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Geldpolitik EZB entscheidet im September voraussichtlich nicht über Anleihekäufe

Das Anleihen-Kaufprogramm PEPP soll eigentlich im März 2022 auslaufen. Eine endgültige Entscheidung ist von der EZB vorerst jedoch nicht zu erwarten.

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Eine Entscheidung in Sachen

Währungshüter der EZB rechnen derzeit für die nächste Zinssitzung im September noch nicht mit einer Entscheidung über die Zukunft ihrer billionenschweren Notfall-Anleihenkäufe. Die weitere Entwicklung der Pandemie sei bis dahin noch nicht klar, sagten drei mit den Überlegungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Hauptgrund sei, dass die Euro-Wächter auf dem Treffen am 8. und 9. September noch nicht wüssten, wie stark die Ausbreitung der Delta-Variante die einsetzende Erholung im Euro-Raum beeinträchtigen werde, sagten die Insider. Notenbanker wollten unbedingt eine Situation vermeiden, in der sie die Käufe bereits langsam heruntergefahren haben, sie dann aber kurz danach wieder aufstocken müssten, weil neue Eindämmungsmaßnahmen die Wirtschaft bremsten.

Zudem sei in der Sommerpause womöglich nicht genügend Zeit für eine tiefergehende Analyse. Die Diskussionen sollten aber im September zumindest beginnen. Ein EZB-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu den Informationen ab.

Belgiens Notenbankchef Pierre Wunsch sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag, die EZB solle ihre Notfall-Anleihenkäufe des PEPP-Programms wie geplant im März 2022 beenden, sollten keine unvorhersehbaren Ereignisse den Konjunkturausblick durchkreuzen. Die Debatte darüber solle im September starten, obgleich eine endgültige Entscheidung dann noch nicht getroffen werden müsse. „Inhalt ist wichtiger als Timing,“ sagte Wunsch.

Das PEPP-Programm ist auf insgesamt 1,85 Billionen Euro angelegt. Es ist eines ihrer wichtigsten Instrumente der EZB im Kampf gegen die ökonomischen Pandemiefolgen. Zuletzt hatten die Währungshüter im Rahmen des Programms Staatsanleihen, Firmenbonds und andere Titel im monatlichen Volumen von rund 80 Milliarden Euro erworben.

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