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Flüssigerdgas RWE macht gute Gewinne im LNG-Handel

RWE hat in diesem Jahr 12 Millionen Tonnen Flüssigerdgas gehandelt. Der Konzern sieht die Alternative zur Kohle deshalb als interessante Wachstumsoption.

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RWE konnte den An- und Verkauf von physischem LNG um 20 Prozent steigern. Quelle: dpa

RWE AG hat sich in diesem Jahr als einer der Gewinner auf dem globalen Markt für Flüssigerdgas (LNG) erwiesen, nachdem Europa das überschüssige Angebot aus der ganzen Welt aufsaugt.

Der größte deutsche Stromproduzent konnte in diesem Jahr den An- und Verkauf von physischem LNG um 20 Prozent steigern. Der Gewinn im Segment Energiehandel verdreifachte sich fast in den neun Monaten bis September, angeschoben von einem starken Beitrag aus dem Gas- und LNG-Geschäft.

„Wir sehen LNG als interessante Wachstumsoption für RWE“, sagte Javier Moret, weltweiter LNG-Chef in der Handelssparte des Unternehmens, in einem Bloomberg-Interview in London. „Da in den nächsten Jahren neue Produkte, insbesondere aus den USA, online gehen, wird Europa zweifellos eine größere Rolle als wichtige Nachfragedrehscheibe spielen und wir werden dies weiterhin nutzen.“

LNG ist der am schnellsten wachsende Markt unter den fossilen Brennstoffen. Als sauberere Alternative zur Kohle erfährt es eine stärkere Beachtung seitens der größten Energieverbraucher und -händler. Produzenten von den USA bis Australien haben das Angebot so stark erhöht, dass ein Überschuss die Preise auf den für diese Jahreszeit niedrigsten Stand seit mindestens einem Jahrzehnt gedrückt hat.

LNG-Händler profitierten in diesem Jahr von niedrigen Preisen im Sommer und höheren Terminkursen sowie vom Kauf des Kraftstoffs zu niedrigen Kassakursen und dem Verkauf auf höheren ölindexierten Niveaus, sagte Carlos Torres-Diaz, Vizepräsident beim Industrieberater Rystad Energy in Oslo.

Durch den Preisverfall und einer schrumpfenden Prämie in Asien, die früher Lieferungen zwischen den regionalen Märkten begünstigte, konnten die Händler mehr Tanker nach Europa leiten. Und mit ihren liquiden Märkten und Importterminals war die Region bislang in der Lage, die Schwemme aufnehmen.

RWE hat in diesem Jahr 12 Millionen Tonnen LNG gehandelt und den Kraftstoff an mehr als 40 Gegenparteien in den Märkten beiderseits des Atlantiks, in den Nahen Osten und den pazifischen Raum geliefert. Das Unternehmen hat auch den finanziellen LNG-Handel seit 2018 mehr als verdoppelt, da der expandierende Markt mehr Möglichkeiten des Risikomanagements bietet. RWE legt kein Ergebnis für einzelne Geschäftsbereiche offen.

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