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Geldpolitik Erdogan strebt Leitzins im einstelligen Bereich an

Trotz hoher Inflation will der türkische Präsident niedrigere Zinsen. Am 15. April will die Zentralbank erneut über ihren Leitzins entscheiden.

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will niedrigere Zinsen ungeachtet der hohen Inflation sehen. Die Zinssätze sollten im einstelligen Bereich liegen, sagte Erdogan am Mittwoch in einer Rede vor Abgeordneten seiner regierenden AK-Partei.

Erdogan hatte den Zentralbankchef Naci Agbal im März gefeuert, nachdem dieser kurz zuvor den Leitzins von 17 auf 19 Prozent erhöht hatte. Teureres Geld kann die Nachfrage nach Krediten dämpfen und so die Inflation im Zaum halten, allerdings könnte dies auch die Konjunktur belasten. Im vergangenen Monat lag die Teuerungsrate in der Türkei bei 16 Prozent.

Seit dem Abgang Agbals hat die Landeswährung Lira um etwa zwölf Prozent zum Dollar abgewertet. Das macht den Kampf gegen die Inflation schwieriger, ist die rohstoffarme Türkei doch auf viele Importe angewiesen. Durch die schwache Lira verteuern sich die Einfuhren, da viele Waren an den Weltmärkten in Devisen wie Dollar oder Euro bezahlt werden müssen.

Der neue Zentralbankchef Sahap Kavcioglu lies zuletzt verlauten, wegen der hohen Inflation müssten die Zinsen hoch bleiben. Noch im Februar hatte er sich als Kritiker einer straffen Geldpolitik ausgewiesen und wie Erdogan die unorthodoxe Ansicht vertreten, wonach hohe Zinsen eine höhere Inflation nach sich zögen. Die Zentralbank entscheidet am 15. April erneut über ihren Leitzins. Von Reuters befragte Ökonomen gehen davon aus, dass dieser bei 19 Prozent belassen wird.

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