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Frankreich Großbanken BNP und Société Générale spüren schwachen Handel in Europa

Im Heimatmarkt leiden die Großbanken unter dem Niedrigzins, in Europa sind es die Währungseffekte. Das hat Folgen für die Erträge.

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Frankreich: BNP und Société Générale spüren schwachen Handel Quelle: Reuters

Paris Die französischen Großbanken BNP Paribas und Société Générale (Société Générale) haben sich im Handel schlechter geschlagen als die US-Wettbewerber. Das drückt auf die Konzernerträge, die bei Société Générale um 2,8 Prozent auf 6,29 Milliarden Euro zurückgingen. Bei BNP Paribas war der Rückgang mit 4,4 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro noch stärker, der Gewinn von Frankreichs größter Bank sank um 17 Prozent auf 1,57 Milliarden Euro.

Société Générale konnte den Gewinn dagegen um 14 Prozent auf 850 Millionen Euro erhöhen – dank geringerer Rückstellungen für faule Kredite. Die Anleger konnte der Gewinnanstieg nicht versöhnen: Die Société Générale-Aktien verloren am Freitag mehr als sieben Prozent, die BNP-Papiere büßten 3,5 Prozent ein.

Sowohl Société Générale als auch BNP Paribas verwiesen auf negative Währungseffekte. Auch die Deutsche Bank hatte ihr schwaches Abschneiden im ersten Quartal unter anderem mit der Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar begründet. Das Marktumfeld sei im Vergleich zum ersten Quartal 2017 glanzlos gewesen, sagte BNP-Chef Jean-Laurent Bonnafé. BNP konnte zwar im Aktienhandel punkten, doch der Anleihenhandel brach ein.

Bei Société Générale stürzte das Ergebnis im Investmentbanking um 57 Prozent ab, die Erträge im Aktienhandel sanken gegen den Branchentrend. Das schlechte Abschneiden im Vergleich zur Konkurrenz sei auf die Zusammensetzung des Geschäfts, das stärker auf strukturierte Produkte ausgerichtet sei, und die stärkere Abhängigkeit von Europa zurückzuführen, erklärte das Institut. Vor allem die US-Wettbewerber hatten vom lebhaften Aktienhandel in Folge der Marktturbulenzen profitiert.

Im Heimatmarkt Frankreich leiden BNP und Société Générale seit Jahren unter den niedrigen Zinsen, die Erträge gingen hier im ersten Quartal leicht zurück.

Societe Generale wartet weiterhin auf die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten wegen angeblicher Manipulationen des Referenzzins Libor und mögliche Verstöße gegen Anti-Korruptions-Regeln bei Geschäften mit dem libyschen Staatsfonds Libyan Investment Authority (LIA). Ein Vergleich wird in den nächsten Tagen oder Wochen erwartet. Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten verharrten bei 2,3 Milliarden Euro.

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