Geldpolitik Britischer Notenbankchef schürt Zinserhöhungsfantasien

Nach Einschätzungen des britischen Notenbankchefs Mark Canrey könnte eine geldpolitische Straffung innerhalb der nächsten Monaten bevorstehen. Es wäre die erste Zinserhöhung auf der Insel in den vergangenen zehn Jahren.

Die Mehrheit der Währungshüter hielte eine geldpolitische Straffung binnen weniger Monate für wahrscheinlich angebracht, erklärte der britische Notenbankchef. Quelle: Reuters

WashingtonDer britische Notenbankchef Mark Carney hat die Erwartung einer baldigen Zinserhöhung genährt. Er wiederholte am Montag am Sitz des Internationalen Währungsfonds in Washington die bereits auf der Sitzung am Donnerstag vermittelte Botschaft der Zentralbank, dass die Mehrheit der Währungshüter eine geldpolitische Straffung binnen weniger Monate für wahrscheinlich angebracht halte. Die Aussicht auf die erste Zinserhöhung auf der Insel seit mehr als zehn Jahren drückte den Pfund-Kurs. Er fiel zeitweilig auf 1,3505 Dollar. Die Bank of England (BoE) beließ den geldpolitischen Schlüsselsatz vorige Woche auf dem historisch niedrigen Niveau von 0,25 Prozent. Die Entscheidung fiel mit sieben zu zwei Stimmen.

Großbritannien ist im Zuge des Anti-EU-Votums vom Sommer 2016 in eine wirtschaftlich schwierige Lage geraten, da die Preise anziehen und zugleich die zuvor brummende Konjunktur langsamer läuft. Carney dämpfte Hoffnungen, das Land könne durch den Aufbau neuer Handelsbeziehungen den drohenden Verlust des freien Marktzugangs zur EU wettmachen. Ein solcher Effekt werde sich wahrscheinlich nicht unmittelbar einstellen, warnte er.

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