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Sprachsteuerung Wie die Digitalisierung Produktnamen beeinflusst

Amazon Echo Plus Quelle: AP

Ein guter Produktname bleibt im Kopf. Noch sind Schriftbild oder Logo besonders wichtig. In Zeiten des Smart Home drängt ein anderer Aspekt in den Vordergrund: Wie spreche ich den Namen eigentlich korrekt aus?

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"Alexa" und "OK, Google" dürften in den kommenden Wochen immer häufiger in deutschen Wohnzimmern gerufen werden. Unter dem ein oder anderen Weihnachtsbaum wird ein Smart-Home-Lautsprecher liegen. Kaum sind Amazon Echo oder Google Home ausgepackt, wird der intelligente Sprachassistent auf Herz und Nieren geprüft.

Während bei den ersten Demonstrationen im Familienkreis noch die Frage nach dem Wetter oder die Steuerung der Musik ausreicht, spielen die Lautsprecher ihre eigentlichen Fähigkeiten erst voll aus, wenn mit ihnen das Smart Home per Sprachbefehl gesteuert wird. Wenn Alexa das Licht an- und ausschaltet oder Google die Heizungsthermostate regelt, ändert das nicht nur die Art und Weise, wie wir Haus und Wohnung nutzen. Es ändert auch die Produkte selbst – und deren Namen.

"Derzeit liegt der Fokus noch auf dem Namen in seiner geschriebenen Form", erklärt Sybille Kircher, Geschäftsführerin der Namensagentur Nomen. Dazu kommen weitere Kriterien: "Zukunftsfähige Namen müssen die Produktpositionierung für Anwender weltweit nachvollziehbar und ansprechend widerspiegeln, möglichst frei von bestehenden Markenrechten Dritter und zudem als eigene URL sowie als App verfügbar sein."

Durch den digitalen Wandel kommt noch eine weitere Anforderung an einen guten Markennamen hinzu. "Künftig wird die gesprochene Sprache ein entscheidendes Kriterium für die Wahl des Namens sein, da immer mehr Produkte sprachgesteuert sind", erklärt Kircher. "Wichtig ist, dass elektronische Geräte den jeweiligen Namen zweifelsfrei erkennen, egal mit welchem Akzent oder Dialekt er ausgesprochen wird."

Ein Beispiel: Das Smart-Home-Lichtsystem von Philips heißt Hue. Wenn Amazon Echo und Co. die Lampe anschalten, dimmen oder die Farbe ändern sollen, steht die Spracherkennung vor einer Herausforderung. Spricht der Nutzer den Markennamen deutsch aus? Oder doch englisch? Und wie wird es sich anhören, wenn etwa ein Franzose "Hue" sagt? Auf solche Szenarien muss ein idealer Markenname vorbereitet sein.

Was Sie schon immer einmal von Alexa wissen wollten…

Die Digitalisierung wird alle Branchen weiter stark beschäftigen – nicht nur die Ingenieure und Entwickler, sondern auch die Marketing-Fachkräfte.

"Bei all den Daten, Automatismen und Formen künstlicher Intelligenz dürfen wir allerdings nicht vergessen, dass Marken für Menschen gemacht werden", sagt Kircher. "Emotionalisierung ist der Schlüssel zum Erfolg und die gemeinsame Aufgabe von Markenname, Markensprache und Markenkommunikation."

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