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Digitalisierung Im Mittelstand wartet man, bis es zu spät ist

Dass Daten Plattformen schneller schlau machen, haben vor allem US-Unternehmen erkannt.

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Der Prototyp amerikanischen Großmäulertums: WeWork in New York. Quelle: REUTERS

Das Start-up WeWork in New York ist der Prototyp amerikanischen Großmäulertums. WeWork mietet oder kauft Büroräume an, streicht dort die Wände bunt, stellt Sofas und Sitzbälle rein, eine Bar und ein paar Schreibtische dazu: Fertig ist das Coworking Space zum Weitervermieten an die Millennials in den Hipster-Metropolen. Mit diesem Image fing WeWork mal an, breitete sich rasant auf der Welt aus. Büros gibt es inzwischen auch in Berlin, Frankfurt und Hamburg.

WeWork ist aber auch der Prototyp amerikanischer Digitalisierungswut: Längst hat sich WeWork verwandelt, stellt Büros für Konzerne weltweit zur Verfügung und punktet dabei mit einen besonderen Angebot: An den Arbeitsplätzen messen Sensoren, wo wie lange jemand gesessen hat, wo Platz verschwendet wird oder optimiert werden kann, wann das Licht ausgeschaltet werden sollte und wann besser die Heizung aufgedreht wird. Ein Betriebssystem für die globale Büroverwaltung habe man so aufgebaut, man sei längst eine globale Plattform, kein gewöhnliches Unternehmen mehr, raunen Manager einem beim Besuch dort zu. Im nächsten Jahr will man 1000 neue, maximal effiziente Büroflächen pro Monat eröffnen.

Der Plattform-Kapitalismus fing im Internet für Verbraucher mal an und hat Amazon oder Facebook hervorgebracht. Die lassen kaum Platz für Konkurrenten an ihrer Seite. Nun breitet er sich in der Industrie aus. Kein Start-up an der US-Ostküste tritt noch an, ohne eine globale Plattform aufbauen zu wollen. Das Produkt selbst ist ein Trojanisches Pferd, ganz gleich, ob es sich dabei um intelligente Glühbirnen oder 3D-Drucker handelt.

Nicht alle US-Angreifer werden erfolgreich sein. WeWork ist 21 Milliarden Dollar wert und wird möglicherweise von seinen Investoren überschätzt. Aber es hat die beste Vorarbeit geleistet: Daten sind im Zeitalter der künstlichen Intelligenz wichtiger denn je zuvor.

Je mehr davon in die KI-Systeme einfließen, desto besser erkennen diese Muster und optimieren sich selbst immer fort. Vorsprünge sind dann kaum noch aufzuholen, denn die selbstlernenden Maschinen werden ja immer schneller darin, immer besser zu werden, bis die perfekte Plattform steht.

Auch deutsche Unternehmen generieren viele Daten. Doch Datenschutz und der Betriebsrat verhindern viel zu oft, dass diese strategisch eingesetzt werden, um künstlich intelligente Plattformen hochzuziehen. Und im Mittelstand wartet man sowieso ab. Bis es zu spät ist und ein Großmaul alle Kunden abgrast.

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