WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Vorsorge Projekt Sicherheit

Seite 4/4

Tabelle: Risikolebensversicherung

Wer Vorerkrankungen hat, bekommt oft nur eine Police, die diese als Grund für eine Berufsunfähigkeit ausschließt. Je früher ein Versicherter die Police abschließt, umso eher kann er das vermeiden. Länger Versicherte zahlen meist auch niedrigere Beiträge als Neueinsteiger und müssen bis zum Rentenalter, trotz längerer Vertragslaufzeit, unter dem Strich weniger für ihre Police aufbringen.

Im Test hatten Ontos, Hannoversche Leben und AachenMünchener die besten Angebote für den Musterkunden, einen kaufmännischen Angestellten, der sich eine Rente von 1000 Euro sichern möchte. Er zahlt niedrige Beiträge und bekommt gute Konditionen. Franke und Bornberg gibt der AachenMünchener die Bestnote. Wer sich schon früh Berufsunfähigkeitsschutz sichert, muss auf die Versicherungsdauer achten. Ontos bietet maximal 35 Jahre; für Kunden unter 30 zu kurz. Sie sind bei Hannoversche Leben oder AachenMünchener besser aufgehoben.

Unfallversicherungen sind deutlich günstiger als Berufsunfähigkeitspolicen, sodass Kunden im Zweifel oft Erstere abschließen. Doch Unfälle sind nur selten Ursache von Berufsunfähigkeit. Über 90 Prozent der Betroffenen müssen ihren Job krankheitsbedingt aufgeben. Die Unfallpolice ist also kein vollwertiger Ersatz. Zumal sie meist nur eine Einmalzahlung und keine Rente vorsieht. Die Höhe der Zahlung orientiert sich am Ausmaß der Verletzung. Unfallopfern hilft das Geld etwa dabei, ihr Haus behindertengerecht umzubauen. Einkommensverluste lassen sich so aber meist nicht auffangen.

Wichtig für Familien

Wer trotzdem eine Unfallversicherung abschließen will, sollte die Versicherungssumme nach Alter und Einkommen wählen. Ein 30-Jähriger ohne Berufsunfähigkeitspolice sollte etwa das sechsfache, ein 40-Jähriger das fünffache und ein 50-Jähriger das vierfache Bruttojahreseinkommen absichern, rät Overbeck. Für Kinder gehört die Unfallpolice – anders als bei Erwachsenen – zum Basis-Schutz. Sie bekommen noch keine Berufsunfähigkeitsversicherung. Eine Unfallversicherung ist meist die einzige Chance, sie zu einem günstigen Preis etwa für eine lebenslange Behinderung nach einem Unfall abzusichern.

Versicherungsberater Falken rät in diesem Fall zu einer Versicherungssumme von rund 250.000 Euro. Sobald das Kind eine eigene Berufsunfähigkeitspolice hat, kann die Versicherung gekündigt werden. Unserem Testkunden, der eine Unfallpolice mit einer Versicherungssumme von 50.000 Euro suchte, machten Gothaer, Zurich und HDI-Gerling die besten Angebote. Für die Basis-Police müsste er bei ihnen weniger als 70 Euro im Jahr zahlen.

Ein wichtiger und kostengünstiger Schutz für Familien mit Kindern oder Paare mit einem Alleinverdiener ist die Risikolebensversicherung. Sie zahlt im Todesfall eine feste Summe an Partner oder Kinder aus. Das Kleingedruckte spielt kaum eine Rolle: Neben der Leistung zählt vor allem der Beitrag. Versicherungsberater Falken rät, eine Todesfallleistung vom vier- bis fünffachen Bruttojahreseinkommen zu wählen, wenn die Familie abgesichert werden soll. „Wichtig ist aber, auch den Nebenverdiener mit etwa 150.000 Euro abzusichern“, sagt er. Dann könne sich der Hauptverdiener eine Auszeit nehmen und das Familienleben neu regeln, wenn der Partner stirbt. Für Familien empfiehlt er als Vertragsende der Police das 22. bis 25. Lebensjahr des jüngsten Kindes.

Schutz schon ab fünf Euro

Unser Testkunde erhält eine Risikolebensversicherung über 50.000 Euro schon ab fünf Euro im Monat. Bei den teuersten Anbietern wäre der vierfache Beitrag fällig.

Mit wenigen, aber richtigen Policen erhalten Versicherte den passenden Schutz. „Jeder sollte nur das versichern, was ihm wirklich weh tun würde“, sagt Versicherungsberater Eberhardt. Alle -anderen Policen sind Luxus, keine Notwendigkeit. Wer das bei seiner Vorsorge berücksichtigt und die günstigsten Policen auswählt, spart eine Menge Geld – und kann es in die eigene Altersvorsorge stecken.

Zu oft aber wollten die Berater der Versicherungen unsere Testkunden von ihren guten Vorsätzen abbringen. Statt zum reinen Risikoschutz rieten sie zu Mischpolicen, etwa der Kombination mit einer Rentenversicherung. Wer seine Vorsorge in Eigenregie meistern will, braucht deshalb auch eine Portion Standfestigkeit. Doch die zahlt sich aus.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%