschaftsfaktor CO2

Die Teilnahme an der CDP-Umfrage ist freiwillig. Doch wer sich sperrt, wird veröffentlicht – das sieht nicht immer gut aus. Zudem machen Investoren mitunter auch individuell Druck.

So zwang Calpers, der Pensionsfonds für kalifornische Staatsbedienstete und CDP-Mitglied der ersten Stunde, den Autokonzern Ford, die CO2-Emissionen seiner Baureihen transparent zu machen. Erst als Calpers mit dem Verkauf von Ford-Aktien drohte, knickten die Autobauer aus Detroit ein.

Der CDP-Index kann allerdings nur bedingt als Richtschnur für Investoren herhalten. Er wertet zunächst nur aus, wie gut Unternehmen informieren – und nicht die konkreten Maß-nahmen, die sie zur Reduktion von Treibhausgasen einleiten.

Nur mit diesen Angaben aber ließe sich ermitteln, wie effizient das Unternehmen Klimaschutzmaßnahmen einsetzt, um die eigenen Kosten jetzt oder in Zukunft zu senken. Erst dann könnten Investoren einen Klimabonus oder -malus für Unternehmen vergeben, der sich auch in den Kursen widerspiegelt.

Bayers ehrgeizige Ziele

Wertlos für Anleger sind die Informationen des CDP dennoch nicht. Es liegt auf der Hand, dass jeder, der seinen CO2-Ausstoß bereitwillig veröffentlicht, eher zu den Vorreitern im Klimaschutz zählt.

Dax-Sieger Bayer etwa bemüht sich kräftig, die eigene Klimabilanz aufzubessern. Bis 2020 will Bayer die CO2-Emissionen pro Tonne verkaufter Produkte gegenüber 2005 um 25 Prozent senken.2008 hatte der Konzern bereits zwei Drittel dieses Ziels erreicht. Insgesamt eine Milliarde Euro gibt der Pharmakonzern bis 2010 dafür aus.

Noch halten sich die Kosten für CO2-Emissionsrechte bei Bayer in Grenzen: 2008 schlugen Zertifikate für 2,5 Millionen Tonnen CO2 zu Buche.Nach heutigen Preisen für Verschmutzungsrechte wären dies etwa 35 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr lagen die Kosten für den Emissionshandel nach Unternehmensangaben unter einem Prozent des Betriebsergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Allerdings nahm Bayer nur mit elf eigenen Kraftwerken und nicht mit den gesamten Produktionsanlagen am europäischen Emissionshandel teil. Das wird sich 2013 ändern.

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