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Umwelt Investoren fordern von Unternehmen mehr Klimaschutz

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Chemieriese BASF hat die möglichen Kosten der dritten Handelsperiode schon einmal durchgerechnet: Für die dritte Handelsperiode von 2013 bis 2020 werden, je nachdem wie streng die Vorschriften ausfallen, zwischen drei und zehn Millionen Zertifikate benötigt.

Bei einem Preis von 30 Euro je Zertifikat wären dies zwischen 90 und 300 Millionen Euro.Diese Belastung hätten Wettbewerber außerhalb der EU nicht zu tragen.

Auf CO2-Einsparung achtet BASF deshalb schon heute. So erzeugt das Kraftwerk im Ludwigshafener Stammwerk Strom und Wärme mit Gas- und Dampfturbinen. Erdgas setzt bei der Verbrennung nur etwa halb so viel CO2 frei wie Steinkohle. Und das Gaskraftwerk verwertet etwa 60 Prozent der Energie. Der Wirkungsgrad moderner Kohlkraftwerke liegt um rund ein Viertel niedriger.

Klimaverträgliche Produkte

„Damit sie für Investoren attraktiv bleiben, sollten Unternehmen nicht nur die CO2-Emissionen in der Produktion drücken, sondern grundsätzlich auch die Klimaverträglichkeit ihrer Produkte verbessern“, sagt Portfoliomanager Deser. Die Krise der US-Autoindustrie zeige, dass es katastrophale Folgen haben könne, wenn Konzerne das Klima-Thema nicht ernst nehmen. Angesichts steigender Benzinkosten wollten immer weniger Kunden amerikanische Spritschlucker kaufen.

Auch die deutschen Autobauer, gerade die der Oberklasse, gehörten lange Zeit international nicht zu den CO2-Vorreitern. BMW zum Beispiel hat aber mittlerweile aufgeholt.Die Münchner senkten vor allem mit sparsameren Motoren die durchschnittlichen CO2-Emissionen von Neufahrzeugen zwischen 1995 und 2008 um 27 Prozent, auf 158 Gramm CO2 pro Kilometer.

Der Schritt war für die BMW-CO2-Bilanz dringend nötig: Zu 85 Prozent wird diese vom Verbrauch der Autos bestimmt, nur 15 Prozent beeinflusst die Pkw-Produktion. Den Verbrauch von Energie und Wasser je produziertem Fahrzeug wollen die Bayern bis 2012 um 30 Prozent gegenüber 2006 senken. Bisher konnte der Konzern so 62 Millionen Euro einsparen. Davon profitiert die Gewinn-und-Verlustrechnung – und letztlich auch der Aktionär.

Literaturhinweis

Martin Gerth: Der grüne Betrug - Wie echter Klimaschutz zwischen Tagespolitik und Lobbyismus auf der Strecke bleibt

Martin Gerth: "Der grüne Betrug - Wie echter Klimaschutz zwischen Tagespolitik und Lobbyismus auf der Strecke bleibt", Redline Verlag, 240 Seiten, 19,90 Euro, Dezember 2009; ISBN 978-3-86881-049-3

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