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Geldpolitik EZB-Leitzinsen verharren noch lange auf ihren Rekordtiefs

Laut einer Umfrage gehen Volkswirte davon aus, dass Leitzinsen und Einlagesatz noch lange auf ihrem aktuellen Niveau bleiben werden.

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Der oberste EZB-Bankenaufseher Andrea Enria ist empört, wie lax etliche Geldhäuser in der Coronakrise mit drohenden Kreditausfällen umgehen. Quelle: dpa

Die Leitzinsen im Euro-Raum werden aus Sicht von Volkswirten noch lange auf ihrem ultratiefen Niveau verharren. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters rechnen Ökonomen im Mittel damit, dass der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld auch im ersten Quartal 2022 noch auf dem aktuellen Rekordtief von 0,0 Prozent bleiben wird.

Seit März 2016 liegt er auf diesem Niveau. 46 Antworten wurden dazu ausgewertet. Reuters befragte Experten vom 26. November bis 2. Dezember.

Auch den Einlagensatz erwarten Volkswirte im Mittel dann noch auf dem aktuellen Niveau von minus 0,5 Prozent. 44 Antworten wurden dafür analysiert.

Ein negativer Einlagensatz bedeutet, dass Banken Strafzinsen zahlen müssen, wenn sie bei der Notenbank überschüssige Gelder horten. Die EZB hatte den Satz erstmals 2014 auf unter null Prozent gesetzt.

Die nächste Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) findet am 10. Dezember statt. Allgemein wird damit gerechnet, dass sie angesichts der zweiten Pandemiewelle ihre Geldschleusen noch weiter öffnet. Experten gehen davon aus, dass die Notenbank ihr billionenschweres Pandemie-Anleihenkaufprogramm PEPP erneut ausweiten und auch bei den großen, „TLTRO“ genannten, Geldspritzen für Banken nachlegen wird.

In der Umfrage wurden Experten auch zu der laufenden Strategieüberprüfung der Euro-Hüter befragt. 33 Volkswirte erwarten, dass die EZB ihr Inflationsziel ändern wird, das aktuell bei knapp zwei Prozent Teuerung liegt.

Zehn Ökonomen rechnen nicht damit. 34 Volkswirte nehmen an, dass die EZB nach der Überprüfung künftig neben ihrem Inflationsziel keine zusätzlichen Ziele verfolgen wird. Sieben Experten erwarten dagegen, dass sie künftig noch weitere Ziele neben der Geldwertstabilität ansteuern wird.

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