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Fondspolicen im Vergleich Die besten Aktienfonds für Ihre Altersvorsorge

Viele Aktienfonds bringen auf lange Sicht eine hohe Performance, auf die auch Altersvorsorge-Sparer nicht verzichten sollten. Wie Sie bei Spitzenfonds finden und welche Produkte Sie dringend austauschen sollten.

Blick auf den Kurschart: Aktien können ein sinnvoller Bestandteil der Altersvorsorge sein. Quelle: Getty Images

Es war im Jahr 2008 – noch im Januar erreichte der Dax bei 8.100 Punkten eine neue Rekordmarke. Doch dann begannen sich die schlechten Nachrichten zu häufen: Im April rückte eine US-Immobilienkrise in den Fokus der Öffentlichkeit, die danach immer weitere Kreise zog. Spätestens im September nach der Pleite von Lehman Brothers schien das Weltfinanzsystem erschüttert, der Dax hatte sich bis Oktober halbiert und weltweit standen Anleger vor einem Scherbenhaufen.

Selbst Spitzenfonds wie der Franklin European Growth oder der M&G Global Dividend mussten in diesem Schreckensjahr Federn lassen und büßten etwa ein Drittel ihres Wertes ein. Doch Anleger der beiden Produkte haben diese Krise, die als der schlimmste Kurseinbruch seit dem Börsen-Crash 1928 galt, bereits 2010 ad acta gelegt: Die beiden Fonds der Segmente Aktien Europa und Aktien Welt erreichten in den vergangenen zehn Jahren eine Performance von durchschnittlich acht bis zehn Prozent plus per annum. In den vergangenen drei Jahren waren es sogar 13 bis 18 Prozent.

Exklusives Rating der Fonds in Fondspolicen

Auch die übrigen im Fondstacho mit „sehr gut“ und „gut“ bewerteten europäischen und weltweiten Aktienfonds erzielten – anders als die meisten Portfolios mit den Noten „ausreichend“ und „mangelhaft“ – attraktive Renditen. Das Fonds-Rating von Assekurata hilft dabei, Spitzenprodukte in Fondspolicen auszumachen.

Die Experten haben das Fondsangebot von 38 Tarifen für fondgebundene Rentenversicherungen untersucht, die derzeit aktiv vertrieben werden. In den Segmenten Aktien Welt und Aktien Europa bieten die Versicherer insgesamt 265 Fonds an. 38 europaweite und 62 weltweite Aktienfonds wurden mit den Bestnoten bewertet und sind damit Kaufkandidaten. 24 europaweite und 43 weltweite Portfolios erreichten nur die Noten „ausreichend“ oder „mangelhaft“ und sollten ausgetauscht werden.

Das Urteil zu jedem einzelnen Fonds ist auf dem Fondstacho, der in eine Skala von 0 bis100 Punkte aufgeteilt ist, abzulesen. Für die Note „sehr gut“ benötigen die Fonds mindestens 76 von 100 Punkten, für „gut“ sind mindestens 61 zu holen. In die Bewertung jedes einzelnen Fonds flossen zu jeweils 30 Prozent Kennzahlen zur Rendite und Risikoentlohnung ein. Weitere jeweils 20 Prozent bestimmen Risiko und Reaktionsvermögen der Fonds.

Viele gute Aktienfonds im Angebot

Die gute Nachricht: 34 der 38 Fondspolicen offerieren mindestens zwei Fonds in diesen Segmenten mit Bestnoten. Fast jeder dürfte also bei breit investierenden Aktienfonds fündig werden. „Viele Versicherer weisen ein überdurchschnittliches Angebot für aktienorientierte Sparer auf“, sagt Reiner Will, Gründer und Geschäftsführer von Assekurata: „Das betrifft nicht nur die Masse der Fonds, sondern auch deren Klasse.“

Bei weltweiten Aktienfonds stehen mit 88 und 85 Punkten zwei sogenannte Wasserfonds an der Spitze. Sowohl der Swisscanto Water Invest wie auch der Pictet Water Fund setzen dabei vor allem auf Aktien der Segmente Versorger und auf Industriewerte.


Die besten globalen Aktienfonds

Während die Aktienkurse von Strom- und Wasserversorgern vor allem steigen, wenn die Konjunktur schwächelt, laufen Industrie- und Rohstoffwerte vor allem gut, wenn sich die Zeiten wirtschaftlich bessern. Der Pictet-Fonds hat mit dieser konzentrierten, aber auch ausgeglichenen Strategie in den vergangenen zehn Jahren 9,9 Prozent per annum erzielt. In den vergangenen drei Jahren waren es mehr als 15 Prozent Jahresrendite.

Hohe Renditen bei sehr gut bewerteten Aktienfonds

Deutlich breiter ausgerichtet ist der Drittplatzierte, der UniFavorit Aktien von Union Investment. Seine Manager suchen mit mehreren Strategien ertragsorientierte Unternehmen aller Branchen. 2005 aufgelegt, weist der Fonds zwar noch keine Zehn-Jahres-Performance auf. Doch der Fonds konnte einen Verlust von 42 Prozent von anno 2008 bis Ende 2010 fast zur Gänze wettmachen und schaffte in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich 15 Prozent Plus.

Vor allem für Vorsichtige eignen sich Werte, die eine Dividendenstrategie fahren. Sie investieren in gewinnstarke Unternehmen, die hohe Dividenden an Aktionäre ausschütten. Mit „sehr gut“ und „gut“ bewertete Titel wie M&G Global Dividend, DWS Top Dividende und Deka-DividendenStrategie können in mehr als 20 der untersuchten Fondspolicen bespart werden. (siehe Tabelle Seite 4: „Weltweite Aktienfonds der Versicherer“).

Als Alternative zu weltweiten Aktien können Anleger auch europäische Aktienfonds wählen, die Risiken ebenfalls breit streuen. Chancenorientierte, die einen hohen Teil ihrer Beiträge auf Aktienfonds setzen und Investoren, die hohe Summen investieren, sollten sie mit ausgewählten US-Aktienfonds ergänzen. Denn immerhin gilt die Wall Street weltweit als Leitbörse. (siehe Tabelle Seite 5: „US-Aktienfonds der Versicherer“).

Der Spitzenreiter bei den europäischen Aktienfonds heißt Franklin European Growth. Der Fonds wurde mit 89 Punkten bewertet und ist bei der Cosmos, Ergo, Gothaer und der Vorsorge erhältlich – allerdings nur für Versicherungssparer, die den Fonds schon früher bespart haben. Denn die Fondsgesellschaft verhängte ein so genanntes Soft-Close, das den Neueinstieg erst einmal erschwert. Eine spätere Wiederöffnung schließt der Anbieter aber nicht aus.

Der Zweitplatzierte der Kategorie, der MFS Meridian Funds European Value erzielte in den vergangenen zehn Jahren ebenfalls ein Plus von durchschnittlich 8,9 Prozent jährlich, in den vergangenen drei Jahren waren es im Mittel 16,6 Prozent Performance. Die Manager Benjamin Stone und Steven Gorham setzen vor allem auf unterbewertete Aktien und punkten damit in schwierigen Zeiten. Der Fonds brachte es im Fondstacho auf 87 Punkte und kann über Policen der Axa und der DBV bezogen werden (siehe Tabelle Seite 6: „Europäische Aktienfonds der Versicherer“)


Neueinsteiger sind mit diesen Listen gut gerüstet für ihre Fondsauswahl. Doch was ist mit den Fonds, die nicht oder nicht mehr zu den Besten zählen? Bei Produkten, die wie der weltweite Aktienfonds DJE Dividende & Substanz, nur knapp die Wertung „gut“ verfehlen, sollten Anleger sich keine Gedanken machen. Ist jedoch ein Fonds mit „ausreichend“ oder „mangelhaft“ bewertet, gilt es zu handeln: Schließlich können Versicherungssparer steuer- und oft auch gebührenfrei Fonds tauschen.


Wie der Fondswechsel funktioniert

Gerade bei den Fonds, die den Löwenanteil zur Rendite beitragen sollen, lohnt es sich daher nicht in Portfolios investiert zu bleiben, deren Performance schwächelt. Denn das kann teuer kommen, zeigt das Beispiel der mit „mangelhaft“ bewerteten Aktienfonds Deka Euro Stocks und Allianz Euroland Equity. Beim ersten Portfolio wechselte bisher häufig das Fondsmanagement und der Titel erzielte im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre nur 1,7 Prozent Performance per annum. Das zweite Produkt kam im letzten Dezennium lediglich auf durchschnittlich 3,1 Prozent Jahresperformance.

Performanceunterschiede wirken bei langen Laufzeiten

Während sehr gute Fonds also meist zwischen acht bis zehn Prozent plus per annum schafften, erreichten die schlechten nur zwei bis drei Prozent. Ein Unterschied, der sich bei längerfristigen Investments enorm auswirkt: Wer vor zehn Jahren 10.000 Euro in ein Produkt mit durchschnittlich 2,5 Prozent Performance investiert hätte, würde heute über einen Depotwert von 12.800 Euro verfügen. Dieselbe Summe zu durchschnittlich neun Prozent per annum veranlagt, wäre heute mehr als 23.600 Euro wert.

Der Vergleich zeigt: Wer Fonds nicht tauscht, handelt ähnlich wie ein Autokäufer, der während der Lebensdauer des Vehikels jederzeit kostenlos den Motor austauschen könnte – egal ob der alte Motor schwächelt oder der Kunde schlicht ein besseres Modell entdeckt. Denn ähnlich großzügig ist das Angebot vieler Versicherer jährlich oft mehrere Fonds gebührenfrei tauschen zu können. Und anders als bei Fondssparplänen hält dabei nicht einmal der Finanzminister die Hand auf.

Nutzen Sie die Möglichkeit zum kostenlosen Fondswechsel

Doch trotz guter Konditionen fahren hierzulande erschreckend viele Versicherungssparer die Strategie „Einfach laufen lassen“: „Nach unseren Untersuchungen tauschen etwa neun von zehn Kunden ihre Fonds während der Vertragslaufzeit nie aus“, sagt Lars Heermann, Leiter Research bei Assekurata. „Kunden nutzen die vertraglich günstigen Optionen zum Fondswechsel somit in der Praxis nur sehr selten.“

Machen Sie es besser, durchforsten Sie Ihre Police und tauschen Sie Produkte mit schlechtem Rating gegen bessere aus. Dann genießen Sie, wie Sie mit der Kraft des neuen Antriebs die Rendite steigern. Und sollte die Strategie einmal wider Erwarten nicht aufgehen – dann fahren Sie am besten wieder in die Werkstatt und lassen den Fonds einfach nochmal auswechseln.


Tabelle: Weltweite Aktienfonds der Versicherer


Tabelle: US-Aktienfonds der Versicherer


Tabelle: Europäische Aktienfonds der Versicherer


Alle Teile der Serie zu den Fondspolicen der Versicherer

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