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Versicherungsvergleich Die besten privaten Haftpflichtversicherungen

Versicherungsvergleich: Die beste privaten Haftpflichtversicherungen für Alleinerziehende und Familien. Quelle: imago images

Die private Haftpflichtversicherung gilt als unverzichtbar, dennoch haben viele keine Police. Dabei können Schäden schnell die wirtschaftliche Existenz bedrohen. Die besten Policen für Alleinerziehende und Familien.

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Oft ist es nur eine kleine Unachtsamkeit. Ein Fußgänger spielt auf seinem Handy herum und bringt eine Fahrradfahrerin zu Fall. Ein kleines Kind schaut beim Rollerfahren nicht nach vorne und fährt eine ältere Dame um. Manchmal sind nur Schürfwunden und blaue Flecken die Folge, manchmal passiert aber auch viel Schlimmeres. Und das kann für den Verursacher richtig teuer werden. Gut, wenn man dann eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat, die in diesen Fällen einspringt.

Denn wer anderen durch Unvorsichtigkeit oder Leichtsinn einen Schaden zufügt, muss dafür in voller Höhe aufkommen. Viele Schäden sind relativ überschaubar, beispielsweise wenn beim Fußballspielen die Fensterscheibe der Nachbarn zu Bruch geht. Wenn aber Menschen zu Schaden kommen, kann es schnell um die eigene finanzielle Existenz gehen. Verursachen wir nämlich durch Unachtsamkeit einen Unfall mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen, können Schmerzensgeld, Rehabilitation oder im Falle einer Berufsunfähigkeit auch die Rentenzahlung in die Millionen gehen. Deshalb betont der Bund der Versicherten (BdV): „Die Privathaftpflichtversicherung bietet einen unverzichtbaren Versicherungsschutz, den ausnahmslos alle haben sollten.“ Denn die gesetzliche Haftpflicht sieht eine prinzipiell unbegrenzte Haftung vor. „Sie haften mit Ihrem gesamten Vermögen für den angerichteten Schaden“, so die Experten des BdV. „Eine kleine Unachtsamkeit kann Sie in Ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährden.“

Trotzdem verzichten viele Menschen auf diese wichtige Police. Nur 78 Prozent der Befragten einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Check24 verfügen über eine private Haftpflichtversicherung. 17 Prozent der Teilnehmer haben keinen solchen Vertrag, der Rest wollte keine Angaben machen oder wusste es schlicht nicht. Wilfried Schwarzer, Versicherungsexperte beim Analysehaus Morgen & Morgen (M&M), findet es „erschreckend“, dass noch immer rund jeder fünfte Haushalt auf diesen Schutz verzichtet.

Dabei sind die Prämien für eine private Haftpflicht überschaubar. Auch Kerstin Becker-Eiselen, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Hamburg, ist überzeugt: „Jeder sollte haftpflichtversichert sein“, sagt sie. „Niemand ist perfekt, jeder kann mal unvorsichtig sein und Fehler machen.“ Ohne eine private Haftpflichtversicherung könne ein solcher Fehler den Verursacher in den Ruin treiben.

Top-Policen müssen nicht teuer sein

Die Privathaftpflicht kommt für Schäden auf, die im privaten Umfeld der Versicherten entstehen. Das betrifft vor allem Bereiche wie Freizeit, Sport, Nachbarschaft oder Familie. Neben Sach- und Vermögensschäden kommt die Haftpflichtversicherung auch für Kosten auf, wenn Personen verletzt werden. Kommt es zu Schadenersatzansprüchen, prüft und zahlt der Versicherer nicht nur den Schaden, sondern schützt auch vor unberechtigten Forderungen. Bei einem Rechtsstreit, führt der Versicherer den Prozess und trägt dafür die Kosten. Nicht versichert sind Schäden, die vorsätzlich herbeigeführt wurden, in Kombination mit einer Straftat, bei riskanten Sportarten oder während der beruflichen Tätigkeit.

Ein exklusives Ranking von Morgen & Morgen und der WirtschaftsWoche kürt die besten Haftpflichtversicherungen für zwei Musterfälle: eine Alleinerziehende und eine Familie (siehe Tabellen unten). Betrachtet wurden Policen mit allerbestem Schutz und einen Fünf-Sterne-Rating von M&M. Ausgezeichnet wurden dann die Produkte mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Top-Policen müssen dabei überhaupt nicht teuer sein, wie das Ranking zeigt. Im Gegenteil.

Das Ehepaar in den 40ern hat zwei Kinder im Alter von zwölf und 19. Im Haus wohnt auch die an Altersdemenz erkrankte Mutter der Ehefrau. Die Familie ist im rheinischen Karneval engagiert. Ihr Wohnhaus hat die Familie vor einigen Jahren energetisch saniert und mit einer Photovoltaikanlage versehen. Außerdem besitzt sie eine Ferienwohnung in Andalusien, wo sie regelmäßig ein Auto mietet. Nicht jeder Familienangehörige braucht eine eigenen Police, sondern es wird ein Familien-Tarif gewählt. „Im Versicherungsschutz eingeschlossen werden sollte auf jeden Fall die im Haus lebenden Angehörigen sowie die entsprechende Haftung aus Schäden durch deliktunfähige Personen, da man die weitere Entwicklung der Mutter noch nicht abschätzen kann, und die ehrenamtliche Tätigkeit im Karnevalsverein“, so Schwarzer. Des Weiteren sind im Versicherungsschutz integriert die Forderungsausfalldeckung inklusive aktivem Rechtsschutz, Gefälligkeitsschäden, der Verlust privater und beruflicher Schlüssel, Schäden aus dem Besitz der Photovoltaikanlage, Auslandsaufenthalte innerhalb Europas unbegrenzt sowie weltweite Auslandsaufenthalte sowie der Gebrauch fremder Kraftfahrzeuge im Ausland.



Die Familie hat die Wahl zwischen sieben Tarifen, die mit der Note „Sehr gut“ ausgezeichnet wurden. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für einen entsprechenden Familien-Tarif bietet die Alte Leipziger, hier würde die Familie eine Prämie von 80,68 pro Jahr zahlen. Platz zwei belegt die GEV mit 87,38 Euro, gefolgt von der prokundo mit 91,63 Euro. „Sehr gute“ Police bieten darüber hinaus HDI, Janitos, Die Haftpflichtkasse und InterRisk.

Alte Policen sind meist schlechter

Verbraucherschützerin Becker-Eiselen rät, eine Versicherungssumme von mindestens fünf Millionen Euro zu wählen „Mehr kann es immer sein“, sagt sie. „Gerade wer noch eine alte Police in der Schublade hat, solle dies kontrollieren.“ Im Vergleich sind es sogar mindestens 25 Millionen Euro Versicherungssumme. Wichtig ist auch die Forderungsausfalldeckung. Dann kommt die Versicherung auch für Schäden auf, die den Versicherungsnehmern von Dritten zugefügt werden, falls diese nicht selbst für den Schaden aufkommen können. Gute Policen leisten auch, wenn geliehene, gemietete oder geleaste Dinge beschädigt werden oder verloren gehen.



Die Alleinerziehende lebt mit ihrem 15-jährigen Kind nach der Trennung von ihrem Mann in Stuttgart. Sie macht gerade ein internes Betriebspraktikum. Ihr Kind besucht ein Berufskolleg. Ihr geht es vor allem um eine möglichst preiswerte, aber doch umfassende Versicherungslösung. Auch sie hat die Wahl zwischen sieben Tarifen, die im Ranking mit der Note „Sehr gut“ ausgezeichnet wurden. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet die Neodigital. Hier würde die 45-Jährige 91,49 Euro pro Jahr zahlen. Auf Platz zwei folgt prokundo mit 91,63 Euro. Die drittplatzierte Alte Leipziger ist mit einer Jahresprämie von 79,25 Euro die günstigste der Top-Policen. Außerdem ein „Sehr gut“ bekommen Basler, InterRisk, Signal Iduna und Concordia. „Einige Versicherer bieten keine separaten Tarife für Singles mit Kind an“, sagt Schwarzer, „In diesem Falle wurden Familien-Deckungen in den Vergleich mit eingebunden.“

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Policen mit Selbstbeteiligung wurden im Vergleich ausgeklammert. Schwarzer betont aber, dass eine entsprechende Vereinbarung die Prämien noch deutlich reduzieren kann. Die Leistungen der Policen sind in den vergangenen Jahren übrigens immer besser geworden. „Grundsätzlich gilt bei Haftpflichtversicherungen, alte Verträge zu überprüfen“, rät deshalb auch Verbraucherschützerin Becker-Eiselen. „Alle fünf Jahre sollte man die Verträge auf den Prüfstand stellen. Alt ist hier meistens nicht besser!“

Mehr zum Thema: Etwa neun Millionen Unfälle passieren in Deutschland pro Jahr. Eine private Unfallversicherung mildert zumindest die finanziellen Folgen. Ein exklusives Ranking kürt die Tarife mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

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