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Versicherungsvergleich Die besten Krankentagegeld-Tarife

Die besten Krankentagegeld-Policen für gesetzlich Krankenversicherte. Quelle: imago images

Erkrankte, die über viele Wochen nicht arbeiten können, müssen oft Gehaltseinbußen verkraften. Eine Krankentagegeld-Versicherung schließt die Einkommenslücke. Die besten Policen für gesetzlich Krankenversicherte.

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Oft ist es nur eine kleine, aber leider falsche Bewegung und schon schießt der Schmerz durch den Rücken – die Bandscheibe. Meistens ist so ein Bandscheibenvorfall nach ein paar Wochen ausgestanden. Aber was, wenn er einfach nicht heilen will? Wenn sogar eine Operation nötig wird, gefolgt von einer Reha-Behandlung, Therapie, Genesung – das kann schon mal ein paar Wochen dauern. Oft kommen dann noch finanzielle Sorgen hinzu. Denn mit dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit endet die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber. Dann drohen Gehaltseinbußen, die empfindlich ausfallen können.

Denn Lohn und Gehalt werden im Krankheitsfall in der Regel nur bis zu sechs Wochen vom Arbeitgeber weitergezahlt. Danach übernimmt die gesetzliche Krankenkasse und zahlt 70 Prozent des Bruttoeinkommens; aber nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Diese liegt 2021 bei 58.050 Euro im Jahr beziehungsweise 4.837,50 Euro monatlich. Vor allem wer mehr verdient, hat deutliche finanzielle Einbußen. „Je höher das Gehalt, desto größer ist die Differenz zum Arbeitseinkommen“, warnt der Bund der Versicherten. Viele unterschätzen diese Einbußen allerdings. „Die Lücke kann sich schnell auf mehrere 100 Euro im Monat belaufen, dies ist natürlich besonders bei Verpflichtungen wie Miete oder der Rate für das Einfamilienhaus fatal“, sagt Thorsten Bohrmann, Senior Versicherungsanalyst des Analysehauses Morgen & Morgen (M&M). „Das Krankentagegeld ist eine oft unterschätzte Versicherung, kann aber im Falle einer Krankschreibung über sechs Wochen hinaus eine Einkommenslücke schließen.“

Bei Privatversicherten ist diese Police Standard – aber nur die wenigsten gesetzlich Krankenversicherten haben sie. Für sie „kann eine zusätzliche private Krankentagegeldversicherung wichtig oder zumindest sinnvoll sein“, so der Bund der Versicherten. Morgen & Morgen hat gemeinsam mit der WirtschaftsWoche die besten Tarife für zwei Musterfälle gekürt: für eine 25-jährige Berufsanfängerin und einen 45-jährigen Arbeitnehmer. Das Ranking umfasst ausschließlich Tarife, die M&M mit vier oder fünf Sternen bewertet. Um dieses Rating zu erreichen, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, beispielsweise muss das versicherte Krankentagegeld bei Maßnahmen zur Wiedereingliederung geleistet werden und der Versicherer auf sein ordentliches Kündigungsrecht verzichten. Die Tarife mit der Note „Sehr gut“ bilden die beste Symbiose zwischen Preis und Leistung.

Die Berufsanfängerin verdient 40.000 Euro und wählt ein Krankentagegeld von 15 Euro. Der Angestellte verdient 60.000 Euro und versichert 25 Euro Krankentagegeld. Beide können jeweils zwischen sechs Tarifen wählen, die mit der Note „Sehr gut“ ausgezeichnet wurden. Die Deutsche Familienversicherung schneidet in beiden Fällen am besten ab. Die 25-Jährige würde bei der Bestplatzierten einen monatlichen Beitrag von 5,49 Euro zahlen. Die günstigste Police unter den Top-Platzierten bietet die Hallesche. Hier würde sie gerade mal 4,17 Euro Beitrag pro Monat zahlen. Im Fall des 45-jährigen Angestellten liegen die monatlichen Beiträge zwischen 12,65 Euro bei der Hallesche und 18,83 Euro bei der Signal Iduna. Bei der erstplatzierten Deutschen Familienversicherung würde er 16,74 Euro zahlen.



Tarif-Anpassungen ohne erneute Gesundheitsprüfung

Mit 15 beziehungsweise 25 Euro sind es vermeintlich geringe Summen, die hier versichert werden. Doch mit der Dauer der Krankheit und der Höhe des Gehalts, summieren sich die Einbußen. Natürlich steigen Gehälter mit den Jahren, dann sollte auch der Versicherungsschutz mitziehen können. „Es sollte auf jeden Fall möglich sein, ohne erneute Gesundheitsprüfung die Versicherung an sich verändernde Einkommensverhältnisse anpassen zu können“, sagt Jochen Sunken, Abteilungsleiter Gesundheit und Patientenschutz bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Unabhängig vom Nettoeinkommen des Kunden legen viele Anbieter übrigens zusätzlich einen Höchstsatz fest, den sie pro Tag versichern. Auf diese Summe sollten Verbraucher schauen, bevor sie eine Police abschließen. „Hier sollte man auch darauf achten, dass die maximalen Tagessätze nicht zu niedrig sind, so dass sie eventuell eine Erhöhung nachteilig begrenzen“, so Sunken.

Wie immer gibt es viel Kleingedrucktes, auf das Verbraucher achten sollten. „Von den vielen Fallstricken sei zunächst genannt, dass es keine Wartezeit geben sollte – schließlich will man sich ja sofort versichern, und nicht erst nach Ende einer Wartezeit“, sagt Sunken. Die Versicherung sollte außerdem auf ihr ordentliches Kündigungsrecht verzichten; eine Voraussetzung für das Top-Rating bei M&M. Grundsätzlich dürfen Krankentagegeld-Versicherer nämlich den Vertrag in den ersten drei Jahren ohne Angabe von Gründen kündigen. „Auch sollte es keine erneute Karenzzeit geben, wenn man wegen derselben Krankheit erneut erkrankt“, betont der Verbraucherschützer.



Björn Jöhnke rät Verbrauchern, sich von einem fachkundigen Versicherungsvermittler beraten zu lassen. Die Arbeitskraftabsicherung sollte immer gesamtkonzeptionell dem persönlichen Bedarf angepasst werden. „Denn bedauerlicherweise gibt es dabei zu viel rechtliche Fallstricke, die Verbraucher meist nicht kennen“, sagt der Fachanwalt für Versicherungsrecht bei der Hamburger Kanzlei Jöhnke & Reichow. Verbraucher sollten darauf achten, dass eine entsprechende Tagessatzhöhe versichert wird, die es dem ihm ermöglicht – zumindest kurzfristig – seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. „Eine Krankentagegeldversicherung leistet im Übrigen nicht bei längerfristigen oder gar dauerhaften gesundheitlichen Einschränkungen“, warnt der. „Denn dafür wäre wiederum eine Berufsunfähigkeitsversicherung notwendig.“ Auch aus diesem Grunde mache nur eine gesamtheitliche Beratung des Verbrauchers Sinn.

Mehr zum Thema: Auswahl aus mehr als 100 Tarifen: Die besten Zusatzpolicen für gesetzlich Krankenversicherte

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