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Lichtschwert und Cybergeld Die wichtigsten Tech-Trends 2018

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Blockchain und 5G-Mobilfunk

Blindes Vertrauen – Blockchain

Unter den Menschen, die in den vergangenen Wochen staunend die Kursentwicklung der Kryptowährung Bitcoin verfolgten, waren auch so manche IT-Experten. Doch statt die atemberaubende Wertsteigerung der Cyber-Münzen wundert die Digitalexperten vor allem eines: Der Hype betrifft eine Idee, die in der schnelllebigen IT-Welt schon ein ziemlich alter Hut ist. 2018 wird es nämlich bereits zehn Jahre her sein, dass das Zahlungssystem Bitcoin erfunden wurde.

Warum also plötzlich so viel Aufhebens um die angestaubte Idee? Die naheliegende Antwort ist natürlich, dass sie einige Wenige derzeit ziemlich rasch, ziemlich reich macht und ziemlich Viele über kurz oder lang deutlich ärmer.

Wichtiger ist, dass der Bitcoin-Hype zeigt, wie weit die zugrunde liegende Technologie – Blockchain genannt – inzwischen in den Fokus von Unternehmen unterschiedlichster Branchen gerückt ist.

Banken, Versicherungen, Börsen, Krankenhäuser, Energieversorger, Handelsketten: Es gibt kaum eine Industrie und kaum ein Unternehmen von Relevanz, das sich nicht mit der Blockchain befasst.

Weil die Technologie – jedenfalls in der Theorie – Vermittler ebenso überflüssig macht, wie zentrale Trustcenter, die die Glaubwürdigkeit und Gültigkeit von Verträgen, Währungen oder Handelsplattformen von außen garantieren, lässt sich das Disruptionspotenzial für fast alle Wirtschaftsfelder gar nicht überschätzen.

Bisher steht der Beweis allerdings noch aus, dass die Idee auch in der Praxis so machtvoll ist, wie es die Theorie verspricht. Anlässlich der vielen Blockchain-Projekte, die 2018 in den Test gehen oder sich als Start-ups an den Markt wagen, wird das kommende Jahr zum ersten großen Realitäts-Check der Technologie.

Diverse Anwendungen für die Blockchain

Der Zeit voraus – 5G-Mobilfunk

Ob BER oder Stuttgart 21: Es ist das Wesen technologischer Großprojekte, dass teurer und in der Regel verspätet fertig werden. Umso überraschender ist, dass ausgerechnet ein so gigantisches Vorhaben, wie die Entwicklung einer neuen, weltweit gültigen Mobilfunkgeneration vor dem Zeitplan liegt. Statt wie geplant Mitte 2019 werden grundlegende Standards für die künftigen 5G-Mobilfunknetze bereits ein Jahr früher verabschiedet. Erste serienreife Technik könnte tatsächlich schon bis Jahresende 2018 verfügbar sein.

Netzausrüster, Netzbetreiber und Normengremien legen damit die Basis für den radikalsten Wandel der drahtlosen Kommunikation - mindestens seit dem Start der Digitalfunknetze vor rund einem Vierteljahrhundert. Denn im Zeitalter von 5G werden nicht mehr „nur“ Hunderte von Millionen Menschen weltweit via Mobilfunk kommunizieren, sondern Abermilliarden von Maschinen.

Ob voll vernetzte Fabrik, ob Zusammenarbeit von Mensch oder Maschine oder autonomes Fahren im Massenverkehr – keines dieser Zukunftsszenarien ist ohne 5G realisierbar.

Die Bedeutung dieses Umbruchs lässt sich nur erahnen, wenn man vergleicht, wie tiefgreifend die mobile Kommunikation und fast flächendeckende Verfügbarkeit des mobilen Internets unseren Alltag seit den frühen Neunzigerjahren verändert hat: Wer heute groß wird, kann sich – nur eine menschliche Generation nach dem Start der D- und E-Netze – ein Leben ohne Smartphone nicht mehr vorstellen. Nun erreicht die allumfassende, schnurlose Vernetzung das Heer der Maschinen und Geräte in Industrie und Haushalten.

Was auch immer in den nächsten ein, zwei Dekaden an Technik miteinander funkt, es wird zu großen Teilen 5G-Infrastrukturen nutzen.

Bis die Netze der fünften Generation flächendeckend verfügbar sind, werden noch fünf bis acht Jahre vergehen. Aber der Einstieg in den Umstieg beginnt 2018 – mit Testnetzen in Hamburg, Venedig, den USA und, pünktlich zum Start der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang im Februar, in Südkorea.

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