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Geldhäuser Großbanken-Reform: Stabilitätswächter sehen noch Chancen für Verbesserung

Der Finanzstabilitätsrat überwacht die Risiken für das weltweite Finanzsystem. Die Experten erkennen Fortschritte bei den Reformen im Bankensektor, üben aber auch Kritik.

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Die Reformen nach der Finanzkrise haben die Institute widerstandsfähiger gemacht, urteilt der Finanzstabilitätsrat. Quelle: Reuters

Die internationalen Stabilitätswächter machen bei den globalen Finanzreformen zum Schutz vor den Folgen eines Zusammenbruchs von Großbanken noch Nachbesserungsbedarf aus. Nach wie vor gebe es Hürden für die Abwickelbarkeit systemrelevanter Institute, hieß es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Finanzstabilitätsrats (FSB), der die nach der Finanzkrise angestoßenen „Too-big-to-fail“-Reformen bewertete.

Zudem halte die staatliche Unterstützung für Banken in Schieflage an. Mehr öffentliche Informationen zu Abwicklungsplänen und Finanzierungsmechanismen seien nötig, um die Glaubwürdigkeit der Reformen zu stärken.

Der FSB überwacht im Auftrag der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) die Risiken für das weltweite Finanzsystem. Die internationalen Bankenregulierer hatten nach der Finanzkrise die Vorschriften für global systemrelevante Institute verschärft.

Diese sind unter anderem dazu angehalten, einen zusätzlichen Kapitalpuffer (TLAC - „Total Loss Absorbing Capacity“) bestehend aus Eigenkapital und bestimmten Anleihen aufzubauen. Diese sollen im Falle einer Abwicklung herangezogen werden. Dem Bericht zufolge kann die Umsetzung dieser Kapitalpuffer aber noch verbessert werden. Auch bestünden weiterhin Lücken bei den Informationen, die Behörden und Regulierern dazu zugänglich seien.

Insgesamt sieht der Bericht die Gefahr aber deutlich verringert, dass Steuerzahler wie noch zur Zeit der Finanzkrise mit ihren Geldern in Schieflage geratene Großbanken retten müssen. Die „Too-Big-To-Fail“-Reformen hätten die Institute widerstandsfähiger und abwickelbarer gemacht und dadurch der Gesellschaft Vorteile gebracht. Der FSB taxierte den Nutzen der Reformen auf insgesamt 216 Milliarden Dollar und ihre Kosten auf rund 65 Milliarden Dollar.

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