Vorsorge Projekt Sicherheit

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Tabelle: Gesamtsieger

Die Auswahl von Versicherern und Policen erleichtert eine Analyse des Deutschen Instituts für Service-Qualität. Es hat die 15 größten deutschen Filialversicherer und neun Direktversicherer, die ohne Filialnetz per Internet und Telefon beraten, untersucht. Testkunden verschickten dazu Hunderte E-Mails, führten 240 Telefonate und ließen sich in 75 Gesprächen in Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt zu den wichtigsten Risikopolicen beraten.

Im Anschluss daran wertete das Analyseunternehmen Franke und Bornberg für die WirtschaftsWoche die Konditionen aus. Das Ergebnis beider Testläufe zeigt, wo es die besten Policen für die Risikovorsorge (Haftpflicht-, Berufsunfähigkeits-, Unfall- und Risikolebensversicherung) gibt und welche Versicherer neben passendem Schutz zu günstigen Preisen auch noch guten Service bieten.

Filialassekuranz schwächelt bei Beratung

Tabelle: Haftpflicht-Angebote

Den Sieg unter den Direktversicherern holte die Europa Versicherung, bei den Filialversicherern gewann Zurich. Europa punktete sowohl mit Policen als auch mit der Kundenbetreuung. Unter den Direktversicherern bot nur CosmosDirekt besseren Service. Filialsiegerin Zurich überzeugte beim Service nicht, hier schnitt die Gothaer noch am besten ab.

Insgesamt schwächelte die Filialassekuranz bei der Beratung. 60 Prozent der Kundenbetreuer erkundigten sich nicht nach den Versicherungen, die der Kunde bereits abgeschlossen hatte. Oft hatten die Berater es vor allem auf den Verkauf von Rentenversicherungen abgesehen – die bringen ihnen die höchsten Provisionen. So erkundigte sich ein Testkunde bei der Axa nach einer Risikolebensversicherung. Den Berater interessierte das kaum. Er errechnete ohne viele Fragen einen Beitrag und bot im gleichen Atemzug eine Rentenversicherung an. „Damit sorgen Sie für die Zukunft viel besser vor“, behauptete er – blanker Unsinn.

Durchschnittsnote drei plus

Die Direktversicherer taten sich mit der Beantwortung von E-Mail-Anfragen schwer. Im Durchschnitt antworteten sie erst nach 35 Stunden, jede zweite Mail enthielt Rechtschreibfehler, was zumindest auf mangelnde Sorgfalt hindeutet. Alles in allem hat die Assekuranz bei Service und Leistung noch Luft nach oben: Mit 80 von 100 Punkten erzielte der beste Direktversicherer Europa gerade noch ein sehr gutes Ergebnis, der beste Filialversicherer Zurich musste sich mit 69 Punkten, sprich mit Schulnote 3+, begnügen. Die Gesamtsieger waren auch nicht in allen Kategorien top. Oft schnitten bei einzelnen Produkttests andere Versicherer besser ab. Kunden sollten also nicht alle Policen bei einem Anbieter abschließen.

Unentbehrliche Haftpflicht

Die Haftpflichtversicherung bietet Schutz, wenn Versicherte Schäden anrichten und diese ersetzen müssen. Außerdem helfen die Anbieter, wenn zu Unrecht Ansprüche gegen den Versicherten gestellt werden. „Spätestens mit Abschluss der ersten Ausbildung braucht jeder eine eigene Police“, sagt Overbeck vom Bund der Versicherten.

Wer beispielsweise Brandschäden verursacht, muss schon mal 300.000 Euro an Schadensersatz zahlen, wer als Radfahrer einen Passanten über den Haufen fährt, muss nicht nur Behandlungskosten, sondern auch einen möglichen Lohnausfall tragen. In schlimmen Fällen droht Schadensersatz in Millionenhöhe.

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