Geldpolitik EZB-Wirtschaftsbericht – Ukraine-Krieg wird Konjunkturerholung verlangsamen

Die Zentralbank rechnet weiterhin mit kräftigem aber langsamerem Wachstum. Als Belastung sieht das Institut vor allem die hohen Energiekosten.

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Die Notenbank könnte bald die Zinsen anheben. Quelle: dpa

Der Ukraine-Krieg wird nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) erhebliche Folgen für die Konjunktur im Euro-Raum haben. Er werde Energie und Rohstoffe verteuern, den Welthandel beeinträchtigen und das Vertrauen schwächen, schrieb die Euro-Notenbank am Donnerstag in ihrem jüngsten Wirtschaftsbericht.

Die Konjunkturaussichten hingen vom Kriegsverlauf und von den Auswirkungen der Sanktionen ab. „Im Basisszenario der von EZB-Experten erstellten Projektionen dürfte die Wirtschaft des Euroraums 2022 weiterhin kräftig wachsen, allerdings langsamer als vor Ausbruch des Krieges erwartet.“

Der Krieg wird demnach bei einigen Nahrungsmitteln und Rohstoffen für weiteren Preisdruck sorgen. „Die Preise ziehen nun auf breiter Front an.“ Die pandemiebedingten Gefahren für die Konjunktur seien zwar gesunken, doch könne der Krieg jetzt die Lieferengpässe wieder verschärfen. Hohe Energiekosten könnten in Verbindung mit einem Vertrauensverlust die Nachfrage mehr belasten als erwartet und Konsum- und Investitionsausgaben dämpfen. Der Krieg stelle ein erhebliches Aufwärtsrisiko für Inflation dar. Dies betrifft vor allem die Energiepreise.

Rasant steigende Energiepreise hatten die Inflation in der Euro-Zone zuletzt auf ein Rekordhoch getrieben. So kletterten die Verbraucherpreise im Februar um 5,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an. Damit liegt die Inflationsrate fast drei Mal so hoch wie das Ziel der Währungshüter von zwei Prozent, das sie als Optimalwert für die Wirtschaft anstreben. Schon im Januar hatte die Teuerung bei 5,1 Prozent gelegen.

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