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Währung Schweizer Franken trifft die eigenen Unternehmen

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Kein Einzelfall: Eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte bescheinigt Schweizer Großkonzernen eine höhere Bereitschaft, Arbeitsplätze im Ausland anzusiedeln. Sie können es natürlich auch wie ABB, Sulzer, Nestlé oder Kuoni halten und günstige Zukäufe im Ausland tätigen. Für viele Schweizer Unternehmer überraschend spät kam erst in den diesen Tagen, das Thema längere Arbeitszeiten auf den Tisch. Praktisch das Gegenmodell zur Kurzarbeit. Das Baseler Chemieunternehmen Lonza als prominentestes Beispiel hat die Arbeitszeit seiner Belegschaft für 18 Monate von durchschnittlich 41 auf 43 Stunden erhöht. Gültig ist die bei Gewerkschaften umstrittene Lösung seit Anfang Juli. Der mittelständische Küchenhersteller Franke aus Aarburg (bei Zofingen, Kanton Aargau) lässt seine Mitarbeiter ab September zweieinhalb Stunden länger arbeiten. Das Führungspersonal von Franke verzichtet zudem auf Teile seines Gehalts. Ziel ist in beiden Fällen eine höhere Produktivität. Denn die Wirtschaft brummt. „Die Auftragslage ist gut, aber die Unternehmen verdienen nichts“, sagt Zimmermann, der von weiteren Anfragen bei seinem Verband zum Thema Arbeitszeitverlängerung berichtet.

Auch die Vorprodukte vermehrt im Euro-Raum zu kaufen, trägt einen Teil dazu bei, dem starken Franken zu begegnen, berichten Unternehmen aus der Alpenrepublik. Sie nennen das „natürliches Hedging“. Ansonsten bleibt noch an der Effizienz- und die Innovationsschraube zu drehen, heißt es. Doch gerade Innovationen brauchen Zeit.

Ausländische Unternehmen im Vorteil

Der Schweizer Gewerbeverband, der vor allem Handwerksbetriebe vertritt, wettert gegen ausländische Unternehmen, die Subunternehmer aus Osteuropa in der Schweiz beschäftigen und gegen Scheinselbständige aus dem Ausland. Während einige Subunternehmer Preise drücken und die Arbeitssicherheitsstandards nicht einhalten, sind es Scheinselbstständige, die als Geschäftsführer einer Ich-AG, also als Kader-Mitglied, wie es in der Schweiz heißt, keiner Arbeitszeitregelung unterliegen und keine Versicherungsbeiträge zahlen müssen. Deutsche, österreichische, französische oder italienische Handwerker können also länger und günstiger arbeiten – ganz unabhängig vom Frankenkurs. Das trifft vor allem das Baunebengewerbe, zudem beispielsweise Schreiner und Maler gehören. „Die Frankenstärke hat ausländischen Firmen eine noch bessere Konjunkturlage im grenznahen Raum beschert“, sagt Henrique Schneider, Ressortleiter Wirtschaftspolitik beim Gewerbeverband. Schneider rechnet langfristig mit einem „normalen“ Eurokurs von 1,10 bis 1,15 Franken. Eine Parität sei aber kurzfristig nicht auszuschließen. Wie stark die Schweizer Landeswährung derzeit ist, verdeutlicht auch der Big-Mac-Index des britischen Wirtschaftsmagazins Economist. Danach kostet der überall einheitliche Hamburger von McDonald’s in der Eurozone im Schnitt 4,93 Dollar, während er in der Schweiz 8,06 Dollar wert ist.

Die Gewinner des starken Franken, Importeure, melden sich derzeit in der Öffentlichkeit dagegen nicht zu Wort – wahrscheinlich, um die Vorteile nicht an ihre Kunden weitergeben zu müssen, heißt es in verschiedenen Branchen übereinstimmend. Ökonomen aus der Schweiz rechnen dagegen schon mit einem geringeren Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent im kommenden Jahr, ursprünglich hatten sie eine Zunahme des Schweizer BIP von beinahe dem Doppelten prognostiziert.

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