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Frühere HSH Nordbank HCOB will fast die Hälfte der Jobs abbauen

Bei der Ex-Landesbank soll fast jeder zweite Job wegfallen. Gläubiger fordern zudem wegen einer umstrittenen Bewertung von Anleihen Milliarden zurück.

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Die frühere HSH Nordbank peilt für 2019 einen kleinen Gewinn an. Quelle: dpa

Hamburg, Berlin Die Hamburg Commercial Bank (HCOB) hat den geplanten Abbau von rund 44 Prozent ihre Arbeitsplätze unter Dach und Fach gebracht und will nach der Privatisierung 2019 einen kleinen Gewinn machen. Die frühere HSH Nordbank teilte am Donnerstag mit, die Verhandlungen mit dem Betriebsrat zum Interessenausgleich und Sozialplan seien erfolgreich abgeschlossen. „Alles ist eingetütet, jetzt geht es in die Umsetzung hinein“, sagte HCOB-Chef Stefan Ermisch zur Vorlage der Bilanz für 2018.

Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten soll von 1716 Ende 2018 bis 2022 auf rund 955 sinken. Für das laufende Jahr peilt die Bank ein leicht positives Vorsteuerergebnis an, nach 97 Millionen Euro 2018.

Hamburg und Schleswig-Holstein mussten die HSH Nordbank in der Schiffs- und Finanzkrise mit Milliardenhilfen vor dem Aus retten. Auf Druck der EU verkauften sie ihre Landesbank für rund eine Milliarde Euro an Finanzinvestoren um Cerberus und JC Flowers.

Unter den neuen Eigentümern soll die Bank deutlich kleiner und schlagkräftiger werden. So soll die Rendite von etwa zwei Prozent auf über acht Prozent steigen. Deshalb soll es einen drastischen Personalabbau geben, auch weil Aktivitäten ausgelagert oder aufgegeben werden.

Im Streit mit Gläubigern über die Bewertung von Anleihen gibt sich die Geschäftsführung gelassen. „Das Rechtsrisiko schätzen wir als gering ein“, sagte HCOB-Finanzchef Oliver Gatzke am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz. Das Vorgehen sei mit den Aufsichtsbehörden im voraus abgestimmt worden.

Eine Gruppe von Gläubigern fordert von der HCOB eine Milliarde Euro und hat bereits Klage eingereicht. Samt indirekt begebenen Anleihen beläuft sich die Forderung den Investoren zufolge auf 1,4 Milliarden Euro. Die Gläubiger der Hybridinstrumente werfen den neuen HCOB-Eigentümern vor, sich auf ihre Kosten zu bereichern. Die ehemalige Landesbank habe den Wert der Papiere unzulässig heruntergeschrieben. Gatzke sagte, diese „rechtlichen Themen sind aus unserer Sicht weitgehend substanzlos“.

Wenige Tage nach der Privatisierung hatte die HCOB im November mitgeteilt, die Hybridinstrumente zu kündigen. Die Buchwerte der Papiere dürften Ende 2020 nur um die 15 Prozent des Nominalwerts betragen, erklärte das Institut damals. Zum Vergleich: Ende 2017 lagen sie noch bei rund 40 Prozent. Bei Hybridkapital handelt es sich um eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital. Deshalb haften Gläubiger oft für Verluste mit.

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