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Versicherung im Schlussverkauf Vorsicht vor billigem Schutz vor Berufsunfähigkeit

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Günstiger, aber nicht billig

So etwas wie einen kleinen Schlussverkauf könnten die Versicherer dennoch erleben. Schuld daran sind erneut der Gesetzgeber sowie die niedrigen Zinsen. Mit dem Lebensversicherungsreformgesetz vom Juli 2014 sinkt nämlich ab 2015 der staatlich garantierte Zins und damit auch die kalkulierte Verzinsung der Kapitalrücklagen der BU-Versicherer. Die Folge: Sofern die Versicherer nicht auf einen Teil ihrer Gewinne verzichten, müssen die Beitragszahler mehr zahlen. Ab dem kommenden Jahr dürften deshalb die Versicherungsbeiträge spürbar steigen. Wer noch in diesem Jahr einen Vertrag abschließt, kann demgegenüber also sparen.

Finanzdienstleister MLP hat kürzlich ausgerechnet, dass die Betragszahlungen deutlich steigen müssten, damit die Versicherer den Verlust durch die niedrigere Verzinsung ausgleichen können. Eine Musterrechnung ergab: Ein 45-Jähriger muss mit um drei Prozent höheren Beträgen rechnen, ein 25-Jähriger sogar mit knapp sieben Prozent höheren Prämien.

Die absehbare Beitragserhöhung ist ein gutes Argument, den Abschluss einer BU-Versicherung noch in diesem Jahr vorzunehmen. Das gilt allerdings nur, wenn der Abschluss einer Police ohnehin geplant war. Ein Vergleich der vielfältigen Angebote bleibt dabei zwingende Voraussetzung. Denn schon vor der Senkung des Garantiezinses gibt es gewaltige Unterschiede bei Leistung, Ausschlussklauseln und vor allem der Betragshöhe. Im Einzelfall kann der Unterschied zwischen der teuerste Anbieter auch mal das Dreifache des günstigsten Anbieters verlangen.

Ohnehin ist die Versicherung gegen Berufsunfähigkeit relativ teuer. Sie greift allerdings auch schon, wenn nur der Versicherte nicht mehr im erlernten oder ausgeübten Beruf arbeiten kann. Verzichtet der Versicherer auf den sogenannten abstrakten Verweis, muss der Versicherte auch keinen anderen Beruf annehmen.

BU-Versicherungen haben daher oft umfangreiche Vertragsbedingungen und viel Kleingedrucktes, die es unbedingt zu beachten gilt - bis ins Detail. Daher können Verbraucher schon beim Vertragsabschluss eine Menge falsch machen. Wer zum Beispiel bei den Antworten zu den umfangreichen Gesundheitsfragen Vorerkrankungen oder Behandlungen verschweigt oder schönt, riskiert bei Eintritt der Berufsunfähigkeit, dass die Versicherung sogar die Leistung verweigert. Beim Vertragsabschluss kommt es also auch wesentlich darauf an, die Police zu finden, die am besten auf den eigenen Bedarf passt und auch noch nach Vertragsabschluss flexibel anpassbar ist, wenn sich zum Beispiel die Einkommenssituation oder der Beruf ändern.

Vorsorge



Entscheidend für die Höhe des Versicherungsbetrags sind dabei generell der ausgeübte Beruf, das Alter und der Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers. Je älter der Versicherte beim Abschluss ist, umso geringer sind seine Einzahlungen bis zur Rente und umso höher ist zugleich sein Risiko einer Erkrankung. Beides treibt die Beträge in die Höhe. Deshalb raten Verbraucherschützer Arbeitnehmern dazu, eine BU-Police grundsätzlich schon in jungen Jahren bei noch tadelloser Gesundheit abschließen. Das hält die monatlichen Beträge niedrig. Wer eine Police statt mit 30 Jahren erst mit 40 Jahren abschließt, zahlt schnell eine um 30 Prozent höhere Prämie.

Die laut Verbraucherschützern durchaus realistischen Preiserhöhungen der BU-Versicherungen sollten daher kein Grund für einen übereilten Abschluss noch in diesem Jahr sein. Wer Leistungen, Leistungsausschlüsse und Beitragshöhen gewissenhaft vergleicht, ist im Leistungsfall besser dran als mit einer billigen Versicherung mit ungünstigen Vertragsbedingungen. Eine Beratung durch einen möglichst unabhängigen Experten sollte sich angesichts des vielfältigen Angebots und der komplexen Materie in jedem Fall auszahlen.

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