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Frühjahrstagung USA wollen IWF im Kampf gegen Handelsungleichgewichte einspannen

Trump hat China und Deutschland lange für ihre Überschüsse im Handel mit den USA kritisiert. US-Finanzminister Mnuchin will nun den mächtigen IWF zu Hilfe holen.

WashingtonDer Internationale Währungsfonds soll nach dem Wunsch von US-Finanzminister Steven Mnuchin stärker gegen Handelsungleichgewichte vorgehen. Die Weltbank solle weniger günstige Kredite an China vergeben und mehr an ärmere Länder, sagte Mnuchin am Samstag bei der Frühjahrstagung der beiden Finanzinstitutionen.

„Wir rufen den IWF auf, sich stärker gegen das Problem außenwirtschaftlicher Ungleichgewichte auszusprechen“, sagte Mnuchin laut Redemanuskript. Der IWF solle auch jenseits seiner traditionellen Rolle als Kreditgeber für Länder in Finanznot aktiv werden und die Praktiken von Ländern, die über längere Zeit hohe Handelsüberschüsse erwirtschafteten, stärker beobachten. Die von ihm kritisierte Handelspolitik behindere stärkeres Wachstum in den USA und weltweit und sei ein beständiges Hindernis für die Weltwirtschaft, sagte Mnuchin.

US-Präsident Donald Trump hat wiederholt China, Deutschland und andere Länder dafür kritisiert, dass sie wertmäßig mehr an die USA verkaufen als von dort kaufen. Er hat mit Importzöllen auf Stahl und Aluminium aus vielen Ländern und der Androhung weiterer Zölle auf chinesische Importgüter die Handelspolitik der USA protektionistischer ausgerichtet.

Mnuchin sagte, die Weltbank dürfte nicht aufhören, die Kreditvergabe an rasch wachsenden Ländern wie China zu reduzieren und ärmeren Ländern mehr Geld zu leihen. Die Weltbank solle ihre Ressourcen stärker ausrichten auf „ärmere Schuldner und weg von Ländern, die besser in der Lage sind, ihre eigenen Entwicklungsziele zu finanzieren“, so der US-Finanzminister.

Andere Teilnehmer der Frühjahrstagung kritisierten die Handelspolitik der USA. „Wir lehnen Schritte Richtung Protektionismus und weg von der regelbasierten internationalen Handelsordnung entschieden ab“, sagte der isländische Zentralbankgouverneur Már Gudmundsson. „Einseitige Handelsrestriktionen werden der Weltwirtschaft nur Schaden zufügen“, sagte er.

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire sagte, die Spannungen zwischen den USA und China hätten eine besorgniserregende Wendung genommen.

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