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Finanzsektor Wiener Raiffeisen Bank mit Gewinnsprung

Die Raiffeisen Bank International hat aufgrund von Zuwächsen im Kerngeschäft und einer niedrigeren Vorsorge für faule Kredite ihren Gewinn kräftig gesteigert.

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Für die harte Kernkapitalquote bekräftigt der Vorstand einen Zielwert von rund 13 Prozent. Quelle: Reuters

Unter dem Strich kletterte der Gewinn der Raiffeisen Bank International im dritten Quartal um 92 Prozent auf 443 Millionen Euro, wie das Geldhaus mit Sitz in Wien am Mittwoch mitteilte. Die in vielen Ländern Osteuropas sowie in Russland tätige Bank schlägt sich damit besser als erwartet. Analysten hatten laut einer Erhebung der RBI im Schnitt mit einem Nettogewinn von 328 Millionen Euro gerechnet.

Für das Gesamtjahr gibt sich Bankchef Johann Strobl optimistischer als zuletzt. Das Kreditwachstum werde 2021 nun bei rund elf Prozent erwartet, nachdem bisher ein Wachstum im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt worden war. Nicht berücksichtigt sei hier der jüngste Zukauf in Tschechien, die Equa Bank. „Der Wirtschaftsaufschwung in unseren Märkten verleiht uns Rückenwind, sodass wir optimistisch auf den Rest des Jahres und das Geschäftsjahr 2022 blicken“, sagte Strobl. Die RBI zählt neben dem Rivalen Erste Group zu den größten Kreditgebern in Osteuropa.

In den ersten neun Monate stieg das Nettoergebnis auf 1,06 Milliarden Euro nach 599 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Deutlich weniger musste die RBI für mögliche Kreditausfälle auf die Seite legen. Die Vorsorgen schrumpften auf 152 Millionen Euro nach 497 Millionen Euro. Der Anteil der faulen Kredite (NPE Ratio) sank um 0,2 Prozentpunkte auf 1,6 Prozent.

Zulegen konnte die RBI im Kerngeschäft. Der Zinsüberschuss stieg von Juli bis September auf 875 (Vorjahr: 770) Millionen Euro, was etwa auf die Integration der Equa Bank und Zuwächse in Russland und Ungarn zurückzuführen sei. Der Provisionsüberschuss legte auf 538 (433) Millionen Euro zu. Ausschlaggebend dafür waren laut RBI gestiegene Volumina und saisonal bedingt höhere Zuwächse aus dem Zahlungsverkehr sowie dem Fremdwährungsgeschäft in nahezu allen Ländern, insbesondere Russland.

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    An den mittelfristigen Zielen, wie etwa eine Kosten-Ertrags-Quote (CIR) von rund 55 Prozent, hält die RBI fest. Für die harte Kernkapitalquote (CET1) bekräftigte der Vorstand einen Zielwert von rund 13 Prozent. Zuletzt lag die Quote bei 13,2 Prozent. Vorerst nicht rütteln will das Institut auch an der Spannweite für Gewinnausschüttungen. Demnach sollen die Dividenden in Höhe von 20 bis 50 Prozent des Konzernergebnisses liegen. Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung am 10. November soll zudem eine zusätzliche Dividende von 0,75 Euro je Aktie abgesegnet werden.

    Die Aktien von Raiffeisen Bank gewinnen an der Wiener Börse nach Vorlage der Zahlen an der Börse am Mittwoch zeitweise 6,5 Prozent – und sind damit so teuer wie seit über drei Jahren nicht mehr.

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