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Geldpolitik EZB-Vize De Guindos: Inflation könnte 2022 nicht so stark sinken wie erwartet

Die EZB prognostiziert für das nächste Jahr einen Rückgang der Inflation auf 1,7 Prozent. EZB-Vize De Guindos hat diese Erwartung nun gedämpft.

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Die Inflation im Euro-Raum ist im Oktober so stark gestiegen wie seit 13 Jahren nicht mehr. Quelle: Reuters

EZB-Vizepräsident Luis de Guindos hat Erwartungen an ein deutliches Abebben des Inflationsschubs im Euroraum im nächsten Jahr etwas abgeschwächt. Zwar werde sich die Inflation 2022 zweifellos verlangsamen, sagte der Spanier dem Sender „Onda Cero“ am Freitag. „Doch die Intensität des Rückgangs ist vielleicht nicht so, wie wir es vor ein paar Monaten erwartet hatten“, fügte er hinzu.

Im September hatten die Volkswirte der EZB in ihren Projektionen für 2022 eine Teuerungsrate von 1,7 Prozent veranschlagt, die 2023 auf 1,5 Prozent absinken soll. Die Teuerung im Euro-Raum war im Oktober auf 4,1 Prozent gestiegen – der höchste Wert seit über 13 Jahren. Experten erwarten einen weiteren Anstieg. Die EZB, die eine Inflation von zwei Prozent anstrebt, legt im Dezember aktualisierte Projektionen vor.

Laut der deutschen EZB-Direktorin Isabel Schnabel ist die EZB auf ihrer jüngsten Ratssitzung zu dem Schluss gekommen, dass es gute Gründe für die Annahme gebe, dass die Inflation im Euroraum im Laufe des kommenden Jahres „sichtbar“ sinken werde.

Bei früherer Gelegenheit hatte der Spanier bereits gewarnt, die Notenbank müsse aber wachsam bleiben und mögliche Zweitrundeneffekte, etwa Lohnerhöhungen, beobachten. Er hat darauf verwiesen, dass bislang zwar kaum Auswirkungen der hohen Inflation auf die Lohnrunden zu sehen seien.

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    Doch warnte der EZB-Vize davor, Gehaltserhöhungen an die im Zuge der Pandemie in diesem Jahr deutlich gestiegene Teuerungsrate fest zu koppeln. Er verwies darauf, dass einige Staaten in Europa bei Renten und Löhnen im öffentlichen Dienst entsprechende Regelungen hätten.

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