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World Insurance ReportNur jeder Dritte ist zufrieden mit seiner Versicherung

Versicherungen müssen etwas in Sachen Kundenzufriedenheit unternehmen: Der World Insurance Report zeigt, dass der Großteil der Versicherungsnehmer unzufrieden ist. Das öffnet Konkurrenten Tür und Tor. 13.03.2013 - 12:56 Uhr

Viele Verbraucher fühlen sich von ihrer Versicherung schlecht beraten.

Foto: Fotolia

Fragt man Versicherungsnehmer in aller Welt, so wird deutlich, dass die meisten keine hohe Meinung von ihrer Versicherung haben. Gerade einmal jeder dritte Versicherungsnehmer (30 Prozent) gab bei einer Studie von Capgemini und Efma für den World Insurance Report 2013 an, den letzten Kontakt mit seiner Versicherung positiv in Erinnerung zu haben. Überdurchschnittlich zufrieden mit ihren Versicherern sind dagegen zum Beispiel die Deutschen, Briten, Kanadier und Australier. Hier gaben mehr als 40 Prozent der Befragten positive Erfahrungen an.

70 Prozent der Befragten gaben an, dass sie auch schon für minimale Verbesserungen bereit wären, den Versicherungsanbieter zu wechseln. Besonders unzufrieden sind demnach etwa die Verbraucher in Russland, China, Norwegen, Schweden, aber auch in den Euro-Krisenländern Portugal und Italien. Hier liegt der Anteil der zufriedenen Kunden unter 25 Prozent. Hier ergeben sich besonders häufig Möglichkeiten für andere Versicherer, Kunden abzuwerben.

Die Top Ten

Das Rating der Ratings von Manfred Poweleit fasst die Ergebnisse in den fünf umsatzstärksten Versicherungssparten auf Konzernebene zusammen. Dies sind die Lebens-, Kranken-, Auto-, Hausrat- und Wohngebäudeversicherung. Dabei gibt es zwölf Punkte für ein hervorragendes Rating, genannt „mmm“, zehn Punkte für ein sehr gutes Rating (mm), acht Punkte für eine gute Bewertung (m), sechs Punkte für ein befriedigendes

„m-“.

Map-Report-Herausgeber Manfred Poweleit urteilt: „Transparenz lohnt sich, auch wenn noch nicht alle Ergebnisse des Unternehmens und seine Produkte optimal sind. Denn Erfolg beginnt mit der richtigen Einstellung zum Verbraucher.“

Foto: Fotolia

Platz 10: Cosmos Direkt

Der Direktversicherer ist wie einige andere Versicherer aus dem Hause der Generali Deutschland kein Datenverweigerer. Allerdings verkaufen die Saarbrücker keine Krankenversicherungen. Dies ist in dem Konzern die Aufgabe der Central. Platz zehn ist daher ein gutes Ergebnis. Allerdings fällt auf: Zwei Sparkassenversicherer und eine Gruppe aus Hannover mit dem gleichen Handicap liegen noch ein wenig besser.

Foto: Screenshot

Platz 9: VHV/Hannoversche
Die Gruppe fällt durch ihre prominenten Werbepartner auf: Dieter Bohlen und Anke Engelke. In Leben, Auto und Hausrat kommt sie auf gute Bewertungen beim Map-Report.

Foto: Presse

Platz 8: Öffentliche Braunschweig
Der Sparkassenversicherer arbeitet nur im Raum Braunschweig, dort verfügt er aber über sehr hohe Marktanteile. Das Unternehmen belegt zudem, dass sich ein hoher Marktanteil und gute Bewertungen nicht ausschließen. Zudem ist die Gruppe ein Beispiel dafür, dass hohe Prämieneinnahmen kein Gütesiegel für gute Produkte und Zufriedenheit der Kunden sein müssen. Nachholbedarf gibt es allerdings in der Gebäudeversicherung.

Foto: Screenshot

Platz 7: Provinzial Nordwest

Die drittbeste Bewertung in der Gruppe der Sparkassenversicherer holt sich der Versicherer aus Münster, der derzeit mit den Kollegen aus Düsseldorf über eine Fusion verhandelt. Da eine Krankenversicherung fehlt, ist eine höhere Platzierung nicht möglich. Vor allem in der Auto-, Hausrat- und Gebäudeversicherung ist der Versicherer stark – dank seiner regionalen Verankerung.

Foto: dpa

Platz 6: Ergo

Der Versicherer, um den es in den vergangenen Jahren viele Diskussionen gab, entzieht sich offenbar keinem wichtigen Rating, auch wenn die Ergebnisse mitunter nicht so gut ausfallen. Der Lohn: ein guter Platz hinter der Spitze und deutliche zehn Plätze vor dem großem Konkurrenten Allianz. Top-Bewertungen erhält die Ergo-Tochter DKV in der Krankenversicherung, gut schneidet die Autoversicherung ab, eher mäßig liegen noch die anderen Sparten.

Foto: dapd

Platz 5: Huk-Coburg

Der Versicherer ist überraschend aus den Medaillenrängen herausgefallen. Der Grund: Die Gruppe entzog sich überraschend erstmals dem jüngsten Rating in der Krankenversicherung, obwohl in diesem Bereich vorher immer gute Ergebnisse zu Buche standen. Der Grund: Kapazitätsengpässen durch die Einführung der Unisex-Tarife. Auch die Huk-Gesellschaft Pax-Familienfürsorge stellte keine Daten zur Verfügung. Ansonsten sammelte die Huk in den anderen Bereichen nur Höchstnoten.

Foto: dpa

Platz 4: VGH

Der große Sparkassenversicherer aus Hannover profitiert im Gegensatz zur Provinzial Nordwest davon, dass er auch einen Krankenversicherer in der Gruppe hat. Top in Auto und Hausrat, gut in Kranken und Gebäude, befriedigend in Leben.

Foto: Presse

Platz 3: Öffentliche Oldenburg

Der kleine Sparkassenversicherer aus Niedersachsen schaffte den Sprung aufs Podium aus zwei Gründen: Die Huk beteiligte sich nicht am Krankenrating. Und gegenüber der benachbarten VGH erhielt der öffentliche Versicherer in der Gebäudeversicherung die Top-Note. Die Gruppe profitiere von der Neuordnung ihrer Krankenversicherungsaktivitäten mit Provinzial Kranken/Alte Oldenburger.

Foto: CLARK/obs

Platz 2: DEVK

Der Versicherungsverein aus Köln ist dem Klassensieger dicht auf den Fersen. Nur in der Krankenversicherung reichte es noch nicht zu der Top-Bewertung. Deshalb bleibt am Ende die Silbermedaille.

Foto: Handelsblatt

Platz 1: Debeka
Der Versicherungsverein aus Koblenz liegt traditionell in den Ratings des Map-Reports weit vorne. Die Gruppe arbeitet sehr kostenbewusst und verfügt im Gegensatz zu anderen Gruppen über einen angestellten Außendienst. Als einziger Versicherer kassiert die Debeka in allen Wertungsbereichen die Höchstnote.

Foto: dpa

Die besten Fünf im Vergleich

Das sind die Sieger im Rating des Branchendienstes Map-Report.

Foto: Handelsblatt

Wer es nicht unter die Top Ten geschafft hat

Einige große Versicherer rangieren relativ weit hinten. Der Grund ist: Sie beteiligen sich am Map-Report-Rating nur in Versicherungsbereichen, wo sie offenbar mit einem guten Ergebnis rechnen. Map-Herausgeber Manfred Poweleit sagt dazu: „Demnächst sollen Hausrat/Wohngebäude aktualisiert werden. Mehrere prominente Marktteilnehmer haben dann die Chance, Punktedefizite im Rating der Ratings abzubauen.“

Foto: dpa

Signal Iduna

Der Versicherer aus Dortmund schafft es in der Rangliste nur auf Platz 15. Der Grund: In der Hausrat- und Gebäudeversicherung entzog sich der Konzern einer Bewertung durch Map-Report, weil keine Daten geliefert wurden.

Foto: dapd

Allianz

Der größte Versicherungskonzern Deutschlands rangiert bloß auf Platz 16. Der Grund: Keine Bewertung in der Auto-, Hausrat- und Gebäudeversicherung. Insbesondere in der Autoversicherung fällt dies auf, weil die Allianz dort im Privatkundengeschäft die führende Stellung an den Konkurrenten Huk-Coburg abgeben musste.

Foto: dpa

R+V

Der große Versicherer aus dem Genossenschaftssektor liegt auf Platz 17. Der Grund ist wie bei der Allianz: Keine Bewertung in der Auto-, Hausrat- und Gebäudeversicherung.

Foto: R+V

Foto: WirtschaftsWoche

R+V

Der große Versicherer aus dem Genossenschaftssektor liegt auf Platz 17. Der Grund ist wie bei der Allianz: Keine Bewertung in der Auto-, Hausrat- und Gebäudeversicherung.

Foto: Presse

Versicherungskammer Bayern (VKB)

Der größte Sparkassenversicherer erreicht bloß Platz 22. Nur in der Auto- und der Lebensversicherung beteiligten sich die Münchner am Map-Rating. Da sind etliche andere Sparkassenversicherer wesentlich transparenter.

Foto: WirtschaftsWoche

Versicherungskammer Bayern (VKB)

Der größte Sparkassenversicherer erreicht bloß Platz 22. Nur in der Auto- und der Lebensversicherung beteiligten sich die Münchner am Map-Rating. Da sind etliche andere Sparkassenversicherer wesentlich transparenter.

Foto: Presse

Nürnberger

Nur Platz 28 für die große Gruppe aus Franken. Schlechte Ratings in der Leben- und Krankenversicherung und keine Bewertung in den anderen Kategorien.

Foto: WirtschaftsWoche

Alte Leipziger/Hallesche

Platz 36 für den Versicherer, der in der Lebensversicherung so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht und der regelmäßig für seine Kapitalstärke gelobt wird. Allerdings beteiligt sich die Gruppe nur in der Krankenversicherung am Map-Rating. Der Grund: Die Bewertung ist in dieser Sparte gut.

Foto: Presse

Generali

Insgesamt hat der Map-Report 40 Versicherungsgruppen bewertet, teilweise aber nur in einer Kategorie. Völlig entzogen haben sich zwei wichtige Versicherer der Generali Deutschland, nämlich Generali Leben aus München und die Aachen-Münchener.

Foto: dpa

Aachen Münchener

Der Kooperationspartner des Finanzvertriebs DVAG beteiligt sich ebenfalls nicht am Map-Rating.

Foto: dpa

Axa

Auch der große Konkurrent der Allianz in Europa, die Axa, lässt sich in Deutschland vom Map-Report nicht beurteilen.

Foto: REUTERS

Die Studie empfiehlt Versicherungsanbietern in der Konsequenz, verstärkt in neue Vertriebskanäle und bessere Kundenerlebnisse zu investieren. Nur so könnten sie eine Abwanderung der Kunden vermeiden. Denn auch, wenn das persönliche Gespräch mit einem Versicherungsvertreter weltweit noch immer der Spitzenreiter in Sachen positive Kundenerfahrungen ist (rund 42 Prozent der Befragten bewerteten, ein direktes Gespräch mit einem Agenten positiv), so folgen moderne Kommunikationswege, vor allem via Internet am PC (35 Prozent) oder per Handy (rund 33 Prozent) doch auf dem Fuße. Dies zeige, dass digitale Services, etwa über Social Media, langsam von der Versicherungsbranche ernst genommen würden. Weiter hinten in der Kundenzufriedenheit rangiert etwa das Telefongespräch (rund 31 Prozent).

Dem World Insurance Report zufolge wird sich der Fokus der Versicherungsbranche in Zukunft von der reinen Kostenreduzierung und operativen Effizienz wegbewegen. Initiativen zur Steigerung von Umsatz und Markentreue werden immer wichtiger - nicht zuletzt, weil hierdurch auch die Kosten für die Anwerbung von Kunden sinken.

Ein wichtiger Schwerpunkt werde künftig auf Multi-Channel-Strategien liegen, um kostengünstigere Vertriebskanäle wie Internet-Auftritte und Präsenz in den Sozialen Medien mit den traditionellen Kanälen zu verbinden. So soll beispielsweise bis zum Jahr 2015 die Möglichkeit der Schadensmeldung über mobile Geräte massiv ausgebaut werden. Mehr als 50 Prozent der befragten Versicherer gaben demnach an, in den kommenden zwei Jahren eine Priorität auf die Entwicklung der digitalen Kommunikationskanäle zu legen.

Für die Studie, die Lebensversicherungen und andere Versicherungen, einschließlich des Segments Gesundheit, umfasst, wurden die Daten von über 16.500 Versicherungskunden aus 41 Ländern ausgewertet, die gemeinsam ungefähr 95 Prozent des globalen Versicherungsmarktes ausmachen. Zudem wurden 114 Interviews mit Führungskräften aus der Versicherungsbranche geführt.

jre
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