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Fiskus Steuereinnahmen von Bund und Ländern klettern im August spürbar

Das Abflauen der Coronakrise wirkt sich positiv auf die Staatskasse aus. Doch auch für Arbeitnehmer gibt es gute Aussichten: Der IfW-Chef sagt Lohnzuwächse von fünf Prozent voraus.

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Es klingelt in der Staatskasse. Quelle: dpa

Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern sind auch im August deutlich gestiegen. Sie summierten sich auf 55,7 Milliarden Euro und damit 8,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht. In den ersten acht Monaten stiegen die Einnahmen um sieben Prozent binnen Jahresfrist auf fast 463 Milliarden Euro. Dies waren allerdings 1,7 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2019 – und damit vor der Virus-Pandemie. Die Entwicklung der eher konjunkturabhängigen Steuerarten stehe aber im Einklang mit den zuletzt positiven Trends und Entwicklungen einzelner Wirtschaftsindikatoren, erklärte das Ministerium.

Die mit dem Abflauen der Coronakrise anziehende Konjunktur dürfte sich positiv beim Fiskus niederschlagen. Das Bruttoinlandsprodukt war im Frühjahrs-Quartal um 1,6 Prozent gestiegen. Wirtschaft und Arbeitsmarkt erholen sich laut Finanzministerium zunehmend von den Folgen der Virus-Krise. Dabei leide die Industrie noch immer unter der globalen Knappheit bei bestimmten Materialien. „Einem raschen Abarbeiten der vollen Auftragsbücher stehen aktuell die coronabedingten Lieferschwierigkeiten bei Rohstoffen und Vorprodukten entgegen.“

Derweil lag die Inflationsrate im August mit 3,9 Prozent so hoch wie seit Ende 1993 nicht mehr. Dies begründete das Ministerium mit Sondereffekten wie der Senkung der Mehrwertsteuer vor einem Jahr. „Für das kommende Jahr ist mit einer Rückkehr zu moderateren Inflationsraten zu rechnen.“

IfW-Chef sagt Lohnzuwächse von fünf Prozent im Jahr voraus

Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel sagt zudem angesichts der demografischen Entwicklung auf absehbare Zeit übermäßig hohe Lohnsteigerungen für Beschäftigte in Deutschland voraus. „Im Durchschnitt sind Lohnerhöhungen von fünf Prozent im Jahr realistisch“, sagte IfW-Chef Gabriel Felbermayr der „Bild“. Dabei könne das Plus in Branchen, in denen Fachkräfte dringend gebraucht würden, noch höher ausfallen. Die Lage für Arbeitnehmer sei so gut wie seit 30 Jahren nicht mehr.

Grund für das starke Lohnplus in den nächsten Jahren sei dass spätestens ab 2023 die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte wegen des demografischen Wandels sukzessive sinken werde, so Felbermayr. „Die Firmen werden deshalb um Beschäftigte so stark wie seit Jahrzehnten nicht buhlen.“ Eine Anhebung des Mindestlohns sowie höhere Inflation würden ebenfalls dazu beitragen, dass die Löhne deutlich stärker als bisher steigen würden.

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