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Geldpolitik EZB-Chef Draghi stellt Lockerung der Geldpolitik in Aussicht

Die EZB steuert auf eine noch lockerere Geldpolitik zu. Sollte sich der Wirtschaftsausblick nicht bessern, sei eine zusätzliche Hilfe notwendig, sagte EZB-Präsident Draghi.

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EZB-Chef Mario Draghi erwägt neue Impulse für die Konjunktur Quelle: dpa

Sintra Die EZB wird aus Sicht von Notenbank-Chef Mario Draghi ihre Geldpolitik erneut lockern müssen, sollte die Inflation im Euro-Raum weiterhin nicht anziehen. Wenn keine Verbesserung eintrete, werde ein zusätzlicher geldpolitischer Anschub erforderlich sein, sagte Draghi am Dienstag auf dem EZB-Notenbankforum im portugiesischen Sintra. „In den nächsten Wochen wird der EZB-Rat überlegen, wie unsere Instrumente entsprechend der Größe des Risikos für die Preisstabilität angepasst werden können.“

Es gebe erheblichen Spielraum für weitere Anleihenkäufe. Zudem gehörten erneute Zinssenkungen und Maßnahmen, um unerwünschte Nebenwirkungen der anhaltend ultralockeren Geldpolitik einzudämmen, zu den Werkzeugen. Die Indikatoren für die kommenden Quartale deuteten auf eine anhaltende Konjunkturschwäche hin.

Mit seiner Rede bewegte Draghi die Märkte deutlich. Europäische Staatsanleihen bekamen deutlichen Auftrieb. Der Kurs der deutschen Bundesanleihe legte 0,5 Prozent zu, die Rendite fiel auf ein Rekordtief von minus 0,296 Prozent. Zehnjährige italienische Bonds rentierten mit 2,168 Prozent, das ist so wenig wie seit Mai 2018 nicht mehr. Der Dax dämmte sein Minus ein und eroberte die Marke von 12.000 Punkte zurück.

„Wir werden alle Flexibilität innerhalb unseres Mandats nutzen, um unseren Auftrag zu erfüllen“, sagte Draghi. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte unlängst auf ihrer Zinssitzung in Vilnius in Aussicht gestellt, angesichts gestiegener Konjunkturrisiken an ihren Leitzinsen noch bis mindestens zum Sommer 2020 nicht zu rütteln.

Draghi hatte nach dem Treffen zudem betont, man halte sich angesichts der konjunkturellen Unsicherheiten alle Optionen offen. Insidern zufolge ist die Notenbank sogar offen für eine Zinssenkung, falls sich das Wirtschaftswachstum im weiteren Jahresverlauf abschwächen sollte.

Mehr: Warum die Fed-Sitzung am Mittwoch für Jerome Powell zum Stresstest wird.

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