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Versicherer Talanx erhöht trotz Flutschäden Gewinnziel auf bis zu 950 Millionen Euro

Der Versicherungskonzern erwartet durch die Flutkatastrophe Schäden von brutto 600 Millionen Euro. Gleichzeitig lassen die Folgen der Corona-Pandemie nach.

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Nach sechs Monaten steht Talanx bereits bei einem Nettogewinn von 546 Millionen Euro. Quelle: dpa

Der Versicherungskonzern Talanx schraubt trotz teurer Schäden aus der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands sein Gewinnziel nach oben. Die Überschwemmungen verursachten Schäden von brutto 600 Millionen Euro, zwei Drittel davon entfielen auf die Rückversicherungstochter Hannover Rück, erklärte Talanx am Mittwoch in Hannover. Bei Talanx blieben im dritten Quartal unter dem Strich rund 150 Millionen Euro hängen.

Trotzdem erwartet der Versicherer 2021 nun einen Nettogewinn von 900 bis 950 Millionen Euro; bisher galten 900 Millionen Euro als Obergrenze. Auch die Bruttoprämien dürften schneller wachsen als gedacht: währungskursbereinigt um einen hohen einstelligen Prozentsatz (bisher: rund fünf Prozent).

Nach sechs Monaten steht Talanx bereits bei einem Nettogewinn von 546 Millionen Euro, das sind 68 Prozent mehr als in dem von der Corona-Pandemie geprägten Zeitraum des Vorjahres. Im zweiten Quartal hat sich das Ergebnis auf 269 (103) Millionen Euro mehr als verdoppelt. Das liegt an den nachlassenden Folgen der Pandemie: Diese kostete Talanx im ersten Halbjahr noch 278 (Vorjahr: 824) Millionen Euro. Der Löwenanteil davon entfällt auf die Lebens-Rückversicherung, weil in einigen Ländern in der jüngsten Corona-Welle deutlich mehr Menschen starben.

Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich von Januar bis Juli im Konzern trotzdem auf 95,9 (Vorjahr: 101,3) Prozent, das Kapitalanlageergebnis erhöhte sich um ein Drittel. Die Bruttobeiträge stiegen währungsbereinigt um 13 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro.

Chempark-Explosion kostet Talanx Millionen

Auch die Explosion im Leverkusener Chemiepark Ende Juli kostet Talanx wohl Geld. Der Talanx-Finanzvorstand Talanx Jan Wicke sprach von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Er bestätigte, dass Currenta, der Betreiber des Chemieparks, bei der Industrieversicherer-Tochter HDI versichert ist. Nach Reuters-Informationen sind mehrere Versicherer daran beteiligt.

Bei der Explosion waren mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen, ein weiterer wird noch vermisst. 31 Personen wurden teilweise schwer verletzt. Die Ursache des Unglücks im Tanklager des Entsorgungszentrums des Chemieparks ist noch unklar. Currenta gehört dem australischen Infrastruktur-Investor Macquarie.

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