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Geldpolitik EZB-Beobachter: Abfederung für Ausstieg aus Pandemieprogramm erwartet

Am Donnerstag dürfte die EZB das Ende des 1,85 Billionen Euro Programms PEPP beschließen. Danach werden sie vermutlich auf 50 Milliarden Euro pro Monat verlangsamt.

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An das PEPP-Programm soll ein weiteres, kleineres Anleihenprogramm folgen. Quelle: imago images/Hannelore Förster

Die Europäische Zentralbank wird wohl versuchen, den Ausstieg aus ihren Anleihekäufen im nächsten Jahr abzufedern. 2023 werden dann das Ende der lockeren Geldpolitik und möglicherweise auch der erste Zinsschritt seit mehr als einem Jahrzehnt folgen. Diese Erwartung ergab eine Bloomberg-Umfrage unter Volkswirten.

Am kommenden Donnerstag dürften die geldpolitischen Entscheidungsträger beschließen, die Nettoankäufe ihres 1,85 Billionen Euro schweren Programms PEPP im März einzustellen. Knapp die Hälfte der Befragten erwartet dann 2023 die erste Zinserhöhung seit mehr als einem Jahrzehnt.

Mit fast fünf Prozent hat die Inflation im Euroraum den höchsten Wert seit Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung erreicht. Im Gegensatz zu Fed-Chef Jerome Powell hält EZB-Präsidentin Christine Lagarde den Trend für vorübergehend. Der neue Anstieg der Covid-19-Infektionen und das Aufkommen der Omikron-Variante haben indessen das konjunkturelle Bild getrübt.

„Die EZB wird einräumen müssen, dass die aktuell hohe Inflation und die kurzfristigen Aufwärtsrisiken die Aufhebung eines Teils der geldpolitischen Unterstützung durch die EZB rechtfertigen“, sagte Oliver Rakau, Ökonom bei Oxford Economics. „Der EZB-Rat dürfte jedoch eine verfrühte Straffung vermeiden wollen.“

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    Die Käufe im Rahmen des Pandemieplans sollten im Februar auf 50 Milliarden Euro pro Monat verlangsamt werden, so die Erwartung der von Bloomberg befragten Ökonomen. Im November und Oktober kaufte die EZB jeweils Anleihen im Wert von 68 Milliarden Euro.

    Die Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass die regulären Anleihekäufe über das APP, die sich derzeit auf 20 Milliarden Euro pro Monat belaufen, im zweiten Quartal verdoppelt werden und bis Oktober allmählich wieder auf das derzeitige Volumen zurückgenommen werden. Im Juli 2023 dürfte dann ein dreimonatiges Tapering in Richtung Null beginnen. Knapp die Hälfte der Befragten erwartet 2023 auch eine Zinserhöhung.

    Die Volkswirte erwarten, dass die EZB ihre Inflationsprognosen anheben, die für das Wachstum indessen senken wird. Im September hatte die EZB eine Verlangsamung der Inflation auf 1,7 Prozent im Jahr 2022 und auf 1,5 Prozent in 2023 vorhergesagt. Erstmal wird die EZB nun auch Schätzungen für 2024 vorlegen.

    „Die EZB wird weiterhin betonen, dass der Inflationsschub vorübergehend ist“, so Jörg Angele von der Bantleon Bank. Sie werde jedoch zugeben, dass es länger dauern wird, bis die Inflation wieder zurückgeht, und dass sie daher im Jahr 2022 viel höher sein wird als in den Projektionen vom September angegeben.

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