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Fondspolicen im Vergleich Mehr Rendite für bequeme Altersvorsorge-Sparer

Mischfonds sind ein Kassenschlager. Profi-Anleger schichten das Geld je nach Marktlage auf verschiedene Anlageklassen um. Das bedeutet Ertrag, Sicherheit und Bequemlichkeit. Die besten Fonds für die Altersvorsorge.

Der Traum vieler Altersvorsorge-Sparer: Mischfonds-Manager erledigen die Anlage, die Sparer können sich ausruhen. Quelle: Getty Images

Das Autofahren der Zukunft wird elektrisch laufen, bequem und intelligent – zumindest wenn es nach den Forschern des Robotics Innovations Center geht. Die Bremer Wissenschaftler arbeiten an einem Prototyp, der sich zum Stromsparen auf längeren Strecken mit anderen Fahrzeugen zusammenkoppeln kann.

Nach Feierabend übernimmt dann auf Wunsch der Autopilot das Steuer und dank frei verstellbarer Achsen und Räder kann das Fahrzeug auch seitwärts mühelos in kleinste Parklücken fahren.Solche Innovationen machen den Alltag bequemer.

In der Geldanlage sind ebenso komfortable Varianten gefragt. Für Versicherungssparer erleichtert es das Leben, auf Misch- oder Dachfonds zu setzen. Bei diesen Produkten verteilen Finanzprofis das Vermögen je nach Marktlage auf Aktien- oder Anleihenmärkte. Wenn die Märkte drehen oder die Kurse Achterbahn fahren, können sich Anteilseigner daher zurücklehnen: Denn Anlageprofis nehmen ihnen die Aufgabe ab, die Marktsituation neu zu überdenken und die angelegten Mittel womöglich umschichten oder absichern zu müssen. Dasselbe gilt für Dachfonds, die statt in Aktien oder Anleihen in Fonds investieren.

Das Problem: Der Durchschnitt der Mischfonds schneidet deutlich schlechter ab als ihr Vergleichsindex. Daher ist es gerade in dieser Anlageklasse wichtig, Spitzenfonds auszuwählen und Produkte auszutauschen, wenn die Performance nachlässt.

Enorme Performanceunterschiede zwischen guten und schlechten Mischfonds

Das zeigt etwa ein Vergleich zwischen einem sehr guten und einem sehr schlechten Fonds im Segment der ausgewogenen und flexiblen Mischfonds. So erzielte der im Fondstacho mit „sehr gut“ bewertete Triodos Substainable Mixed über drei Jahre bei moderaten Risiken 11,1 Prozent Performance per annum.

Ganz anders der mit „mangelhaft“ bewertete M&W Privat von der Privatbank Mack & Weise: Hier verloren Anleger im selben ZeitMischfondsraum etwa zwölf Prozent pro Jahr. Bei 300 Euro Einzahlung im Monat holte also der bessere Fonds seit November 2011 etwa 1.950 Euro Ertrag, während der schlechte Fonds 1.880 Euro verlor.


Die besten Fonds für ausgewogene Depots

Es ist in diesem Segment entscheidend, auf Spitzenfonds zu setzen. Der Fondstacho der Ratingagentur Assekurata hilft dabei, die Spreu vom Weizen zu trennen. Die Experten haben dafür das Fondsangebot von 38 Tarifen für fondsgebundene Rentenversicherungen untersucht, die derzeit aktiv vertrieben werden.

Etwa 80 Prozent des Marktes werden damit abgedeckt. Am größten ist das Angebot bei ausgewogenen und flexiblen Mischfonds, wo 49 von insgesamt 96 Fonds mindestens mit „gut“ bewertet wurden. Bei konservativen Mischfonds mit bis zu 30 Prozent Aktienanteil waren es 24 von 66 Fonds und bei chancenorientierten Varianten mit bis zu 70 Prozent Aktienanteil nur zehn von insgesamt 23 Fonds.

Das Urteil zu jedem einzelnen Fonds ist auf dem Fondstacho auf einer Skala von 0 bis100 nachzulesen. Für die Note „sehr gut“ benötigen die Fonds mindestens 76 von 100 Punkten, für „gut“ sind mindestens 61 zu holen. In die Bewertung jedes einzelnen Fonds flossen zu jeweils 30 Prozent Kennzahlen zur Rendite und Risikoentlohnung ein. Weitere jeweils 20 Prozent bestimmen Risiko und Reaktionsvermögen der Fonds.


 Ausgewogene und flexible Mischfonds
Ausgewogene Mischfonds teilen das Geld der Anleger etwa zur Hälfte auf Aktien und Anleihen auf. Ihre Fondsmanager können das Vermögen nur in gewissen Grenzen je nach Marktlage variieren. Flexible Fonds haben hingegen große Freiheiten bei stagnierenden Märkten stärker in Zinstitel und bei einer anziehenden Konjunktur stärker auf Aktien zu setzen.

Von den 38 Fondspolicen offerieren 26 mindestens zwei mit „gut“ bewertete Portfolios in dieser Anlageklasse. 17 Fonds erreichten das Urteil „sehr gut“. Der Spitzenreiter im Rating ist der bereits erwähnte Triodos-Fonds, der bei der Barmenia erhältlich ist. Die Nummer zwei ist der BHF Flexible Allocation Fund, ein erfolgreicher Klassiker in diesem Segment und über die Nürnberger zu beziehen. Der Allianz Strategiefonds Balance, der in Policen der Allianz wählbar ist, zählt mit einer durchschnittlichen Performance von 15 Prozent plus per annum zu den Bestperformern der Kategorie.

Gekonntes Umschichten

Zu den Bestsellern der Versicherer zählt der mit „sehr gut“ bewertete Ethna-Aktiv. Dieses Portfolio ist derzeit eher konservativ ausgerichtet, so dass die Ratingagentur Morningstar es aktuell sogar unter die sicherheitsorientierten Fonds einreiht. Doch der mehrfach ausgezeichnete Fondsmanager Luca Pesarini überlegt, den Aktienanteil aufzustocken: „Das Umfeld niedriger Zinsen und geringer Volatilität sowie die lockere Geldpolitik der Zentralbanken machen Aktien künftig zu einer der interessantesten Anlagekategorien.“

Zuvor nutzte der Fonds wie viele erfolgreiche konservative Mischfonds den Draghi-Effekt. Er profitierte von der Lockerung der Geldpolitik, indem er frühzeitig in italienische und spanische Staatsanleihen investierte, die stark im Kurs gestiegen sind.


Vorsicht vor „mangelhaften“ Fonds

Anders der mit „mangelhaft“ bewertete Fonds Carmignac Emerging Patrimonie. Dieser Fonds schaffte zwar im Drei-Jahres-Schnitt immerhin durchschnittlich drei Prozent plus. Aber seine Manager investieren ausschließlich in Aktien und Anleihen von Schwellenländern, deren Kurse stark schwanken können. Dieses Produkt ist trotz der ausgewogenen Mischung von Aktien und Anleihen kein Investment für Anleger, die ein Kerninvestment für ihre Altersvorsorge suchen und hier den Löwenanteil der Beiträge investieren wollen.

Nachhaltigkeit als Erfolgsrezept

Auch bei konservativen Misch- und Dachfonds gibt es große Unterschiede zwischen Portfolios, die im Test mit mindestens „gut“ oder mit „mangelhaft“ bewertet wurden. So erzielt das beste Portfolio in diesem Segment, der Prime Values Income von Hauck & Aufhäuser, seit Jahren kontinuierlich solide Renditen. Im Durchschnitt der vergangenen drei und fünf Jahre schaffte das Portfolio jeweils etwas mehr als fünf Prozent per annum bei unterdurchschnittlichem Risiko.

Der Prime Values ist der älteste kontinentaleuropäische Ethikfonds. Das Management bevorzugt Aktien und Anleihen von Unternehmen mit soliden und nachhaltigen Geschäftsmodellen.
Der ebenfalls mit „sehr gut“ bewertete Kapital Plus Fonds der Allianz schaffte sogar auf Fünf-Jahres-Sicht durchschnittlich 10,5 Prozent Performance per annum, die Kursschwankungen fallen dafür etwas höher aus.


->Sicherheitsorientierte Mischfonds in Fondspolicen

Verlustgefahren beim Triselect

Besondere Gefahren birgt jedoch der mit „mangelhaft“ bewertete Triselect von der Postbank. Das Portfolio schafft zwar auf Drei-Jahres-Sicht mehr als sechs Prozent plus per annum. Über einen Zeitraum von fünf Jahren und im laufenden Jahr liegt die Performance aber bei weniger als zwei Prozent per annum. Doch das Problem liegt nicht allein in der schwankenden Performance.

Der Fondsmanager darf auch bis zu 30 Prozent offene Immobilienfonds halten. Und einige dieser Portfolios gerieten in den vergangenen Jahren ins Trudeln. Fonds mussten schließen, ihre Anleger kommen nicht mehr an ihr Geld, während die Rücknahmepreise der Fonds immer tiefer sinken.

Auch der Triselect ist betroffen. So stecken sieben Prozent der Mittel im UBS (D) Euroinvest, der im Juli diesen Jahres eingefroren wurde. Weitere sechs Prozent sind in den CS Euroreal investiert, der seit Jahren geschlossen ist und abgewickelt wird. Dieses Kapital ist für Fondsanleger nur verfügbar, wenn der Fonds diese Anteile mit hohen Abschlägen über die Börse verkaufen würde. Der Triselect ist angesichts dieser Investments nicht für konservative Versicherungssparer geeignet, die damit ihre Altersvorsorge aufbauen. Sie sollten schleunigst aussteigen.


Die bessere Alternative

Die schlechten Bewertungen der Laufzeitenfonds vor allen von der Deka sind deutlich weniger dramatisch. Laufzeitenfonds funktionieren grundsätzlich etwas anders als Mischfonds. Ihre Fondsmanager legen das Geld der Anleger auf Jahrzehnte fest.

Sie beginnen meist mit sehr chancenreichen Investments und schichten nach und nach in risikoärmere Anlagen um. In diesem Ranking wurden diese Fonds zu den konservativen Investments gerechnet. Beim mit „mangelhaft“ bewerteten Deka-Zielfonds 2025-2029 fließt das Geld ab Juni 2025. Die Performance sieht auf den ersten Blick mit 7,4 Prozent per annum über fünf und 14 Prozent über drei Jahre recht ordentlich aus.

Doch ein Vergleich mit dem „gut“ bewerteten Fidelity Funds Fid-Target 2025 zeigt den Unterschied: Dieser Fonds mit ähnlich langer Laufzeit wie das Deka-Produkt erzielte über drei Jahre 17,0 Prozent und über fünf Jahre 14 Prozent per annum. Das Risiko ist über fünf Jahre etwa gleich hoch wie beim Deka-Fonds, über drei Jahre liegt die Volatilität beim Deka-Produkt deutlich höher. Weniger Performance und mehr Risiko drücken auf das Gesamturteil.

Auch für Konservative sind Laufzeitenfonds grundsätzlich interessant. Konservative bevorzugen jedoch Varianten mit kürzerer Restlaufzeit und besserer Bewertung, wie den mit „gut“ bewerteten Fidelity Target Fund 2015. Trotz begonnener Umschichtung in risikoärmere Anlagen – der Aktienanteil liegt laut Morningstar bei 18 Prozent –, schaffte der Fonds im laufenden Jahr neun Prozent plus.

Wer bis zu 70 Prozent Aktien im Portfolio fahren will, hat nur bei wenigen Versicherern gute Fonds zur Auswahl. So wurden nur zehn Fonds bei den getesteten Policen mit mindestens „gut“ bewertet. Spitzenreiter ist der mit „sehr gut“ bewertete Allianz Strategiefonds Wachstum, den Versicherungssparer derzeit nur über Fondspolicen der Allianz besparen können.


Die besten ertragsorientierten Fonds

Mit einer Performance von 18,6 Prozent über drei und 12,2 Prozent über fünf Jahre lässt er selbst viele Aktienfonds blass aussehen. Auch ein Managerwechsel konnte die Erfolgssträhne nicht stoppen: So verantworten Cordula Bauss und Stephan Nixel erst seit Februar 2013 das Portfolio – und erzielten im laufenden Jahr immerhin satte 16,7 Prozent plus. Das Haus bietet in jedem Mischfonds-Segment gute Produkte an.
Sparsame Variante für Chancenorientierte
Interessant ist zudem der mit „gut“ bewertete Arero Weltfonds. Der Fonds basiert auf einem System, das von Banken-Professor Martin Weber entwickelt wurde. Er vertritt die Ansicht, dass Privatanleger vor allem in kostengünstige Indexprodukte investieren und keine aktiven Wetten eingehen sollten. Dieses Produkt setzt daher mit indexnahen Fonds auf Aktien, Anleihen und Rohstoffe und darf auch Derivate nutzen.

 Mischfonds in Fondspolicen für Ertragsorientierte
Was können Anleger tun, die etwa bei den Mischfonds nicht fündig werden. Eine Lösung sind Absolute-Return-Fonds, die auf mittlere Sicht positive Zielrenditen anstreben, kurzfristig aber Verluste einfahren können. Der Spitzenreiter heißt hier Flossbach von Storch Multiple Opportunities.

Der Kölner Vermögensverwalter Bert Flossbach hat das Portfolio 2007 aufgelegt und selbst im Krisenjahr 2008 damit nur moderate Verluste von damals 14 Prozent eingefahren. Im Jahr darauf nahm er dennoch die Erholungsphase voll mit und erzielte 40 Prozent Plus. Seither zeigt der Peformancechart kontinuierlich nach oben, was vor allem für das Jahr 2011 keineswegs selbstverständlich ist. Anleger erhielten über fünf Jahre durchschnittlich 11,4 Prozent per annum.

Alternative Absolute Return Fonds

Früher bescherte vor allem Gold dem Fonds eine überdurchschnittliche Entwicklung. Derzeit stabilisieren Unternehmensanleihen und die Währungsdiversifikation die Wertentwicklung. Für 2015 setzt Flossbach auf die Aktienauswahl. Hier liegt der Fokus auf Unternehmen mit hoher Gewinnzuverlässigkeit. Der Fondsmanager nutzt bereits jetzt Phasen mit hohen Kursschwankungen an den Aktienmärkten, um Aktien solcher Unternehmen günstiger einzukaufen.

Aber genauso wie die Bremer Forscher sich bei ihrem Prototyp für das Auto der Zukunft langfristig denken, überlegen auch die besten Vermögensverwalter Langfrist-Szenarien. Etwa Bert Flossbach, der gemeinsam mit seinem renommierten Chefökonomen Philipp Vorndran in seinem neuen Buch „Die Schuldenlawine“ umfassend darstellt, was die Finanzkrise für die Zukunft der Bürger und der Anleger bedeutet.


Tabelle I: Die besten Konservative Mischfonds


Tabelle II: Die besten ausgewogenen Mischfonds


Tabelle III: Die besten ertragsorientierten Mischfonds


Alle Artikel de Serie zu Fondspolicen

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