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Vorsorge Erfolgreiche Geldanlage in Eigenregie

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Depotmischung

Auch die subjektive Risikotoleranz ist verschieden. Der eine sieht prinzipiell mehr die Chancen, der andere kann schon nicht mehr schlafen, wenn das maximale Verlustrisiko 15 Prozent beträgt. Ein Trick, um die wahre Risikobereitschaft zu erproben ist, die Wertentwicklung eines Depots mit 25, 50 und 75 Prozent Aktienanteil in Crashszenarien wie 2008 zu simulieren. „Dabei zeigt sich, dass die meisten Leute weniger risikofreudig sind, als sie zunächst angeben“, sagt Vermögensverwalter Joachim Schäfer.

Depot neutral aufteilen

Eine neutrale Depotaufteilung sollte ungefähr zu gleichen Teilen aus Liquidität (Tagesgeld), Gold und Rohstoffen, Anleihen und Aktien bestehen (siehe Grafik); Anregungen für geeignete Einzelinvestments finden Anleger in der Tabelle. Aktien bringen die Rendite. Wegen ihrer Wertschwankungen sind sie aber ein Langfristinvestment – der Anteil im Depot, der flüssig bleiben muss und auf keinen Fall verloren gehen darf, sollte nie in Aktien investiert werden. Egal, wie solide diese erscheinen. Ein gutes Chance/Risiko-Verhältnis zwischen Aktie und Tagesgeld haben Unternehmensanleihen. Zwar sind deren Kurse seit dem Herbst 2008 schon stark gestiegen. Vier bis fünf Prozent Rendite lassen sich aber noch herausholen – 3,5 Prozentpunkte mehr als mit Tagesgeld. Eine Streuung auf zehn Bonds ist sinnvoll; denn im Falle einer Insolvenz des Unternehmens wäre das in seine Anleihe gesteckte Geld teilweise futsch.

Ein Viertel sollten Anleger als Tagesgeld flüssig halten, trotz der aktuellen Niedrigzinsen. Das letzte Viertel – aber auch nicht mehr – sollte in Gold und Rohstoffe investiert werden. Generell gilt: Wer sein Depot strukturiert, darf sich nicht von der aktuellen Stimmung an den Märkten leiten lassen. Denn „90 Prozent der Privatanleger bauen ihre Aktienpositionen immer nur in langen Hausse-Phasen aus“, beobachtet Andreas Beck vom Institut für Vermögensaufbau, der 20.000 Privatdepots analysiert, „besonders gegen Ende dieser Haussen“. Das kostet viel mehr Rendite, als statt der besten nur die zweitbeste Dax-Aktie im Depot zu haben.

„Gerade beim Gold fallen viele von einem Extrem ins andere“, kritisiert sogar der erklärte Goldfan Schäfer, „sie haben erst vor wenigen Monaten alle Aktien verkauft und alles in Tagesgeld gesteckt; jetzt lösen sie diese Konten schon wieder auf und tauschen alles in Gold.“ Das genießt zwar einen glänzenden Ruf als Krisenabsicherung, weil es in der Vergangenheit oft stieg, wenn andere Anlageklassen versagten. Doch Gold ist selbst nicht vor heftigen Kursschwankungen gefeit. Vom letzten Crash 1981 haben sich viele Goldfans bis heute nicht erholt.

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