WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Pixel 3, Slate, Home Assistant Das sind Googles Neuheiten aus New York

Nur die größere Variante Pixel 3 XL hat eine „Notch“ am oberen Rand, wie sie das iPhone X im letzten Jahr eingeführt hat. Quelle: Markus Mielek für Google LLC

Mit einer neuen Generation seiner Pixel-Smartphones sowie einem ultraportablen Tablet-PC will Google die Konkurrenz bei Apple und Microsoft unter Druck setzen. Werden die Newcomer dem Anspruch gerecht?

Es ist eine riskante Strategie, die der Digitalkonzern Google im Geschäft mit Smartphones betreibt. Einerseits entwickelt der Suchmaschinengigant aus Kalifornien mit Android das weltweit meistgenutzte Smartphone-Betriebssystem und lizenziert es an unzählige Telefonhersteller von Alcatel bis Xiaomi.

Andererseits tritt Google mit eigenen Handys in direkte Konkurrenz zu genau den Unternehmen, denen es seine Dominanz im mobilen Internet verdankt. Das sorgt in den Chefetagen der großen Telefonhersteller seit Jahren für nur mühsam kaschierte Missstimmung. Es ist vor allem die Abhängigkeit von Android, die größeren Aufruhr der Handy-Produzenten unterdrückt.

Zwei Generationen seiner „Pixel“ genannten High-End-Smartphones hat Google seit 2016 bereits auf den Markt gebracht. Nun kommt die dritte Auflage der Geräte in den Handel, mit denen der Konzern seine Dienste noch näher und möglichst ohne Umwege an die vernetzte Kundschaft bringen will.

Am Dienstag hat Google zu den Klängen des Beatles-Hits „Help“ – ein klarer Verweis auf die Dienste des integrierten Google-Assistenten – das Pixel 3 und die etwas voluminösere Version, das Pixel 3 XL in New York vorgestellt. Daneben bringt das Unternehmen mit dem Pixel Slate einen neuen Tablet-Rechner sowie den Google Home Hub auf den Markt. Dabei handelt es sich um ein smartes Display, das die Steuerung des – idealerweise mithilfe von Googles Diensten vernetzten – Zuhauses per Finger- oder Sprachsteuerung ermöglichen soll.

Technik fürs Premium-Segment

Pünktlich zum Ende des Launch-Events schaltete Google die Vorbestellseite für die neuen Telefone im Netz frei. An deutsche Kunden sollen die in Weiß, Schwarz und einem leichten Rosaton bestellbaren Geräte ab Anfang November ausgeliefert werden; dann schon mit der neuesten Betriebssystem-Variante: Android 9 „Pie“.

Der Anspruch des Konzerns ist klar: Google zielt aufs Premium-Segment – sowohl beim Format der Geräte als auch beim Preis. Das kleinere Pixel 3 besitzt ein 5,5-Zoll-Display und liegt damit nur wenige Millimeter unterhalb von Apples neuem iPhone Xs beziehungsweise dem direkten Android-Konkurrenten Samsung Galaxy S9 (beide mit 5,8 Zoll Diagonale). Interessant ist, dass Google beim kleinen Pixel auf einen Bildschirm im reinen 18:9-Format setzt und auf die neudeutsch „Notch“ genannte Kerbe am oberen Displayrand verzichtet, die Apple mit dem iPhone X erstmals als Designmerkmal eingeführt hatte.

Das größere Pixel 3 XL kommt (mit Notch) in den Handel und hat genauso ein 6,3-Zoll-Display wie Samsungs Pendant, das S9+. Apples Top-Modell, das iPhone XS Max, liegt mit seinem 6,5-Zoll-Touchscreen etwas darüber. Alle drei Hersteller setzen auf die besonders brillante und farbstarke Displaytechnologie der selbstleuchtenden OLED-Bildschirme.

Preise auf Samsung-Niveau

Samsung, einer der wichtigsten Produzenten dieser Displays, ragt – was Wunder – mit durchweg 4,26 Millionen Pixeln Bildschirmauflösung bei beiden Telefonen aus der Konkurrenz heraus. Google spendiert ein derart detailreiches Display nur dem Pixel 3 XL. Das Pixel 3 bewegt sich mit seinem 2,33-Megapixel-Bildschirm merklich niedriger, auch unterhalb der neuen iPhones mit ihren 2,74- und 3,4-Megapixel-Displays. Im Alltagseinsatz dürfte das allerdings kaum erkennbar sein.

Das Pixel 3 mit 64 Gigabyte Speicher positioniert Google zu Preisen ab knapp 850 Euro auf dem Niveau des vergleichbaren Samsung-Konkurrenten und markant niedriger als Apples iPhone Xs (ab 1150 Euro). Ähnlich sieht es beim 3 XL aus: Das startet mit 950 Euro für die 64-Gigabyte-Variante ebenfalls nahe bei Samsungs S9+ und rund 300 Euro unterhalb des iPhone XS Max. In der 128-Gigabyte-Version sind die neuen Telefone, die sich beide nicht über eine SD-Karte erweitern lassen, jeweils 100 Euro teurer.

Wer einen Indikator sucht, was Google der Zugriff auf die Nutzerdaten und die Analyse des Surfverhaltens über die Pixel-Handys wert ist, der findet im Preisnachlass gegenüber dem iPhone – dessen Hersteller sich nicht über den Datenhandel refinanziert, sondern vom Hardwareverkauf lebt – einen merklich dreistelligen Indikator.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%