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Fintech PR-Kampagne – Savedroid-Gründer hat sich doch nicht mit Investorenkapital abgesetzt

Tausende Investoren glaubten, der Savedroid-Gründer Hankir habe sich mit ihrem Geld davongemacht. Jetzt erklärt das Fintech die Aktion zum PR-Trick.

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Mit der Kampagne will das Fintech Werbung für ein neues Geschäftsmodell machen. Quelle: Screenshot

Frankfurt Rund 35.000 Investoren, die dem Frankfurter Fintech Savedroid rund 40 Millionen Euro bei einem Initial Coin Offerings (ICO) – einem virtuellen Börsengang – zur Verfügung gestellt haben sollen, können aufatmen: Am Mittwoch hatten sie noch befürchtet, das Unternehmen sei entweder Opfer eines Hacker-Angriffs geworden oder die Gründer hätten sich mit dem Geld der Anleger abgesetzt.

Nun machte Savedroid-Gründer Yassin Hankir in einer Video-Botschaft klar, dass alles nur eine „sehr drastische Kampagne“ war.

Statt der gewohnten Internetseite war auf der Website am Mittwoch noch ein Bild aus der US-Comic-Serie „South Park“ zu sehen, darüber die Schrift „And it’s gone“ – und es ist weg. Zudem waren auf Hankirs Twitter-Seite zwei Fotos aufgetaucht.

Eines zeigt den Gründer und Geschäftsführer vor einer Anzeigetafel am Flughafen, auf dem anderen wird eine Bierflasche der Marke Stella vor einem Strandpanorama mutmaßlich in Ägypten in die Kamera gehalten – dazu die Nachricht „Thanks guys! Over and out“. Keiner der Savedroid-Gründer war dazu zu erreichen.

In seiner Video-Botschaft bat Hankir am Donnerstagmorgen um Entschuldigung für die Aktion. „Wir sind noch da und waren nie weg und werden auch in Zukunft hier sein“, sagte er. Er habe nicht mit dem Vertrauen der Investoren spielen wollen. Stattdessen habe er darauf hinweisen wollen, wie viel Betrug im Bereich ICOs passiert und wie einfach es selbst für Savedroid gewesen wäre, mit dem Geld einfach zu verschwinden.

Nun bietet sich Hankir als Spearings-Partner für die Finanzaufsicht an, damit diese ICOs nicht komplett verbietet, sondern gemeinsam eine „bessere Regulierung“ entwickelt wird. Außerdem sollte die Kampagne Aufmerksamkeit auf das neue Geschäftsmodell von Savedroid lenken: Neben ihrer Spar-App wollen sie nun laut Hankir einen Beratungsservice für andere Unternehmen starten, die ebenfalls einen virtuellen Börsengang planen.

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