Fondspolicen im Vergleich So sichern Sie Ihre Altersvorsorge ab

Wer für seine Altersvorsorge auf Fonds setzt, kommt an konservativen Rentenfonds nicht vorbei. Sie federn Risiken ab. Ein Vergleich zeigt, welche Fonds Spitze und warum Absolute-Return-Fonds eine Alternative sind.

Reich in Rente: Mit der richtigen Altersvorsorge funktionierts. Quelle: Imago

Der November ist ein heißer Monat für Versicherer, denn Millionen wechseln dann ihre Kfz-Versicherung. Fast 70 Prozent der Autobesitzer haben bisher mindestens einmal einen neuen Anbieter gewählt. Immerhin winkt in manchen Fällen eine Ersparnis von 60 Prozent und das kann einige Hundert Euro im Jahr ausmachen.

Anders bei Fondspolicen. Nur jeder Zehnte tauscht hier nach Abschluss einer Police trotz jahrzehntelanger Laufzeiten gute Fonds gegen schlechte aus. Der Mehrheit der Versicherten entgehen so über Jahre gerechnet Gewinne, die bei einem Durchschnittssparer in wenigen Jahren leicht einige Tausend Euro ausmachen können – und das nur beim Portfolioanteil, der auf konservative Rentenfonds entfallen sollte.

Exklusives Rating von Fonds in Fondspolicen

Denn die Unterschiede zwischen guten und schlechten Fonds sind enorm, zeigt ein aufwendiger Fondsvergleich, den die Ratingagentur Assekurata erstellt hat. In diesem sogenannten Fondstacho wurden Risiken und Chancen für alle Fondsprodukte bewertet, die Anleger bei 38 fondsgebundenen Rentenversicherungen wählen können.

Insgesamt erreichten 32 von insgesamt 113 angebotenen weltweiten und europaweiten Rentenfonds die Bestnoten „gut“ oder „sehr gut“, 27 Portfolios schnitten nur mit „ausreichend“ oder „mangelhaft“ ab.

Spitzenreiter ist in diesem Vergleich der mit 77 Punkten bewertete, europaweit investierende Rentenfonds Schroder ISF Euro Bond. Seine Manager erzielten in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich fünf Prozent Plus per annum, in den vergangenen drei Jahren waren es knapp neun Prozent.

Der schlechteste Fonds im Ranking ist der mit zwölf Punkten bewertete UniFavorit: Renten. Er schaffte in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich 0,5 Prozent Performance per annum, in den vergangenen zehn Jahren waren es 1,1 Prozent.


Enorme Renditeunterschiede bei konservativen Rentenfonds

In puncto Performance beträgt also die Differenz zwischen dem besten und dem schlechtesten Produkt im Zehn-Jahres-Vergleich rund vier Prozent pro Jahr. Durch den Zinseszinseffekt ist die Auswirkung bereits bei einer einmaligen Einzahlung von 10.000 Euro beträchtlich: So holt der bessere Fonds auf zehn Jahre gerechnet um rund 4.800 Euro mehr an Performance.

Und der Schroder-Fonds steht mit seinem guten Ergebnis nicht allein. Unterm Strich sind in 19 der getesteten Policen mindestens zwei konservative Rentenfonds mit Bestnoten erhältlich. Weitere neun Versicherer bieten zumindest ein Spitzenprodukt. Hervorzuheben ist dabei der weltweit ausgerichtete Allianz Rendite Extra Fonds, der in dieser Studie ebenfalls mit der Note „sehr gut“ ausgezeichnet wurde.

Dieses Portfolio erreichte durchschnittlich knapp fünf Prozent Jahresrendite auf Sicht von zehn Jahren. Vor etwa einem Jahr hat ein neues Fondsmanagement die Verantwortung übernommen und schaffte im laufenden Jahr bereits 9,5 Prozent Plus (siehe Tabelle auf Seite 5: „Vergleich der konservativen Rentenfonds“).

Doch Rentenfonds sollen nicht nur solide Renditen erzielen. Sie dienen vor allem dazu, ein Portfolio mit renditeträchtigen Investments abzusichern. Denn ihre Kurse entwickeln sich meist anders als Aktien, so die klassische Lehre.

Im Jahr 2008 hat dieser Risikopuffer gut funktioniert: Als nach der Pleite von Lehman Brothers die Börsen weltweit abstürzen, erzielten Anleger von Euro-Rentenfonds durchschnittlich immerhin gut sechs Prozent Jahresperformance.

Die Zinswende erschwert das Leben für Bond-Anleger

Auch danach ging es für Fonds, die primär Anleihen mit einer hohen Bonität kaufen, vor allem bergauf. Ein Grund: Die EZB und die amerikanische Fed senkten mehrmals die Leitzinsen. Das drückt zwar auf die Kupons von neu aufgelegten Anleihen. Aber die Kurse bereits laufender Papiere steigen.

„Doch die guten Zeiten sind passé“, mahnen derzeit viele Experten und warnen vor der sogenannte Zinswende: Haben die Notenbanken bisher die Geldpolitik gelockert, um das Wachstum zu fördern, hat Fed-Chefin Yellen Zinserhöhungen in Aussicht gestellt. Schon jetzt kauft die Fed deutlich weniger Staatsanleihen zurück, um die Märkte zu stärken als früher.


Wie stellen sich Profis auf die Zeitenwende ein?

In der Euro-Zone dauern die Lockerungen zwar voraussichtlich an. Doch Bob Jolly, Manager des erfolgreichen Schroder ISF Bond Funds erwartet 2015 „vor allem einen weiteren Anstieg der Kursschwankungen an den Bond-Märkten“. Hohes Wachstum, aber auch die niedrigen Ölpreise machen aus seiner Sicht in den USA die angekündigte Zinswende im Jahr 2015 wahrscheinlich.

Fondsmanager Bill Gross ist dagegen skeptisch. „Die Weltwirtschaft und ihre Kapitalmärkte stehen derzeit auf sandigem Grund“, schrieb er unlängst in einem monatlichen Investmentkommentar für Janus Investment. Er moniert darin, dass die Weltwirtschaft am Tropf der Notenbanken hänge, man aber dennoch die Notenpresse nicht einfach abstellen kann, ohne eine Rezession auszulösen.

Gross ist Gründer der Allianz-Tochter Pimco und verantwortete den Flaggschiff-Fonds Pimco Total Return. Dieses Portfolio erzielte über Jahrzehnte hohe Gewinne und hat mehr als 200 Milliarden Dollar Kundengeld eingesammelt. Doch seit einiger Zeit fällt die Performance unterdurchschnittlich aus und viele Investoren ziehen Geld ab.

Gross dachte gar nicht daran, seine Kunden bei Laune zu halten, denn der einstige Bond-König hatte für US-Bond-Anleger einfach keine guten Nachrichten: „Investoren müssen künftig einfach mit weniger Rendite rechnen und für dasselbe Ergebnis mehr Geld sparen“, verkündete er mehrmals – und machte sich noch unbeliebter. Schließlich nahm der Siebzigjährige bei Pimco seinen Hut und wechselte zu Janus.

Dort managt er jetzt ein Portfolio, dem er Derivate beimischen darf. Damit hat sein neuer Fonds deutlich bessere Chancen, denn so kann er auch bei fallenden Bondkursen gewinnen. Diese Strategie ist auch für viele Versicherungssparer interessant, die sich auf schwierige Zeiten einstellen wollen.


Absolute-Return-Bond-Fonds sind eine Alternative

Anleger setzen dabei entweder auf Rentenfonds, die wie das Schroders-Produkt Derivate beimischen können. Eine interessante Alternative oder Ergänzung zu konservativen Rentenfonds können aber auch Absolute-Return-Bond-Funds und Wertsicherungsfonds sein. Erstere können unabhängig von der Marktlage positive Renditen erzielen. Sogenannte Wertsicherungs- oder Kapitalschutzfonds sichern einmal erreichte Erträge immer wieder ab.

Der Spitzenreiter in der ersten Kategorie ist der Fonds Bantleon Opportunities S. Seine Manager streben im Schnitt einen absoluten Ertrag von mindestens vier Prozent jährlich an – und haben dieses Ziel im Drei- und Fünf-Jahres-Vergleich auch erreicht – bei unterdurchschnittlichem Risiko.

Ebenfalls mit „sehr gut“ schneidet auch der C-Quadrat Arts Total Return ab. Der Fonds verlor zwar im Krisenjahr 2008 etwa vier Prozentpunkte. Doch seither fiel jedes Geschäftsjahr positiv aus und im Zehn-Jahres-Vergleich erzielte sein langjähriger Manager Leo Willert durchschnittlich 5,7 Prozent per annum, in den vergangenen drei Jahren waren es im Mittel 7,8 Prozent.

Einige Versicherer bieten auch Kapitalschutzfonds an


Wertsicherungsfonds setzen zwar ausgefeilte Techniken ein, um Erträge abzusichern. Dennoch fallen die Renditen gegenüber Absolute-Return-Produkten verhaltener aus. Sie bewegen sich bei etwa zwei bis drei Prozent jährlich. Insgesamt neun Versicherer bieten derzeit gute oder sehr gute Absolute-Return-Bond-Fonds oder Wertsicherungsfonds an. Provinzial Rheinland und Provinzial Nordwest offerieren zudem den Wertsicherungsfonds DekaStruktur: Ertrag 5, der mit 60 Punkten knapp die Wertung „gut“ verfehlt (siehe Tabelle auf Seite 6: „Alternativen zu konservativen Rentenfonds“).


Doch Vorsicht: Nicht überall wo Absolute Return draufsteht, sind auch wirklich sichere Renditen drin. Ein warnendes Beispiel ist der M&W Capital, der von Mack & Weise beraten wird und der mit nur vier Punkten zu den Schlusslichtern im gesamten Ranking zählt.

Der Fonds strebt „eine kapitalerhaltende Positionierung bei gleichzeitiger Wahrung der Renditechancen an“, verlor aber trotz positivem Marktumfeld in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich zehn Prozent jährlich. Ein Fiasko – zumindest für die wenigen Investoren, die in diesen Fonds investiert waren.

Das Beispiel zeigt: Auch bei konservativen Fonds ist es wichtig, die Spreu vom Weizen zu trennen und Fonds sorgfältig auszuwählen. „Je nach Garantieleistung des Vertrages und persönlichem Sparziel sollten Anleger den Wertverlauf ihrer Fondspolice regelmäßig beobachten“, rät Reiner Will, Gründer und Geschäftsführer von Assekurata. „Bei größeren Kapitalmarktverwerfungen oder anhaltend schwacher Fondsperformance kann es sinnvoll sein, die Anlagestrategie anzupassen und Fonds zu wechseln.“


Tabelle: Vergleich der konservativen Rentenfonds


Tabelle: Alternativen zu konservativen Rentenfonds


Alle Teile der Serie


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