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Revolution auf Rädern Was taugen Chinas E-Auto-Pioniere?

E-Auto: Nio und Byton bringen die Revolution auf Rädern Quelle: Byton

Nio und Byton mischen den Markt mit der Mobilität der Zukunft in China auf. Warum dahinter mehr steckt als staatlich erzwungener Hype.

Von weitem wirkt der K-Byte wie eine langgestreckte Limousine, die andere Autohersteller auch verkaufen: Ein etwa fünf Meter langes Gefährt in konventionellem Design. Und mit den nach innen gewölbten Falzen auf der Motorhaube ähnelt er auffällig der 3er Serie von BMW.

Bei näherem Hinsehen stechen dann die futuristischen Details hervor. Anstelle der Außenspiegel sind Kameras installiert. Türöffner fehlen völlig. Stattdessen soll das Auto seinen Eigentümer per Kamera und Gesichtserkennungssoftware identifizieren. Zwischen den LED-Scheinwerfern ist ein Lichtstreifen installiert, mit dem Fußgängern etwa signalisiert werden kann: Achtung, hier kommt ein Auto. Denn Lärm macht das vollständig elektrisch betriebene Auto keinen.

Noch handelt es sich beim K-Byte des chinesischen Autoherstellers Byton um eine Studie, den Mutterkonzern Future Mobility im Juni auf der Unterhaltungselektronik-Messe CES Asia in Shanghai vorstellte. Ein Werk in der ostchinesischen Stadt Nanjing wird erst noch gebaut. Doch schon jetzt sorgt der K-Byte in der Branche für großes Aufsehen.

Das ist der neue China-Knaller
Nio ES8 - E-SUV im XXL-Format Quelle: Nio
Eigentlich ist der ES8 recht konventionell gezeichnet, doch die Front versprüht eine leicht futuristische Aura Quelle: Nio
Über fünf Meter ist der Nio ES8 lang Quelle: Nio
Der ES8 bietet ein aufgeräumtes Cockpit mit zwei großen Displays Quelle: Nio
Dank Leder bietet der Nio ES8 ein wohnliches Ambiente Quelle: Nio
Die hinteren beiden Sitzreihen lassen sich im ES8 umklappen Quelle: Nio
Der Beifahrersitz des Nio ES8 lässt sich zur Liege wandeln Quelle: Nio

Bis zu 520 Kilometer soll die Batterie der Limousine dank zweier Elektromotoren durchhalten. Beachtlich auch die Aufladegeschwindigkeit: In 20 Minuten soll der Akku halb voll sein, in 30 Minuten per Schnelllader sogar zu 80 Prozent. Wenn der K-Byte ab 2021 auf den Markt kommt, wird der Fahrer zwar noch hinter dem Lenkrad sitzen. Doch berühren muss er es nicht mehr. Pedale sind nur vorhanden, falls der Fahrer ab und zu doch selbst aufs Gas treten möchte. Das Auto hat dann Autonomie-Level vier erreicht. Darüber gibt es nur noch Stufe fünf – die steht für Autos, die vollständig alleine fahren.
Der K-Byte ist das vielleicht ambitionierteste Versprechen an die Zukunft der Mobilität in China, doch eine Ausnahmeerscheinung ist er nicht. Die Konkurrenten heißen Thunder Power, Lucid Motors, Faraday Future, WM – es vergeht kaum ein Monat, in dem nicht ein neuer Anbieter für E-Mobile auf dem größten Automarkt der Welt die Bühne betritt. Im Juni startete das Shanghaier Start-up NextEV die Auslieferung seines rein elektrisch betriebenen Geländewagens Nio ES8.

Auch das Nio-Gefährt ist erfolgversprechend: Es kann in 4,4 Sekunden von null auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen. 350 Kilometer schafft der ES8 nach Angaben des Herstellers mit einer Akkuladung. Und dank einer Schnellladefunktion soll der Akku innerhalb von nur einer Stunde aufgeladen werden können. Für Fahrer, die es besonders eilig haben: Der Akku kann innerhalb von drei Minuten ausgetauscht werden. Der Hersteller lockt sogar mit dem Versprechen, im Notfall die Batterie zum Kunden zu fahren. Dafür gibt es einen extra Auslieferservice. Vor allem aber ist das chinesische Elektroauto mit umgerechnet rund 60.000 Euro nur halb so teuer wie Teslas Model X.

China ist nach Einschätzung des Beratungsunternehmen Roland Berger dabei, zum globalen Innovationstreiber in der Automobilindustrie aufzusteigen. Im Rennen um E-Mobilität habe sich das Reich der Mitte schon jetzt eine Führungsposition erarbeitet. „Kein anderes Land ist so fortschrittlich und offen für neue Technologien“, sagt Wolfgang Bernhart, Partner bei Roland Berger. China habe sich längst „von der Werkbank zum Labor der Industrie entwickelt.“

Der Erfolg ist allerdings keineswegs allein der technischen Überlegenheit geschuldet. Die chinesische Regierung hat strenge Vorgaben gemacht. Bereits ab dem kommenden Jahr muss jedes zehnte in der Volksrepublik produzierte Auto ein Elektroauto oder zumindest mit einem Hybridmotor ausgestattet sein. Zugleich fördert der Staat den Verkauf von Elektroautos kräftig: Neben Lotterie und Nummernschild-Versteigerung für Benziner in Großstädten gibt es auch Subventionen beim Kauf eines E-Autos. 700.000 von ihnen sollen allein in diesem Jahrverkauft werden. Nach Schätzungen der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) werden die Verkäufe umweltfreundlicher Fahrzeuge in China bis 2020 auf 1,4 Millionen Stück in die Höhe schießen. Bis 2025 soll dann ein Fünftel aller verkauften Fahrzeuge in China elektrisch fahren. Der Hype um Elektromobilität ist also staatlich erzwungen.

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