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Gebühren am Automaten Auch Volksbanken verteuern das Geldabheben

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„Intransparent und kundenunfreundlich“


Die Volksbank Lahr verteidigt ihre Gebühren und verweist auf Nachfrage der Lahrer Zeitung darauf, dass sie das Konto schon seit längerer Zeit anbiete. „Wer nur wenig Buchungen hat, für den kann sich der günstigere Tarif lohnen“, so eine Bank-Sprecherin. Die Kunden würden die Konditionen kennen, und noch in diesem Jahr wolle die Bank neue Kontomodelle vorstellen.

Bei allen bisher genannten Instituten erhalten Kunden einige Freiabhebungen pro Monat, bevor es am Automaten teuer wird. Andere Volksbanken gehen noch weiter. Die VR-Bank Neuwied-Linz etwa erlaubt bei ihrem Kontomodell „VR-Giro Individual“ gar keine kostenlosen Verfügungen mehr – und berechnet schon ab der ersten Abhebung ein Entgelt von 30 Cent.

Wie hoch genau die Gebühren je nach Genossenschaftsbank ausfallen, ist für Außenstehende oft nicht zu durchschauen. Einige Genossenschaftsbanken machen ihre Geldautomatengebühren transparent, bei der VR-Bank Neuwied-Linz und der Volksbank Lahr findet sich der Preisaushang im Internet. Andere geben sich zugeknöpft. Wer sich zum Beispiel bei der VR-Bank Schopfheim-Maulburg über die Preise fürs Geldabheben informieren will, muss bereits Kunde sein, scheitert sonst an einer Passwortschranke.

Deutschlands beste Sparkassen – aus Kundensicht
Platz 10 – Stadtsparkasse AugsburgSo schlimm wie dieser zerstörte Schriftzug andeutet, ist es um das Ansehen der Stadtsparkasse Augsburg nicht bestellt. Im Gegenteil: Das Geldhaus erreicht mit einer Gesamtwertung von 3,62 Punkten Platz zehn der Rangliste, die das Bewertungsportal WhoFinance erhoben und die „Bild am Sonntag“ veröffentlicht hat. Ein Punkt bedeutet im Ranking eine miese Beratung, fünf Punkte sind die Bestnote. Die Ergebnisse der Stadtsparkasse Augsburg im Detail: Altersvorsorge (3,85), Geldanlage (3,88), Baufinanzierung (3,88), Konto & Kredit (3,84). Quelle: DPA
Platz 9 – Sparkasse MainzDas Rheinufer in Mainz: Mit ihren Bewertungen kann sich das Geldinstitut ebenso sehen lassen. Die Gesamtbewertung von 3,65 Punkten setzt sich zusammen aus Altersvorsorge (3,98), Geldanlage (4,17), Baufinanzierung (4,03), Konto & Kredit (3,83). WhoFinance hat mehr als 300.000 Bewertungen in der Datenbank. Für das Ranking wurden dabei Banken mit mindestens zehn bewerteten Filialen und 500 Bewertungen berücksichtigt. Quelle: DPA
Platz 8 – Nassauische SparkasseDie Nassauische Sparkasse hat ihren Hauptsitz in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden – und schiebt sich mit einer Bewertung von 3,65 Punkten nur knapp am Sparkasse-Nachbarn aus Mainz vorbei. Die Teilbewertungen: Altersvorsorge (3,82), Geldanlage (3,83), Baufinanzierung (3,78), Konto & Kredit (3,82). Hierbei sei angemerkt: Die Gesamtnote ist nicht gleich dem Durchschnitt der Teilnoten. In die Gesamtnote fließt auch die allgemeine Bewertung der Bank ein, da nicht jeder Kunde eine präzise Teilbewertung abgibt. Quelle: PR
Platz 7 – Sparkasse DortmundEine von zwei Sparkassen aus dem Ruhrgebiet unter den Top-Sparkassen: Die Sparkasse Dortmund erreicht eine Gesamtwertung von 3,69 Punkten. Die Teilbewertungen: Altersvorsorge (3,74), Geldanlage (3,68), Baufinanzierung (3,69), Konto & Kredit (3,72). Quelle: DPA
Platz 6 – Sparkasse BielefeldKnapp vor Dortmund kommt Bielefeld: Die dortige Sparkasse wird von ihren Kunden häufig weiterempfohlen. Die Teilbewertungen: Altersvorsorge (3,87), Geldanlage (3,83), Baufinanzierung (3,82), Konto & Kredit (3,87). Quelle: DPA
Platz 5 – AachenDer Aachener Kaiserdom: Die Sparkasse der Stadt an der Grenze zu Belgien überzeugt viele Kunden. Die Gesamtbewertung liegt bei 3,72 Punkten. Besonders mit der Geldanlage scheinen die Bewertenden bei WhoFinance zufrieden: Altersvorsorge (3,89), Geldanlage (3,95), Baufinanzierung (3,80), Konto & Kredit (3,86). Quelle: DPA
Platz 4 – BW BankDie Baden-Württembergische Bank erreicht eine Gesamtwertung von 3,77 Punkten und schrammt damit knapp am Treppchen vorbei. Die Einzelwertungen: Altersvorsorge (3,99), Geldanlage (4,00), Baufinanzierung (3,97), Konto & Kredit (3,94). Quelle: DPA

Als ähnliches Geschäftsgeheimnis betrachten auch viele andere Volks- und Raiffeisenbanken ihren Preisaushang, verbergen ihn hinter Login-Schranken oder verweisen gleich auf die Schautafeln einzelner Filialen. Ähnlich verhalten sich viele Sparkassen. Auf den Internetseiten der Institute finden sich Hinweise wie: „Die Preise für weitere Dienstleistungen und die Wertstellungsregelungen im normalen Geschäftsverkehr mit Privatkunden entnehmen Sie bitte dem Preis- und Leistungsverzeichnis am Schalter“, oder auch: „das Preis- und Leistungsverzeichnis liegt für Sie in unseren Filialen aus“.

Verbraucherschützer kritisieren diese Praxis als intransparent und kundenunfreundlich. „Die Banken scheinen immer kreativer zu werden, um Preiserhöhungen mit Verweis auf die angeblich politisch gewollte Niedrigzinsphase durchsetzen zu können“, urteilt etwa Niels Nauhauser, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, gegenüber dem Südkurier. Kunden sollten sich im Zweifel zur Wehr setzen, so der Rat der Experten, und bei einer Gebührenerhöhung einen Bankwechsel in Erwägung ziehen.

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