WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Vorsorge Die günstigsten privaten Krankenversicherungen im Tarifcheck

Seite 2/5

Mehr Ausgaben...

Einheitsprodukte gibt es nicht. Versicherte in der PKV können die drei Bausteine Krankenhaus, ambulante Versorgung bei Haus- und Facharzt sowie Zahnbehandlung, Kieferorthopädie und Zahnersatz individuell kombinieren. Die umfangreichen Versicherungsbedingungen der PKV-Policen sind kaum zu durchschauen und daher schwer miteinander zu vergleichen. Immerhin teilen die meisten Versicherer ihre Tarife inzwischen in die drei Leistungsstufen „Einsteiger“, „Komfort“ und „Premium“ oder ähnlich lautende Kategorien auf.

„Doch welche Leistungsstufe ist für mich die richtige, und welche kann ich mir leisten?“, fragt Stephen Kaczor, 44 und gesetzlich versichert. Mit einem PKV-Einsteigertarif könnte er bis zu 170 Euro monatlich gegenüber der GKV einsparen. Dafür müsste er niedrigere Erstattungssätze bei ambulanten Ärzten oder Obergrenzen für die Erstattung beim Zahnersatz hinnehmen. Ein leistungsstarker Komfort-Tarif dagegen, würde den Teamleiter Gebäudetechnik aus dem niederrheinischen Meerbusch nur etwa 40 Euro mehr als den Kassenbeitrag kosten.

Dennoch zögert Kaczor: Bisher sind seine beiden Kinder bei ihm in der GKV kostenlos mitversichert. Seine Frau würde, wenn er zur PKV wechselt, Kassenpatientin bleiben, die Kinder müsste er aber entweder mit eigenem Beitrag in der GKV versichern oder sie mit in die Private nehmen. Beide Kinder in einem Komfort-Tarif mitzuversichern würde die Haushaltskasse mit weiteren 180 bis 280 Euro pro Monat belasten. Keine leichte Entscheidung.

Mit 44 Jahren und zwei Kindern ist Kaczor auch nicht gerade der ideale Kandidat für einen Wechsel zur PKV. Für jüngere Singles, Doppelverdiener oder Familien mit nur einem Kind sei die private Krankenversicherung deutlich lohnender, so Gesundheitsökonom Wasem.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    „Wenn sich Versicherte für die PKV entscheiden, dann sicher nicht, um Prämien zu sparen, sondern wegen der zusätzlichen Leistungen“, argumentiert dagegen Rüdiger Falken, Versicherungsberater aus Hamburg. Ein niedriger Beitrag könne ohnehin in die Irre führen, weil die Police beispielsweise einen hohen Selbstbehalt einschließe. Der Selbstbehalt ist der Betrag, den der Versicherte maximal pro Jahr aus eigener Tasche zahlen muss. Nur was an medizinischen Kosten über dieses Limit hinausgeht, übernimmt die private Krankenversicherung. Je höher der Eigenanteil des Versicherten an den medizinischen Kosten ist, desto niedriger fällt die Prämie aus.

    Schwer durchschaubare Tarife

    „Einen wirklich umfassenden Schutz gibt es für Privatversicherte ab Mitte 30 nur zu einer Prämie, die in etwa dem Beitrag in der GKV entspricht oder darüber liegt“, sagt Angela Baumeister, Versicherungsberaterin aus Krefeld. Es sei also unsinnig, nur auf die Höhe der Prämie zu schauen. Viel mehr komme es auf das Verhältnis von Beitrag zu Leistungen an.

    Zu den wichtigsten Bestandteilen einer privaten Krankenversicherung zählt Versicherungsberater Falken einen möglichst umfassenden Heil- und Hilfsmittelkatalog. Heil- und Hilfsmittel sind zum Beispiel Massagen, Krankengymnastik, Brillen, Rollstühle oder Prothesen. „Anders als in der GKV führt jeder Versicherer unterschiedlich gestrickte Listen“, sagt Falken. In einigen Fällen fehlen beispielsweise Logopädie, etwa für Schlaganfallpatienten, oder Hörgeräte für Ältere. Was nicht auf der Liste steht, muss die Krankenversicherung auch nicht bezahlen. Niemand könne einschätzen, ob er später nicht doch eine Leistung in Anspruch nehmen muss, die er über das Kleingedruckte seiner Police ausgeschlossen habe, warnt Softfair-Geschäftsführer Matthias Brauch.

    Inhalt
    Artikel auf einer Seite lesen
    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%