Geldpolitik EZB-Notenbanker zweifelt am Inflationsziel

Die Inflation solle sich auf zwei Prozent belaufen – lautet das Credo der Europäischen Zentralbank. Österreichs Notenbankgouverneur meldet an diesem Ziel nun Zweifel an. Hält die EZB also an der lockeren Geldpolitik fest?

Der EZB-Notenbanker bezweifelt, dass das Ziel der EZB noch realistisch sei. Quelle: Reuters

WienÖsterreichs Notenbankgouverneur Ewald Nowotny äußert Zweifel am Ziel der EZB von knapp zwei Prozent Inflation. Das verbesserte Wachstum in Europa führe nicht zu einer stärkeren Teuerung, sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch auf einer Veranstaltung in Wien. „Aus meiner Sicht wird sich die Frage stellen, ob das noch ein realistisches Ziel ist“, sagte Nowotny. Es sei aber nicht notwendigerweise schlecht, niedrige Inflationsraten zu haben, solange es gleichzeitig Wachstum gebe.

Die Verbraucherpreise waren im Mai nur um 1,4 Prozent zum Vorjahresmonat gestiegen, nachdem die Inflation im April noch bei 1,9 Prozent gelegen hatte. Damit erscheint eine baldige Straffung der EZB-Geldpolitik unwahrscheinlich. Den Euro-Wächtern macht unter anderem Sorge, dass die Kerninflation, in der schwankungsreiche Öl- und Lebensmittelpreise ausgeklammert sind, nicht anspringen will. Manche Volkswirte gehen davon aus, dass die Teuerung in den kommenden Monaten sogar noch weiter nachgeben wird.

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