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Geldmarkt-Referenzsatz EZB erwägt neue Möglichkeiten

Die EZB denkt über einen eigenen Geldmarkt-Referenzsatz nach. Dieser könne in manchen Fällen als alternativer Referenzwert dienen. Nach einem fehlgeschlagenen Reformversuch der Finanzbranche wäre das ein neuer Ansatz.

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Der sogenannte Euribor-Referenzzins war zuvor gescheitert. Quelle: dpa

Frankfurt/London Die Europäische Zentralbank (EZB) erwägt nach Manipulationen und einem fehlgeschlagenen Reformversuch der Finanzbranche einen eigenen Geldmarkt-Referenzsatz. Die EZB und das Eurosystem stünden bereit zu prüfen, ob sie einen solchen Satz auflegen, sagte ein EZB-Sprecher am Donnerstag. Dieser könne in manchen Szenarien als alternativer Referenzwert dienen. Zuvor war bekannt geworden, dass eine geplante Überarbeitung der Methode, wie der so genannte Euribor-Referenzzins festgesetzt wird, zunächst gescheitert ist. Dieser Zins ist Basis für unzählige Geschäfte im Volumen von hunderten Billionen Euro. An ihm orientieren sich etwa Zinsen für Kredite.

Das Europäische Geldmarkt Institut (EMMI), das den täglichen Euribor-Referenzsatz veröffentlicht, wollte eine neue Methode zur Feststellung des Satzes basierend auf Markttransaktionen entwickeln. Aber nach Testläufen habe sich das aufgrund des aktuellen Marktumfelds als nicht machbar erwiesen, teilte das EMMI am Donnerstag mit. Bisher wird der europäische Referenzzins auf Grundlage von Bankangaben berechnet.

Der Euribor-Satz war in den vergangenen Jahren in die Schlagzeilen gerückt, nachdem bekannt wurde, dass Banker jahrelang an ihm zu ihrem Vorteil geschraubt hatten. Die Zinsmanipulationen, die auch den Referenzsatz Libor betrafen, zählen zu den teuersten Altlasten der Investmentbanken. Viele große Häuser – darunter auch die Deutsche Bank – wurden von den Aufsichtsbehörden zu Milliardenstrafen verurteilt.

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