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Versicherungsvergleich Die besten Unfallpolicen

Mit einer privaten Unfallversicherung können Verbraucher sich gegen die finanziellen Folgen eines Unfalls in der Freizeit absichern. Quelle: imago images

Mit einer privaten Unfallversicherung können sich Verbraucher gegen die finanziellen Folgen eines Unfalls in der Freizeit absichern. Die WirtschaftsWoche kürt gemeinsam mit dem Analysehaus Morgen & Morgen die besten Tarife.

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Ein Sturz mit dem Fahrrad, ein Ausrutscher auf einer vereisten Treppe oder ein Stolperer über einen lockeren Pflasterstein - manchmal geht es ganz schnell. Die Verletzungen sind mitunter schlimm, bis hin zu lebenslangen Beeinträchtigungen. In Deutschland haben pro Jahr rund acht Millionen Menschen einen Unfall. Die meisten davon passieren in der Freizeit, entweder zu Hause oder beim Sport.

Zu den gesundheitlichen Folgen nach einem schweren Unfall kommen oft noch die finanziellen Belastungen hinzu. Gegen diese soll eine private Unfallversicherung schützen. „Die Mehrheit der Deutschen ist in der Freizeit unzureichend versichert“, so der Versicherungsverband GDV. Nur gut 40 Prozent der Haushalte haben eine Unfallversicherung abgeschlossen. Besonders Alleinlebende würde auf diesen Schutz verzichten, so der GDV. In Haushalten mit Kindern sei die Versicherungsdichte dagegen wesentlich höher.

„Grundsätzlich mildert eine private Unfallversicherung die finanziellen Folgen eines Unfalles“, sagt Thomas Luckert, Versicherungsexperte beim Analysehaus Morgen & Morgen (M & M). Die Versicherung zahlt aber nur, wenn nach einem Unfall dauerhafte Beeinträchtigungen bleiben. Als dauerhaft gilt ein Gesundheitsschaden, wenn er voraussichtlich länger als drei Jahre bestehen wird und keine Besserung zu erwarten ist. Dann zahlt die Versicherung eine Invaliditätsleistung - entweder als Einmalzahlung und falls vereinbart eine Rente. „Anders als oft angenommen bleiben je nach Invaliditätsgrad und Art der damit verbundenen Beeinträchtigung hohe Kosten zurück, die weder von der Krankenversicherung, der Berufsgenossenschaft noch von der Pflegeversicherung getragen werden“, ergänzt der Experte. Das sind beispielsweise die Kosten, um die Wohnung oder das Haus behindertengerecht und barrierefrei umzubauen. Treppenlift- oder Fahrstuhlanbau sind kostspielig. Mitunter ist sogar ein Umzug nötig. Oder das Auto muss umgebaut werden. „Diese Kosten gehen schnell in den fünfstelligen Bereich und stellen vielleicht sogar eine existenzielle Belastung dar“, so Luckert. „Da dies jeden treffen kann, ist eine Unfallversicherung meines Erachtens auf jeden Fall eine sinnvolle Ergänzung des Absicherungsportfolios.“

Die besten privaten Unfallpolicen für zwei Musterfälle

Doch wie finden Verbraucher die beste Versicherung und worauf müssen sie achten? Das Analysehaus Morgen & Morgen und die WirtschaftsWoche küren die besten Policen für zwei Musterfälle: eine 22-jährige Studentin und einen 45-jährigen Manager. Berücksichtigt werden ausschließlich Tarife, die M&M mit fünf Sternen bewertet. Das Sterne-Rating misst die Qualität eines Tarifs, also Leistungen, Kundenfreundlichkeit und Eindeutigkeit der vertraglichen Aussagen. Gekürt werden dann die Policen mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die Studentin wählt eine Police mit reiner Invaliditätsleistung. Da sie mit 22 Jahren noch günstig eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen könnte, entscheidet sie sich gegen die Absicherung einer Unfallrente. Die Invaliditätssumme liegt bei 100.000 Euro, die Progression bei mindestens 225 Prozent. Experten empfehlen, grundsätzlich Tarife mit einer Progression wählen. Diese sorgt dafür, dass Versicherte bei schweren Behinderungen ein Vielfaches der Versicherungssumme bekommen. Das ist sinnvoll, da in solchen Fällen der Kapitalbedarf oft extrem ansteigt. Im Falle einer Vollinvalidität würden die Studentin demnach das 2,25-fache der versicherten Grundsumme bekommen, also 225.000 Euro. Die 22-Jährige hat die Wahl zwischen sechs Tarifen, die mit Note „Sehr gut“ ausgezeichnet wurden. Die günstigste Police bietet für eine Jahresprämie von 76,68 Euro die InterRisk an, für die teuerste Police müsste sie bei Janitos 134,40 Uhr bezahlen. Die Top-Platzierung Basler würde sie 96,39 Euro im Jahr kosten.

Der Manager entscheidet sich für eine Invaliditätsgrundsumme von 150.000 Euro und  eine Progression von mindestens 500 Prozent. Da er aufgrund kleinerer Gebrechen und seines Alters von 45 Jahren keine günstige Berufsunfähigkeitsversicherung mehr abschließen kann, wählt er zudem eine lebenslange Unfallrente von 1.500 Euro. Fünf Versicherer bieten Tarife an, die M & M und die WirtschaftsWoche mit einem „Sehr gut“ ausgezeichnet haben. Die günstigste Police bietet auch ihm für 204,42 Euro die InterRisk an. Der teuersten Top-Tarif liegt bei 292,02 Euro und kommt von den NH-Versicherungen. Die Basler führt wieder das Ranking an, mit einer Jahresprämie von 289,77 Euro.

Versicherungsvergleich
Die besten Unfallpolicen
Musterfall 1: Unfallversicherung Studentin
Unfallversicherung für eine Studentin, Alter der Versicherungsnehmerin: 22 Jahre, Postleitzahl: 55116, weiblich, Studentin, Invaliditätsgrundsumme 100.000 Euro. Nur Tarife mit mindesten 225 Prozent Progression oder der darauf folgenden mindestens angebotenen Progression. Nur Tarife mit einem M&M-Rating von fünf Sternen. Bei den Werten in der Spalte „Prämie brutto“ handelt es sich um die Jahresprämie inklusive der zur Zeit gültigen Versicherungssteuer von 19 Prozent bei jährlicher Zahlweise und einer einjährigen Laufzeit. Nur reine Versicherer, keine Poolanbieter oder Konzeptanbieter. Berücksichtigt wird je Anbieter der günstigste Fünf-Sterne-Tarif.
Anbieter/
Tarif-
bezeichnung
Jahres-
prämie
brutto
(in Euro)
max.
Invaliditäts-
summe
(in Euro)
Pro-
gression
Note
(Gesamt-
punkte)
Basler/
Gold
96,39225.000225 %sehr gut
(12)
HanseMerkur/
Flex Top
103,96225.000225 %sehr gut
(12)
LBN/
UNFALL-BESSER+
95,20225.000225 %sehr gut
(12)
Janitos/
Best Selection Trend
134,40225.000225 %sehr gut
(11)
NV-Versicherungen/
UnfallPremium 4.0
99,96225.000225 %sehr gut
(9)
InterRisk/
Unfall „XL“ + Standard-Taxe
76,68225.000225 %sehr gut
(9)
Die Haftpflichtkasse/
Einfach Besser
113,05225.000225 %gut
(8)
Interlloyd/
Unfall Premium
120,19225.000225 %gut
(8)
Zurich/
PrivatSchutz Top
111,81225.000225 %gut
(8)
die Bayerische/
OPTIMAL Prestige
199,37225.000225 %gut
(7)
INTER/
Premium
220,15350.000350 %gut
(7)
rhion.digital/
Plus
153,51350.000350 %gut
(7)
Barmenia/
Top-Schutz
153,16350.000350 %gut
(7)
Helvetia/
Komfort
139,83225.000225 %gut
(7)
Waldenburger/
Premium
91,63225.000225 %gut
(6)
Häger/
Top
90,44225.000225 %gut
(6)
Volkswohl Bund/
Unfall Easy KomfortPlus-Schutz + L-Taxe
119,00225.000225 %befriedigend
(5)
Stuttgarter/
Premium
107,21350.000350 %befriedigend
(5)
Würzburger/
best4you Exklusiv
122,57225.000225 %befriedigend
(5)
ARAG/
Premium
251,09225.000225 %befriedigend
(4)
SHB/
SHB-Komfort-Schutz
164,22225.000225 %befriedigend
(4)
Die Tabelle ist sortiert nach der Spalte „Note“. Noten: sehr gut (9-12 Punkte), gut (6-8 Punkte), befriedigend (4-5 Punkte).
Die in der Tabelle aufgeführten Anbieter bieten mitunter weitere Tarife und Progressionsvarianten an. In der Tabelle wird daher jeweils nur das günstigste Angebot des einzelnen Anbieters mit mindestens 225 Prozent Progression (oder der niedrigsten angebotenen Progression ab 225 Prozent) berücksichtigt. Invaliditätsgrundsumme aller Anbieter/Tarife: 100.000 Euro.
Stand: 08.11.2019
Quelle: Morgen & Morgen GmbH

Günstig, aber nicht unumstritten

Grundsätzlich ist die Unfallversicherung eine relativ günstige Versicherung.  Verbraucherschützer und Versicherungsexperten stehen ihr allerdings oft kritisch gegenüber. Sie sei selten sinnvoll, weil sie eben nur im Falle eines Unfalls zahle. „In mehr als 90 Prozent aller Fälle werden Menschen durch eine Krankheit berufsunfähig, nicht nach einem Unfall“, so die Experten der Verbraucherzentrale Bundesverband. „Und bei Folgen einer Krankheit hilft die Unfallversicherung nicht.“

Deshalb empfehlen Verbraucherschützer häufig, erst über eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) nachzudenken, denn diese zahlt bei Krankheit und Unfall. Allerdings sagen sie auch: „Die Unfallversicherung kann ein wichtiger Versicherungsschutz für Personen mit hohem Unfallrisiko sein – dann kostet sie aber oft auch mehr.“

Luckert ist überzeugt, dass eine solche Police grundsätzlich für jeden sinnvoll ist, denn die meisten Unfälle würden in der Freizeit und im Haushalt passieren. „Aber auch im Beruf, in dem man im Falle eines Unfalles durch die Berufsgenossenschaft unfallversichert ist, ist die private Unfallversicherung sinnvoll, denn sie leistet zusätzlich ohne Anrechnung auf andere Leistungen und deckt auch hier gegebenenfalls Kosten, die die Genossenschaft oder die Krankenkassen nicht tragen“, sagt der Experte.

Versicherungsvergleich
Die besten Unfallpolicen
Musterfall 2: Unfallversicherung Manager
Unfallversicherung für einen Manager, Alter des Versicherungsnehmers: 45 Jahre, verheiratet, zwei Kinder, Postleitzahl: 55116, männlich, angestellter Manager, Invaliditätsgrundsumme 100.000 Euro, lebenslange Unfallrente 1.500 Euro. Nur Tarife mit mindestens 500 Prozent Progression oder der darauf folgenden mindestens angebotenen Progression. Nur Tarife mit M&M-Rating von fünf Sternen. Bei den Werten in der Spalte „Prämie brutto“ handelt es sich um die Jahresprämie inklusive der zur Zeit gültigen Versicherungssteuer von 19 Prozent bei jährlicher Zahlweise und einer einjährigen Laufzeit. Nur reine Versicherer, keine Poolanbieter oder Konzeptanbieter. Berücksichtigt wird je Anbieter der günstigste Fünf-Sterne-Tarif.
Anbieter/
Tarif-
bezeichnung
Jahresprämie
brutto
(in Euro)
max.
Invaliditäts-
summe
(in Euro)
Pro-
gression
Unfallrente
lebenslang
(ab 50% Invalidität, in Euro)
Note
(Gesamt-
punkte)
Basler/
Gold
289,77500.000500%1.500,00sehr gut
(12)
HanseMerkur/
Flex Top
273,93500.000500%1.500,00sehr gut
(12)
Die Haftpflichtkasse/
Einfach Besser
270,01500.000500%1.500,00sehr gut
(9)
NV-Versicherungen/
UnfallPremium 4.0
297,02500.000500%1.500,00sehr gut
(9)
InterRisk/
Unfall „XL“ + Standard-Taxe
204,42500.000500%1.500,00sehr gut
(9)
Interlloyd/
Unfall Premium Plus
354,92500.000500%1.500,00gut
(8)
Barmenia/
Top-Schutz
325,22500.000500%1.500,00gut
(8)
Zurich/
PrivatSchutz Top
322,59500.000500%1.500,00gut
(8)
die Bayerische/
OPTIMAL Prestige
377,58500.000500%1.500,00gut
(7)
INTER/
Premium
490,88500.000500%1.500,00gut
(7)
Helvetia/
Komfort
444,76500.000500%1.500,00gut
(7)
Waldenburger/
Premium
247,04500.000500%1.500,00gut
(6)
Volkswohl Bund/
Unfall Easy KomfortPlus-Schutz + L-Taxe
297,98500.000500%1.500,00befriedigend
(5)
Stuttgarter/
Premium
362,77500.000500%1.500,00befriedigend
(5)
Würzburger/
best4you Exklusiv
368,31500.000500%1.500,00befriedigend
(5)
ARAG/
Komfort
670,26500.000500%1.500,00befriedigend
(4)
SHB/
SHB-Komfort-Schutz
409,36500.000500%1.500,00befriedigend
(4)
Die Tabelle ist sortiert nach der Spalte „Note“. Noten: sehr gut (9-12 Punkte), gut (6-8 Punkte), befriedigend (4-5 Punkte).
Die in der Tabelle aufgeführten Anbieter bieten mitunter weitere Tarife und Progressionsvarianten an. In der Tabelle wird daher jeweils nur das günstigste Angebot des einzelnen Anbieters mit mindestens 500 Prozent Progression (oder der niedrigsten angebotenen Progression ab 500Prozent) berücksichtigt. Invaliditätsgrundsumme aller Anbieter/Tarife: 100.000 Euro.
Stand: 08.11.2019
Quelle: Morgen & Morgen GmbH

Auch für Personen die beispielsweise schon eine Berufsunfähigkeitsversicherung besitzen, sei der Abschluss einer Unfallversicherung sinnvoll, denn diese leiste immer zusätzlich. „Sollte man also zum Beispiel durch einen Unfall eine bleibende Invalidität erleiden und gleichzeitig berufsunfähig sein, würden dann die Berufsunfähigkeitsversicherung und die Unfallversicherung nicht aufeinander angerechnet werden, sondern leisten separat“, sagt Luckert. „Und da auch hier die Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung die monatlichen Ausgaben decken sollen, ist das Kapital der Unfallversicherung dann wieder für die Anpassung des Lebensumfeldes an seine Beeinträchtigung sinnvoll nutzbar.“ Beide Versicherungen würden sich nicht ausschließen, sondern sich ergänzen. Wichtig sei aber, dass der gewählte Tarif auch alle Hobbys und beruflichen Tätigkeiten miteinschließe. Die Policen sollten als individuell auf den Versicherten und sein Leben zugeschnitten sein. Die Verbraucherzentrale empfiehlt deshalb auch, sind unbedingt beraten zu lassen.

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