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Führungsdebatte Die Deutsche Bank schweigt zur Top-Personalie Cryan

Die Deutsche Bank äußert sich weiter nicht zur Debatte um Vorstandschef Cryan. Gleichzeitig soll das Investmentbanking intensiv geprüft werden.

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Deutsche Bank schweigt zur Top-Personalie John Cryan Quelle: dpa

Frankfurt Die Diskussion um die Führung der verlustreichen Deutschen Bank hält an. Dagegen herrschte Bei der Deutschen Bank selbst herrscht weiter Schweigen: Weder Konzernsprecher, noch Topmanager kommentierten öffentlich die Berichte vom Vortag – unter anderem des Handelsblatts –, wonach Aufsichtsratschef Paul Achleitner einen Nachfolger für den zuletzt glücklos agierenden Bankchef John Cryan sucht.

Der SPD-Wirtschaftspolitiker Bernd Westphal bezeichnete die Situation bei dem Institut als „alles andere als positiv“. Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: „Das Management der Deutschen Bank muss seinen Job machen, für den es bezahlt wird. Wer 2,3 Milliarden Euro Boni ausschüttet, muss auch liefern.“

Vorstand und Aufsichtsrat sollten eine bessere Performance abgeben, sagte Westphal. „Ungeklärte Personalfragen erfordern smartes Management und Professionalität. Das kann die Politik von so einem bedeutenden Unternehmen wie der Deutschen Bank erwarten.“

Keinen Kommentar gab indes Regierungssprecher Steffen Seibert ab. „Die Deutsche Bank ist ein Privatunternehmen. Ich werde deswegen hier keine Spekulationen betreiben“, sagte Seibert am Mittwoch.

Die Deutsche Bank hat drei Jahre hintereinander Verluste geschrieben. Zwar hat Bankchef Cryan einen Teil der problematischen Themen inzwischen abgearbeitet, allen voran gefährliche Rechtsstreitigkeiten. Jedoch ist es ihm bislang nicht gelungen, das einst so gewinnträchtige Kapitalmarktgeschäft der Deutschen Bank auf Vordermann zu bringen. Vor einer Woche schockte der Vorstand die Anleger sogar mit der Nachricht über deutlichen Gegenwind in der Sparte. Die Aktie brach ein.

Nach Reuters-Informationen hat die Bank am Mittwoch mit einer umfassenden Prüfung der Investmentbanking-Struktur begonnen. Die Pläne wurden in Medienberichten als „ Project Colombo“ bezeichnet. Am Ende dieser Prüfung soll es Empfehlungen an den Vorstand geben, die theoretisch auch weitere Stellenstreichungen und den Rückzug aus oder die Stärkung von speziellen Aktivitäten beinhalten könnten.

Am Dienstag berichtete die britische Zeitung „The Times“, Aufsichtsratschef Achleitner sei auf der Suche nach einem Nachfolger für Cryan und habe bereits Kandidaten angesprochen. Das deckt sich mit entsprechenden Informationen des Handelsblatts. Cryans Vertrag läuft regulär bis 2020.

Die Führungsdebatte kommt aus Sicht des Bankenexperten Hans-Peter Burghof zur Unzeit. „Die Sanierung ist noch nicht abgeschlossen“, sagte Burghof der Deutschen Presse-Agentur. „Ein möglicher Nachfolger von Vorstandschef John Cryan müsste eigentlich die Mitarbeiter motivieren und ihnen eine Perspektive bieten. Doch dazu sind im Moment noch zu viele Baustellen offen.“ Gerade erst hat Cryan die Fondstochter DWS an die Börse gebracht, die Integration der Tochter Postbank läuft auf Hochtouren.

Burghof schließt nicht aus, dass interne Konflikte der Bank nach außen getragen wurden, um bestimmte Ziele zu erreichen. „Die Deutsche Bank hat offenkundig Probleme mit der Loyalität einiger Mitarbeiter“, sagte der Experte von der Universität Hohenheim.

Schon seit längerem wird ein Zerwürfnis von Aufsichtsratschef Achleitner und Bankchef Cryan kolportiert. Beobachter verweisen allerdings darauf, dass durch einen Abgang von Cryan auch Achleitner selbst beschädigt werden könnte: Achleitner hatte den als Sanierer geschätzten ehemaligen UBS-Finanzchef Cryan selbst zur Deutschen Bank geholt.

Die Unsicherheit über die Entwicklung bei der Deutschen Bank spiegelt sich auch im Aktienkurs wider: Allein seit Jahresbeginn hat das Papier nun schon 30 Prozent an Wert verloren. Am Mittwoch ging es ebenfalls abwärts. Die Aktie notierte am Nachmittag über ein Prozent tiefer.

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