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Geldpolitik EZB-Notenbanker Nowotny hält Neustart der EZB-Anleihekäufen für unnötig

EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny ist skeptisch bezüglich einer gelockerten Geldpolitik der EZB. Einen positiven Effekt auf die Wirtschaft sei nicht sicher.

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Der aktuelle Chef von Österreichs Notenbank scheidet Ende August aus dem Amt. Quelle: Reuters

Wien Österreichs scheidender Notenbankchef Ewald Nowotny spricht sich gegen eine Neuauflage der umstrittenen Anleihenkäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) aus. „Ich denke nicht, dass eine Notwendigkeit besteht, dieses Programm wiederaufzunehmen“, sagte das EZB-Ratsmitglied in einem am Montag veröffentlichten Interview mit dem österreichischen Magazin „Profil“. „Wir müssen lernen, mit niedrigen Wachstums- und Inflationsraten zu leben.“

Nowotny zeigte sich skeptisch, inwieweit weitere Lockerungsschritte der EZB sich wirklich positiv auf die Wirtschaft niederschlagen können. Nowotny scheidet Ende August aus dem Amt. Sein Nachfolger wird der frühere Weltbank-Direktor Robert Holzmann.

Die EZB hat fast vier Jahre lang Staatsanleihen, Firmenanleihen und andere Wertpapiere im Volumen von rund 2,6 Billionen Euro erworben. Mit dem Kaufprogramm, das im Dezember 2018 gestoppt wurde, wollte sie die Wirtschaft stützen und für mehr Preisauftrieb im Währungsraum sorgen. Wegen der jüngsten Konjunktureintrübung gehen Währungshüter der EZB Insidern zufolge inzwischen fest davon aus, dass die Notenbank auf ihrem nächsten geldpolitischen Treffen im September die Zinsen senken wird.

Neue Staatsanleihenkäufe und ein überarbeiteter geldpolitischer Ausblick seien wahrscheinlich auch Teil des Pakets, sagten mehrere mit den Überlegungen vertraute Personen. Auf ihrer Zinssitzung im Juli hatte die EZB die Tür für weitere Lockerungsschritte bereits weit aufgestoßen.

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