Flugzeugleasing Moody's: Flugzeug-Versicherern drohen bis zu elf Milliarden Dollar Schaden

Wegen des Kriegs hatten Flugzeugleasing-Firmen russischen Maschinen die Lizenzen entzogen. Russische Fluggesellschaften trugen die Flugzeuge daraufhin als ihr Eigentum ein.

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Einen Großteil der Schäden müssten der Ratingagentur zufolge wohl Rückversicherer tragen. Quelle: AP

Versicherern und Rückversicherern von Flugzeugleasing-Firmen drohen nach Schätzungen der Ratingagentur Moody's wegen des Kriegs in der Ukraine bis zu elf Milliarden Dollar Schäden. Die Eigentümer in Russland stationierter Leasing-Maschinen müssten aber um die Summen voraussichtlich vor Gericht kämpfen, schrieb die Ratingagentur in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht.

Wegen der nach der Invasion in der Ukraine verhängten Sanktionen dürfen Flugzeugleasing-Firmen mit russischen Fluggesellschaften keine Geschäfte mehr machen. Zudem hatte Bermuda, wo viele der Flugzeuge zugelassen sind, allen russischen Maschinen die Lizenz entzogen, weil sich deren Flugtauglichkeit wegen des Krieges nicht mehr überprüfen lasse.

Die russische Regierung hatte ihren Fluggesellschaften daher erlaubt, die geleasten Flugzeuge als ihr Eigentum einzutragen und ihnen russische Lizenzen erteilt. Nach Angaben von Ministerpräsident Michail Mischustin ist das inzwischen bei mehr als der Hälfte der 515 geleasten Maschinen geschehen. Damit sind sie dem Zugriff der Leasinggesellschaften entzogen. Diese sind gegen ein solches Risiko aber versichert. Die weltgrößte Flugzeugleasing-Firma ist die irische AerCap.

Damit könnten auf die Versicherer Belastungen von neun bis elf Milliarden Dollar zukommen, schätzt Moody's. Zu den größten Flugzeug-Versicherern zählten die Allianz, AXA und AIG. Im Verhältnis zu ihrem gesamten Portfolio seien diese Schäden aber nicht wesentlich. Schwerer getroffen werden könnten kleinere Spezialversicherer.

Einen Großteil der Schäden müssten der Ratingagentur zufolge wohl Rückversicherer tragen, an die die Versicherer typischerweise 20 bis 30 Prozent ihrer Luftfahrt-Prämien abgeben. Die Münchener Rück und die Swiss Re sind die weltgrößten Rückversicherer.

Allerdings hätten einige Versicherer versucht, die Deckung zurückzuziehen, noch bevor das russische Gesetz in Kraft trat, schreibt Moody's. Daher drohten juristische Auseinandersetzungen um die zu erwartenden Schäden.

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