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Geldpolitik EZB will keine konkreten Renditeziele für Anleihen vorgeben

Die EZB beobachtet die steigenden Anleiherenditen sehr genau. Ein konkretes Ziel will die Notenbank jedoch nicht definieren – anders als die Währungshüter in Japan.

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Chefvolkswirt Lane hat sich auf der EZB-Website geäußert. Quelle: dpa

Die Europäische Zentralbank (EZB) will laut ihrem Chefvolkswirt Philip Lane nicht dem Beispiel der japanischen Notenbank folgen und konkrete Renditeziele für Staatsanleihen vorgeben. Es gebe zwar mehr als einen Mechanismus, mit dem die Notenbank mit ihren Anleihekäufen die Märkte beeinflussen könne, sagte Lane in einem am Freitag auf der EZB-Webseite veröffentlichten Interview. „Aber gleichzeitig ist es kristallklar, dass wir keine Zinskurvenkontrolle betreiben, in dem Sinn, dass wir eine bestimmte Rendite konstant halten wollen“, sagte er.

Japans Notenbank verfolgt eine solche Geldpolitik, bei der die Währungshüter konkrete zahlenmäßige Renditeziele für bestimmte Staatsanleihen verfolgen. So strebt die Bank von Japan derzeit für die kurzfristigen Zinsen ein Niveau von minus 0,1 Prozent an und für die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen einen Zielwert von null Prozent.

In dem Interview machte Lane zugleich klar, dass ein übermäßiger Renditeanstieg bei den Staatsanleihen der Euro-Länder mitten in der Pandemie geldpolitisch nicht erwünscht sei. Die EZB blickt derzeit mit wachsenden Sorgen auf die zuletzt steigenden Anleiherenditen an den Finanzmärkten. Dahinter steht die Befürchtung, dass dies womöglich höhere Kreditkosten für Unternehmen und Haushalte nach sich ziehen könnte.

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