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Geldpolitik Chinas Notenbankchef schließt Anleihenkäufe aus

Trotz der zurückgehenden Wachstumsraten will die chinesische Notenbank keine niedrigeren Zinsen. Das Geld der Chinesen dürfe „nicht wertlos werden“.

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Die chinesische Notenbank schließt ein Kaufprogramm für Anleihen nach europäischem Vorbild aus. Quelle: Reuters

Chinas Zentralbank lehnt trotz der Konjunkturabschwächung Niedrigzinsen und großangelegte Anleihenkäufe nach westlichem Vorbild ab. „Wir dürfen das Geld der Chinesen nicht wertlos werden lassen“, mahnte Notenbankchef Yi Gang in einem Beitrag für das Fachblatt „Qiushi“ der regierenden Kommunistischen Partei.

Positive Zinsraten seien für die Wirtschaftsakteure im allgemeinen förderlich und passten zudem zur Kultur des Sparens in der Volksrepublik. Außerdem unterstützten sie eine nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft.

Yi ergänzte, China werde nicht auf das geldpolitische Instrument Quantitative Easing zurückgreifen. Dieser Begriff bezeichnet Wertpapierkäufe im großen Stil durch Notenbanken zur Ankurbelung der Konjunktur. Führende Zentralbanken wie die Fed in den USA und die EZB haben sich dieses Mittels bedient. Außerdem haben sie nach der Finanzkrise ihre Leitzinsen drastisch gesenkt.

In der Euro-Zone liegt die Rate seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Bereits seit 2014 müssen Banken der EZB sogar Strafzinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank horten. Insbesondere in Deutschland sorgen die Niedrigzinsen für Unmut unter den Sparern.

Yi betonte, an einer „normalen“ Geldpolitik so lange wie möglich festzuhalten. Die Inflation sei insgesamt moderat und das Wirtschaftswachstum weiterhin in einem akzeptablen Rahmen. Im dritten Quartal war das chinesische Bruttoinlandsprodukt so langsam gestiegen wie seit rund drei Jahrzehnten nicht mehr. Dies nährt Spekulationen, dass die Führung in Peking mehr Anreize beschließen könnte, um die Konjunktur zu beleben.

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