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Geldpolitik EZB erhöht Geschwindigkeit ihrer Notfall-Anleihekäufe

Die Währungshüter stemmen sich mit mehr Tempo bei ihren Krisen-Anleihekäufen gegen einen Anstieg der Renditen von Staatsanleihen der Euro-Länder.

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Die EZB hatte auf ihrer Zinssitzung am Donnerstag beschlossen, die Geschwindigkeit ihrer Anleihekäufekäufe deutlich zu erhöhen. Die Daten zeigen, dass die Euro-Wächter schon vor der Sitzung damit begannen. Quelle: dpa

Die Europäische Zentralbank (EZB) stemmt sich wie angekündigt mit mehr Tempo bei ihren Krisen-Anleihenkäufen gegen einen Anstieg der Renditen von Staatsanleihen der Euro-Länder.

Im Rahmen ihres „Pepp“ getauften Pandemie-Programms erwarben die Währungshüter vergangene Woche netto Staatsbonds und andere Wertpapiere im Volumen von 14,0 Milliarden Euro nach 11,9 Milliarden Euro die Woche zuvor, wie am Montag veröffentliche Daten der EZB zeigten.

Die Zahlen enthalten Käufe der Euro-Notenbanken bis einschließlich Mittwoch, da die Abwicklung etwa zwei Tage in Anspruch nimmt. Einschließlich ihrer älteren Wertpapier-Programme nahmen die Anleihenkäufe auf 19,3 Milliarden Euro von 17,1 Milliarden Euro in der Vorwoche zu.

Die EZB hatte auf ihrer Zinssitzung am Donnerstag beschlossen, die Geschwindigkeit ihrer Pepp-Käufe deutlich zu erhöhen. Die Daten zeigen, dass die Euro-Wächter schon vor der Sitzung damit begannen. Wie stark die Anhebung letztlich ausfallen wird, dürfte in den nächsten Wochen noch klarer werden. Das Pepp-Programm hat einen Netto-Kaufrahmen von 1,85 Billionen Euro. Davon sind zur Zeit noch rund eine Billion Euro ungenutzt.

Steigende Renditen bei den richtungsweisenden zehnjährigen Staatsanleihen der Euro-Länder hatten bei der EZB Befürchtungen ausgelöst, die Finanzierungskosten könnten in der Folge für Staaten, Unternehmen und Haushalte steigen. Denn Banken orientieren sich an diesen Marktzinsen bei der Festlegung von Kreditkonditionen.

Eine Verschärfung der Finanzierungsbedingungen käme aber mitten in der Pandemie für die Euro-Wächter zur Unzeit. Nach der Entscheidung der EZB hatten die Renditen bereits spürbar nachgegeben.

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