WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Zinssenkung in den USA Dax auf Achterbahnfahrt

Die überraschende Zinssenkung der Fed kann den Dax nur kurzzeitig nach oben hieven. Nach einem Anstieg rutschte der Index wieder deutlich nach unten.

Fed-Chef Ben Bernanke Quelle: AP

Am deutschen Aktienmarkt hatten die Investoren zunächst mit Erleichterung auf eine außerplanmäßige Zinssenkung der US-Notenbank um 0,75 Prozentpunkte von 4,25 auf 3,5 reagiert. Der Dax konnte seine Kursverluste verringern und und notierte zuletzt auf dem Niveau vom Vortag. Doch kurs nach der Erholung ging's wieder abwärts. Gegen 16 Uhr liegt der Deutsche Aktien-Index bei 6700 Punkten, ein Minus von 1,35 Prozent.

„Wenn man die Fed kennt, war davon auszugehen, dass sie mit allen Mitteln versucht, die Stimmung zu beruhigen“, sagte Marktstratege Christian Schmidt von der Helaba. Dennoch warnte der Stratege vor zuviel Euphorie: „Die strukturellen Probleme sind damit nicht kleiner geworden“, sagte er. „Der Markt ist und bleibt technisch angeschlagen und daher wäre es zu früh, Entwarnung zu geben. Wir sind noch nicht aus dem Gröbsten heraus“.

So eröffneten die amerikanischen Börsen trotz des Paukenschlags der US-Notenbank mit deutlichen Verlusten eröffnet. Der Einbruch fiel allerdings etwas weniger heftig aus als in Europa.

Der Leitindex Dow Jones verlor in den ersten Handelsminuten 3,04 Prozent oder 368,08 Punkte auf 11,731,22 Zähler. Der Nasdaq Composite fiel um 3,37 Prozent auf 2261,11 Zähler.

Mit Entsetzen hatten US-Investoren bereits tags zuvor den Absturz an den übrigen Weltmärkten verfolgt, als die US-Börsen wegen eines Feiertags geschlossen blieben. „Nun haben wir einen Bärenmarkt“, zeigte sich ein Börsianer überzeugt von einer anhaltenden Talfahrt.

Mit dem deutlichen Zinsschnitt hatte US-Notenbank auf die wachsenden Konjunkturrisiken in der weltweit größten Volkswirtschaft reagiert. Mit einem Zinsschritt von mindestens 0,50 Punkten war allgemein für den 30. Januar gerechnet worden.

Notenbankchef Ben Bernanke und seine Kollegen hatten die Märkte bereits zuvor mit deutlichen Warnungen vor konjunkturellen Risiken auf eine Zinssenkung eingestimmt. Die US-Währungshüter begründeten den Schritt mit schwächeren Aussichten für die Wirtschaft und zunehmenden Wachstumsrisiken. Außerdem wiesen sie auf die hartnäckige Finanzmarktkrise hin. Die Marktkonditionen hätten sich weiter verschlechtert und die Kreditbedingungen für einige Haushalte und Unternehmen seien ungünstiger geworden.

Neueste Daten wiesen zudem darauf hin, dass der Abschwung am Immobilienmarkt noch nicht ausgestanden sei. Außerdem schwäche sich die Lage am Arbeitsmarkt ab. Damit senkte die Fed ihren Leitzins seit dem Sommer angesichts der zuspitzenden Krise auf dem Kredit- und Häusermarkt um insgesamt 1,75 Prozentpunkte.

Die Fed steht im Einklang mit dem Kurs von US-Präsident George W. Bush, der in der vorigen Woche ein riesiges Konjunkturpaket angekündigt hat, das bis zu 145 Milliarden Dollar ausmachen soll.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%