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Versicherungsvergleich Die beste Fondsrente

Private Vorsorge ist zwingend nötig, um im Alter den Lebensstandard halten zu können. Ein Baustein der privaten Altersvorsorge kann eine fondsgebundene Rentenversicherung sein. Quelle: imago images

Fondsgebundene Rentenversicherungen können ein Baustein der privaten Altersvorsorge sein. Das Analysehaus Morgen & Morgen hat exklusiv für die WirtschaftsWoche die besten Policen gekürt.

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Sehenden Auges in die Altersarmut? Private Vorsorge ist zwingend nötig, um im Alter den eigenen Lebensstandard halten zu können. Diese Einsicht ist mittlerweile sehr weit verbreitet. Doch noch immer sorgen mehr als die Hälfte der Deutschen nicht für das Alter vor. Nur fast jeder zweite Mann (47 Prozent) bildet Rücklagen für später, bei den Frauen sind es nur vier von zehn. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Plattform „Weltsparen“.

Ein Baustein der privaten Altersvorsorge kann eine fondsgebundene Rentenversicherung – auch Fondsrente genannt – sein. Sie ist eine Alternative zu klassischen Policen und kombiniert einen Fonds-Sparplan mit einer lebenslangen Rentenzahlung. „In der aktuellen Niedrigzinsphase, deren Ende kaum absehbar ist, erwirtschaften klassische Lebensversicherungen kaum nennenswerte Renditen“, sagt Benjamin Kitschun, Versicherungsexperte beim Analysehaus Morgen & Morgen (M&M). „Für höhere Renditechancen ist eine Anlage in risikoreichere Anlageklassen notwendig – je nach Risikoneigung sind fondsgebundene Renten mit mehr oder weniger hoher Beitragsgarantie bis hin zu Tarifen ohne Garantie eine gute Wahl.“

Experten können den Policen einiges abgewinnen. „Fondsrenten eignen sich für langfristige Sparprozesse zur Altersvorsorge, wenn der Sparer zumindest in der Rentenphase eine gewisse Sicherheit wie gleichbleibende oder steigende Rentenzahlungen wünscht und vor allem eine lebenslange Rente sucht“, sagt Klaus Morgenstern vom Institut für Altersvorsorge. Zugleich müssen diese Sparer aber bereit sein, das Kapitalmarktrisiko in der Ansparphase zu übernehmen, sprich auch mit zwischenzeitlichen Schwankungen ihrer Anlagesumme leben können. „Die Schwankungen selbst sind für die langfristigen Sparprozesse in der Altersvorsorge kein Problem“, ergänzt der Experte. „Daher eignet sich die Fondsrente vor allem für jüngere Menschen, die viel Zeit zum Sparen haben und auch die ein oder andere Schwächephase an den Kapitalmärkten aussitzen können.“ Als groben Richtwert nennt er eine Mindestansparzeit von 20 Jahren.

Doch welche Policen sind gut, welche weniger? Morgen & Morgen hat exklusiv für die WirtschaftsWoche die besten Fondsrenten mit Garantie gekürt. Betrachtet wurden zwei Musterfälle: Ein 50-Jähriger schließt einen Vertrag mit einem monatlichen Beitrag von 750 Euro für eine Laufzeit von zwölf Jahren ab. Und ein 37-Jähriger sorgt mit einem monatlichen Beitrag von 250 Euro über 30 Jahre lang vor. Ausgezeichnet wurden die Verträge mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Jeweils vier Policen erhielten die Note „sehr gut“. Im Fall des 50-Jährigen waren es die fondsgebundenen Rentenversicherungen von Continentale, Hanse Merkur, Alte Leipziger und WWK. Im Fall des 37-Jährigen schnitten Continentale, Nürnberger, LV 1871 und Hanse Merkur sehr gut ab.

Doch welche lebenslange Rente kann der Versicherte am Ende der Ansparphase erwarten? Diese Rente errechnet sich aus dem angesparten Kapital. Wie hoch das ausfällt und wie üppig damit letztendlich die monatliche Rente ist, hängt von der Entwicklung der Kapitalmärkte ab. Und die lässt sich nur bedingt prognostizieren. M&M-Experte Kitschun hat deshalb zwei Szenarien durchgespielt – mit einer schlechten und einer mittleren Kapitalmarktentwicklung. Die Rente im Ranking wird auf das mittlere Kapital errechnet. Sie kann also schlechter, aber natürlich auch besser ausfallen.



Der 50-Jährige kann bei den Top-Tarifen mit einer monatlichen Zahlung zwischen 328 Euro bei der WWK und 364 Euro bei der Alte Leipziger rechnen, der 37-Jährige mit einer Rente zwischen 529 Euro bei der Hanse Merkur und 568 Euro bei der Continentale. Garantiert wären im Fall des 50-Jährigen Renten zwischen 273 und 307 Euro und im Fall des 37-Jährigen zwischen 218 und 272 Euro. „Garantien und Renditechancen beeinflussen sich wechselseitig: je höher die Garantie, desto geringer die Chance auf eine hohe Rendite, weil ein großer Teil des Beitrags zum Zwecke der Garantiesicherung risikoarm angelegt werden muss“, so Kitschun. Hier gelte es – auch mit Blick auf die Vertragslaufzeit – individuell abzuwägen, welches Garantieniveau gewählt werde. Im Ranking sind es mindestens 80 Prozent. „Je kürzer die Vertragslaufzeit desto wichtiger werden Sicherungsmechanismen wie Garantien oder sichere Investmentanlagen“, ergänzt Kitschun. „Grundsätzlich ist gegen Ende der Vertragslaufzeit ein Ablaufmanagement, also ein Umschichten den Kapitals in weniger risikoreiche Anlageklassen sinnvoll.“ Wie immer bei Altersvorsorge-Versicherungen gilt: Je länger der Versicherte lebt, desto mehr lohnt sich eine Fondsrente.

Die Policen haben einige Vorteile aber auch Nachteile. „Der Vorteil einer fondsgebundenen Rentenversicherung ist eine höhere Rendite im Vergleich zu klassischen privaten Rentenversicherungen“, sagt Thomas Saar, Spezialist für Versicherungen beim Finanzdienstleister Dr. Klein. Außerdem lasse sich das Risiko festlegen, weil Sparer die Fonds selber wählen – die meisten Anbieter ermöglichen auch kostenfreie Wechsel während der Laufzeit. „Weitere Pluspunkte sind steuerliche Vorteile und je nach individueller Situation kommen auch staatliche Förderungen in Frage, die sich sehr gut rechnen können: Denn neben der Renditeaussicht einer Fondspolice wirkt die Förderung noch als Renditeturbo“, so Saar. Nachteilig könnten sich die Kosten auswirken.



Auch Verbraucherschützern wie Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg kritisieren die Kosten. „Da Kosten immer zu Lasten der Rendite gehen, sind gängige Fondsrenten nicht die erste Wahl zur Altersvorsorge“, sagt er. „Sie versprechen zwar eine lebenslange Rente, allerdings kalkulieren die Versicherer mit so niedrigen Rentenfaktoren, dass der Abschluss gut überlegt sein will.“ Eventuelle Steuervorteile des Versicherungsmantels seien erstens immer ungewiss und zweitens erkaufe man sich diese gegen höhere Gebühren. „In Fonds können Anleger auch ohne teuren Versicherungsmantel investieren“, so Nauhauser.

Doch dieser Versicherungsmantel hat auch einen entscheidenden Vorteil. „Im Gegensatz zu einem Entnahmeplan auf der Basis eines Fondsdepots ohne Versicherungsmantel laufen die Rentenzahlungen bis ans Lebensende“, sagt DIA-Experte Morgenstern. Bei einem Fonds-Entnahmeplan kann unter Umständen das Geld verbraucht, aber noch „Leben übrig sein“.



Für eine Fondsrente spreche zudem die steuerliche Begünstigung der Rentenzahlung. „Die spätere Rente wird nur mit dem niedrigen sogenannten Ertragsanteil besteuert“, ergänzt er. „Das setzt aber voraus, dass der Sparer den Vertrag auch durchhält und ihn sich im Alter als Rente auszahlen lässt.“ Einig sind sich die Experten darin, dass Verbraucher, die sich für eine solche Police interessieren, sich auf jeden Fall beraten lassen sollten.

Mehr zum Thema: Es gibt 16,5 Millionen Riester-Verträge in Deutschland. Viele Sparer fragen sich derzeit, ob sie ihren Vertrag kündigen sollten. Für wen sich das lohnt – und wem trotz garantiertem Beitragserhalt ein Minusgeschäft droht. Wichtige Fragen einiger WiWo-Leser – und die Antworten der WiWo-Redakteure: Wann die Riesterrente ein Minusgeschäft ist

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